6G-Mobilfunk: Telekom zeigt Radar-Funktion und mehr im neuen Netz

Der Mobilfunkstandard 6G verspricht wegweisende Funktionen, da er Räume scannt und präzise medizinische Daten liefert. Die Technologie durchdringt Wohnungswände und ruft massive Datenschutzbedenken auf den Plan, die Telekom äußert sich jetzt dazu.
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6G-Standard mit Radar-Funktion

Der Mobilfunkstandard 6G soll voraussichtlich ab 2030 weltweit verfügbar sein und mehr leisten können als die Übertragung von Daten. Eine Technologie namens ISAC ermöglicht es, Mobilfunkantennen zugleich als Radarsensoren einzusetzen. Sie können die Umgebung ohne zusätzliche Hardware präzise erfassen.

Die Radar-Funktion ermöglicht Analysen, die über eine herkömmliche Ortung hinausgehen. Mithilfe maschinellen Lernens kann das System laut Experten sogar Atmung, Herzschlag und individuelles Gangbild von Personen erfassen. Da die Signale auch feste Hindernisse wie Wohnungswände durchdringen, ergeben sich neue technische Möglichkeiten für Smart Home und medizinische Überwachung.

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Telekom zeigt neue Funktionen

Die Planung für das Netz schreitet voran, die Frequenzvergabe soll in den kommenden Jahren erfolgen.

Wie aus einem aktuellen Bericht von Mobiflip hervorgeht, erklärt die Telekom in einem Video, was Endanwender von der nächsten Mobilfunkgeneration erwarten können. Im Mittelpunkt stehen demnach eine bessere Abstimmung verschiedener Zugangstechnologien und der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Das Netz soll künftig flexibler auf seine Umgebung reagieren und sich dynamisch anpassen.

Die Kombination aus Mobilfunk, Künstlicher Intelligenz und Physical AI soll Anwendungen präziser unterstützen. Neben höheren Datenraten und Reaktionszeiten von unter einer Millisekunde steht die Vernetzung von Fahrzeugen und Robotern im Fokus. Frühere Generationen wie 3G und 4G konzentrierten sich vor allem auf die Datenübertragung für das mobile Internet. 6G soll dagegen auch die physische Welt digital abbilden.

Schutz der Privatsphäre im Fokus

Die neuen Sensorfunktionen führen zu intensiven Debatten über den Datenschutz. Behörden stufen die Erfassung durch Radar als starken Eingriff in die Privatsphäre ein. Wenn mobile Endgeräte Räume scannen können, gibt es kaum noch Orte, an denen Menschen unbeobachtet bleiben. Die Technologie erfordert daher angepasste rechtliche Rahmenbedingungen.

Um einer möglichen Überwachung entgegenzuwirken, arbeiten Forscher am Barkhausen Institut in Dresden an Abwehrmethoden. Sie orientieren sich dabei am Prinzip Privacy by Design, das den Datenschutz bereits in der Entwicklungsphase berücksichtigt. Da 6G voraussichtlich ab 2030 Frequenzen im Terahertz-Bereich nutzen wird, sind geeignete Schutzmechanismen unerlässlich. Zu den bisherigen Entwicklungen gehören:

  • Ein physischer Ausschalter am Smartphone für die Sensorfunktion.
  • Eine spezielle App, die Nutzer vor aktiven Scans in der Umgebung warnt.

Die Konzepte sollen in internationale Gremien eingebracht werden, bevor der weltweite Standard endgültig verabschiedet wird. So soll sichergestellt werden, dass die Technik sinnvolle Anwendungen im Alltag ermöglicht, ohne grundlegende Rechte zu verletzen. Die Festlegung der genauen 6G-Spezifikationen durch die Standardisierungsorganisation 3GPP wird in den kommenden vier Jahren erwartet.

Was haltet ihr von der Radar-Funktion im neuen 6G-Netz? Überwiegen für euch die technischen Vorteile oder seht ihr den Datenschutz in Gefahr? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Wann kommt 6G und was ist neu?
6G ist der Nachfolger des aktuellen 5G-Standards und soll voraussichtlich ab dem Jahr 2030 schrittweise eingeführt werden. Neben deutlich höheren Datenraten und kürzeren Reaktionszeiten steht vor allem ein intelligenteres, flexibleres Netz im Fokus.

Für IT-Profis bedeutet dies eine noch bessere Vernetzung von Smartphones, Fahrzeugen und Robotern. Die größte Neuerung ist jedoch die sogenannte ISAC-Technologie (Integrated Sensing and Communication), die Mobilfunk und Umgebungserfassung vereint.
Wie funktioniert der 6G-Radar?
Durch das ISAC-Verfahren fungieren zukünftige Mobilfunkantennen gleichzeitig als Radarsensoren. Sie tasten ihre Umgebung ab, ohne dass dafür zusätzliche Hardware oder Kameras benötigt werden.

In der Praxis können Basisstationen und mobile Endgeräte so im Zusammenspiel Positionen und Bewegungen von Objekten erfassen. Für die Industrie eröffnen sich dadurch völlig neue Möglichkeiten in der Automatisierung und Logistik, da das Netz aktiv auf seine Umgebung reagieren kann.
Scannt 6G wirklich durch Wände?
Ja, die eingesetzten Signale können feste Hindernisse wie Wohnungswände durchdringen. Laut einem Positionspapier der Datenschutzkonferenz ermöglicht maschinelles Lernen dabei extrem detaillierte Analysen von Personen im Raum.

Angeblich ließen sich durch diese Radarfunktion sogar Atmung, Herzschlag und das individuelle Gangbild bestimmen. Ob diese tiefe Erfassung im finalen Standard weltweit erlaubt sein wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Wie steht es um den Datenschutz?
Die neuen Sensing-Funktionen sorgen bereits jetzt für intensive Diskussionen. Datenschützer stufen die Erfassung durch Wände hindurch als extremen Eingriff in die Privatsphäre ein, da es kaum noch unbeobachtete Räume gäbe.

Experten fordern daher strenge Regulierungen, bevor der Standard verabschiedet wird. Das Ziel ist es, sinnvolle industrielle Anwendungen zu ermöglichen, aber gefährliche Überwachungsszenarien im privaten und geschäftlichen Umfeld strikt auszuschließen.
Gibt es Schutz vor 6G-Scans?
Wissenschaftler arbeiten bereits an Abwehrmethoden nach dem Prinzip des Privacy by Design. Am Dresdner Barkhausen Institut werden konkrete Schutzmechanismen entwickelt, um einer drohenden Überwachung effektiv entgegenzuwirken.

Zu den ersten Prototypen gehören ein physischer Ausschalter für die Smartphone-Sensorfunktion sowie eine Warn-App. Diese App soll Nutzer informieren, sobald aktive Scans in der Umgebung stattfinden. Solche Konzepte sollen zeitnah in die internationalen Gremien eingebracht werden.
Welche Rolle spielt KI bei 6G?
Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Baustein der 6G-Architektur. Laut der Telekom wird KI benötigt, um verschiedene Zugangstechnologien besser abzustimmen und das Netz dynamisch an wechselnde Anforderungen anzupassen.

Der Begriff Physical AI beschreibt dabei, wie das Mobilfunknetz durch Sensordaten lernt, seine physische Umgebung zu verstehen. Für IT-Administratoren könnte dies künftig automatisierte, selbstheilende Netzwerke bedeuten, die Ausfälle proaktiv verhindern.
Zusammenfassung
  • Der neue 6G-Mobilfunkstandard soll voraussichtlich ab 2030 starten
  • Dank ISAC-Technologie fungieren Antennen künftig auch als Radarsensoren
  • Das Radar kann sogar Atmung und Herzschlag durch Wände hindurch erfassen
  • Telekom setzt auf Künstliche Intelligenz und Millisekunden-Latenz
  • Datenschützer sehen in der präzisen Radar-Erfassung ein großes Risiko
  • Forscher in Dresden entwickeln Schutz-Apps und physische Schalter


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