Kasperski: "Das Netz wird Kriegsschauplatz"

Angesichts der aktuellen Welle von Angriffen auf zahlreiche Computer-Systeme warnt der russische Security-Experte Jewgenij Kasperski vor einer Eskalation. "Ich fürchte, dass das Netz bald zum Kriegsschauplatz wird, zur Plattform professioneller Attacken auf lebenswichtige Infrastruktur", sagte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin 'Spiegel'. Auf die Frage, wann es so weit sei, antwortete Kasperski: "Gestern. Solche Attacken hat es schon gegeben." So hält auch der Russe es für die wahrscheinlichste Erklärung, dass die Stuxnet-Malware eine amerikanisch-israelische Erfindung sein könnte: "Eine hochprofessionelle Arbeit übrigens, die mir wirklich Respekt ab nötigt, viele Millionen Dollar kostete und über viele Monate hinweg von einem Team hochqualifizierter Ingenieure betreut worden sein muss."

Aber selbst für den großen Stromausfall, der Teile Nordamerikas im August 2003 lahmlegte, macht Kasperski mittlerweile PC-Schädlinge verantwortlich: "Ich bin mir heute ziemlich sicher, dass diese Katastrophe von einem Virus ausgelöst wurde." Er will überdies nicht ausschließen, dass hinter vielen der aktuellen Hacker-Attacken heute Regierungen stecken.

Terroristen hätten das Netz bislang zwar vor allem für Kommunikation, Propaganda und zur Rekrutierung neuer Mitglieder und Finanzquellen genutzt. "In Zukunft allerdings müssen wir mit Cyber-Attacken auf Fabriken, Flugzeuge und Kraftwerke rechnen." Dieser Krieg sei nicht zu gewinnen. Er kenne nur Täter und Opfer. "Alles, was wir erreichen können, ist, zu verhindern, dass da draußen alles außer Kontrolle gerät", so Kasperski. Militär, Krieg, Cyberwar Militär, Krieg, Cyberwar US Army
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