Kim Dotcom: Die ersten Videos vom Polizeieinsatz

Ein neuseeländischer TV-Sender hat erstmals Videoaufnahmen vom Polizeieinsatz gegen Megaupload-Gründer Kim Dotcom veröffentlicht, diese lassen durchaus Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Aktion aufkommen. Der TV-Sender '3News' hat in einem längeren Beitrag erstmals Videoaufnahmen von der Verhaftung des Megaupload-Gründers Kim Schmitz alias Kim Dotcom gezeigt. Zu sehen ist zum einen das Video, das die Hubschrauber-Kamera geschossen hat, zum anderen wurden Aufnahmen einer auf einem Baum montierten Überwachungskamera ausgestrahlt.

Polizeieinsatz gegen Kim DotcomPolizeieinsatz gegen Kim DotcomPolizeieinsatz gegen Kim DotcomPolizeieinsatz gegen Kim Dotcom

Beide Videos lassen durchaus Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes aufkommen: Der TV-Sender stellt beispielsweise fest, dass der Einsatz des Hubschraubers mit der Tatsache gerechtfertigt wurde, dass die Polizei vom Wachpersonal am Betreten des Geländes gehindert worden wäre. Allerdings ist auf den Aufnahmen zu sehen, dass die Behörden zu diesem Zeitpunkt (bzw. kurz nachdem der Helikopter wieder in der Luft war) bereits auf dem Gelände waren.

Die Aufnahmen des Polizeihubschraubers zeigen, wie dieser sich dem Anwesen von Dotcom nähert und im Innenhof landet. Kurz darauf springen vier bewaffnete Mitglieder eines Sondereinsatzkommandos heraus und rennen zur Eingangstür der Villa.

Im Video ist auch eine Stimme eines Beamten zu hören, der berichtet, dass sich zum Zeitpunkt des Einsatzes gerade einmal zwei Sicherheitsleute am Haupttor ders Anwesens befunden haben, die Polizei aber mit mindestens vier (wohl voll besetzten) Fahrzeugen angerückt ist. Der Reporter des Fernsehsenders beschreibt die Bilder bzw. die Aktion folgendermaßen: "Wenn das etwas amerikanisch aussieht: Das FBI war dort, sowohl vor Ort als auch in der Planungsphase." Dies bestätigte ein neuseeländischer Beamter vor Gericht.

Die auf einem Baum montierte Kamera zeigt das Ausmaß des Einsatzes: "Mehr Hunde, mehr Männer, mehr Waffen", so der 3News-Reporter dazu. "Das Haus ist umstellt und es ist ein signifikanter Beweis der Stärke." Zur Sprache (im Bericht wie vor Gericht) kommt auch noch ein weiteres interessantes Detail: Die Beamten waren nicht in voller Kampfmontur, was einen Widerspruch zu deren Bewaffnung bzw. der angeblichen Bedrohung darstellt. Dazu erklärte der (unkenntlich gemachte) Beamte vor Gericht, dass ein "vollständige taktische Ausrüstung nicht den Umständen angemessen" gewesen wäre.

Siehe auch: Kim Dotcom - Von Polizei 'geschlagen und getreten'
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