Wallbox vs. Steckdose: Der ADAC warnt jetzt vor "Strom-Verlusten"

Wer das Elektroauto an der normalen heimischen Steckdose lädt, verliert Strom und bezahlt mehr. Eine aktuelle Untersuchung zeigt deutlich, wie groß die Ladeverluste im Alltag wirklich ausfallen und warum die Wallbox die bessere Alternative ist.
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ADAC

    Strom "verpufft"

    Beim Aufladen von Elektroautos geht ein Teil der Energie verloren. Der On-Board-Lader wandelt den Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom für die Batterie um. Dabei entsteht Abwärme. Zudem bleiben Bordsysteme aktiv und verbrauchen weiterhin Energie.

    Verbraucher bezahlen dadurch mehr Strom, als tatsächlich für die Reichweite genutzt wird. Besonders deutlich sind die Verluste an einer herkömmlichen Schuko-Steckdose. Bei einer Ladeleistung von zwei bis drei Kilowatt dauert der Ladevorgang lange. Die aktiven Steuergeräte verbrauchen deshalb über viele Stunden Energie.


    Steckdose bleibt eine Notlösung

    Wie hoch die Verluste ausfallen können, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Wie das Presseportal über eine ADAC-Studie berichtet, schnitt die Haushaltssteckdose bei fünf getesteten Elektroautos am schlechtesten ab. Beim Mercedes-Benz CLA EQ gingen fast 25 Prozent der bezogenen Energie verloren. Bei den übrigen Fahrzeugen waren es rund 15 Prozent.

    Der Automobilclub rät daher, den Schuko-Anschluss nur im Notfall zu nutzen. Das Schutzkontaktsystem wurde 1925 patentiert und war ursprünglich für Haushaltsgeräte wie Lampen oder Radios vorgesehen. Leitungen und Kontakte sind nicht für eine stundenlange Dauerbelastung ausgelegt. Im schlimmsten Fall drohen Überhitzung oder Kabelbrände.

    Fest installierte Ladestationen arbeiten effizienter und sicherer. Eine Wallbox ermöglicht eine höhere Ladeleistung. Anschaffung und Installation können zwar mehr als 1000 Euro kosten, verkürzen aber die Ladedauer und verringern den Energieverbrauch der Bordelektronik.

    Bei einer Wallbox mit 4,2 Kilowatt Ladeleistung durch Photovoltaik-Überschuss lagen die Verluste laut Studie unter 13 Prozent. An einer regulären Wallbox mit elf oder 22 Kilowatt sanken sie auf unter sieben Prozent. Der elektrische Kleinwagen Renault R5 war in beiden Ladeszenarien am effizientesten und wies die geringsten Ladeverluste auf.

    Fokus auf Effizienz beim Laden

    Für Besitzer einer Photovoltaikanlage lohnt sich das Laden mit reduziertem Überschussstrom trotz leicht höherer prozentualer Verluste finanziell meist, da der Sonnenstrom günstig ist. Weitere Informationen zur Fahrzeugeffizienz bietet die Datenbank von Green NCAP. Das europäische Verbraucherschutzprogramm bewertet jährlich rund 60 Fahrzeuge hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit.

    In die Bewertung fließen auch Ladeverluste an der heimischen Wallbox ein. Die Industrie muss daher die Effizienz der Ladeelektronik weiter verbessern. Solange On-Board-Lader viel Abwärme erzeugen, zahlen Verbraucher einen zusätzlichen Betrag auf der Stromrechnung.

    Ladet ihr das Elektroauto lieber an der Wallbox oder nutzt ihr noch die normale Steckdose? Teilt eure Erfahrungen mit den Ladeverlusten gerne unten in den Kommentaren mit uns!

    Warum gibt es Ladeverluste beim E-Auto?
    Beim Laden fließt nicht die gesamte Energie aus dem Netz direkt in den Akku. Das liegt daran, dass das Fahrzeug während des Ladevorgangs "wach" ist. Verschiedene Steuergeräte und Bordsysteme benötigen in dieser Zeit aktiv Strom.

    Zudem muss der Wechselstrom aus dem Stromnetz durch den sogenannten Onboard-Charger in Gleichstrom für die Batterie umgewandelt werden. Bei diesem Prozess entsteht unweigerlich Abwärme, was einen weiteren Teil der Energie verbraucht.
    Laden an der Steckdose: Eine gute Idee?
    Die Haushaltssteckdose (Schuko) sollte laut ADAC nur als absolute Notlösung betrachtet werden. Bei einer Ladeleistung von lediglich 2,3 Kilowatt dauert der Ladevorgang extrem lange. Das bedeutet, dass die Bordsysteme stundenlang mitlaufen.

    In der Praxis führt das zu massiven Verlusten von rund 15 Prozent. Bei einigen Modellen, wie dem Mercedes-Benz CLA EQ, gingen im Test sogar fast 25 Prozent der Energie verloren. Zudem besteht bei Dauerbelastung älterer Leitungen Brandgefahr.
    Wie viel Strom spart eine Wallbox?
    Eine fest installierte Wallbox ist deutlich effizienter und schont auf Dauer den Geldbeutel. Lädt man mit der maximal möglichen Leistung von 11 Kilowatt oder 22 Kilowatt, sinken die Ladeverluste bei allen getesteten Fahrzeugen auf unter sieben Prozent.

    Für IT-Profis, die oft im Homeoffice arbeiten und das Auto laden, rechnet sich das schnell. Die Ladezeit verkürzt sich drastisch, wodurch die aktiven Fahrzeugsysteme schneller wieder in den energiesparenden Ruhemodus wechseln können.
    Lohnt sich das Laden mit Solarstrom?
    Das sogenannte PV-Überschussladen ist sehr beliebt, da eigener Solarstrom günstig ist. Hierbei wird die Ladeleistung oft auf beispielsweise 4,2 Kilowatt gedrosselt, um ausschließlich den überschüssigen Strom vom eigenen Dach zu nutzen.

    Obwohl die geringere Ladeleistung die Effizienz im Vergleich zum Volllast-Laden leicht senkt, bleiben die Verluste mit unter 13 Prozent moderat. Wirtschaftlich und ökologisch ist diese Methode für Eigenheimbesitzer meist die beste Wahl.
    Ist schnelles Laden effizienter?
    Ja, beim Laden mit Wechselstrom (AC) zu Hause gilt grundsätzlich: Je höher die Ladeleistung, desto geringer die prozentualen Verluste. Eine hohe Ladeleistung füllt den Akku schneller, wodurch die stromfressenden Steuergeräte zügiger abschalten.

    Es heißt, dass auch beim DC-Schnellladen an der Autobahn hohe Wandlungsverluste entstehen, diese fallen für die heimische Stromrechnung aber nicht ins Gewicht. Für das Laden zu Hause empfiehlt sich die Nutzung der maximalen Wallbox-Kapazität.
    Wo genau entsteht der Stromverlust?
    Der größte Flaschenhals ist der Onboard-Charger (OBC). Dieses Bauteil wandelt den Wechselstrom (AC) des Netzes in den für die Batterie nötigen Gleichstrom (DC) um. Dieser Prozess hat keinen Wirkungsgrad von 100 Prozent, der Rest verpufft als Wärme.

    Hinzu kommen das Batteriemanagementsystem, aktive Kühl- oder Heizkreisläufe für den Akku sowie die Steuergeräte. All diese IT-Komponenten im Auto benötigen während der gesamten Ladezeit kontinuierlich Strom, ähnlich wie ein PC im Leerlauf.
    Zusammenfassung
    • Beim Laden von Elektroautos entstehen Verluste durch Abwärme und Elektronik
    • Die Haushaltssteckdose ist wegen hoher Ladeverluste nur eine Notlösung
    • Laut einer Studie gehen an der Steckdose bis zu 25 Prozent Energie verloren
    • Eine reguläre Wallbox senkt die Energieverluste auf unter sieben Prozent
    • Das Laden mit Solarenergie lohnt sich trotz etwas höherer Verluste meist

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