USA: Auch Polizei stellt ihre Sichtweise auf YouTube

In den letzten Jahren gab es immer wieder Fälle, in denen YouTube-Videos halfen, Polizeigewalt öffentlich zu dokumentieren und damit der einseitigen Darstellung randalierender Demonstranten zu begegnen. Nun suchen wiederum auch Polizisten den Weg über das Netz, um sich gegen falsche Anschuldigungen zu wehren, berichtete die Nachrichtenagentur 'AP'.
Polizei, New York, NYPD
NYPD
Konkret geht es um eine Demonstration der Aktivisten von "Occupy Minnesota" in den USA. Hier kam es zu mehreren Verhaftungen - Videos davon wurden schnell via Smartphone online gestellt. Die Demonstranten beklagten sich, dass sie grob behandelt wurden und es im Vorfeld keine Aufforderung zur Räumung des Platzes gab.

Dem hielt die Polizei allerdings entgegen, dass sie die Anwesenden sehr wohl aufgefordert habe, die Versammlung am fraglichen Ort aufzulösen. Dieser sei nicht Folge geleistet worden. Um ihre Angaben zu untermauern, begannen die Beamten damit, entsprechende Beweisvideos ebenfalls auf YouTube zu veröffentlichen.

"Es frustriert die Streifenbeamten, wenn über ihre Arbeit falsche Tatsachen behauptet oder Ereignisse aus dem Kontext gerissen werden", so Bill Palmer von der Polizei von Minneapolis. "Offen gesagt: Die Anwendung von Gewalt wollen die meisten Leute filmen, das sieht niemals gut aus und der Zusammenhang kann leicht verdreht werden."

Bei der Veröffentlichung des Videomaterials der Polizei aus Minneapolis handelt es sich inzwischen nicht mehr um einen Einzelfall. Viele US-Einsatzstellen versuchen zunehmend auch ihre Sichtweise auf die Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen. Dabei geht es durchaus nicht nur darum, das Handeln auf Demonstrationen zu rechtfertigen. Es wurde auch schon ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie ein Polizist eine Frau schlägt. Dieser wurde anschließend entlassen.

Auch wenn in vielen Fällen sicher auch bei den Polizeivideos durchaus eine subjektive Darstellung auf die Ereignisse ins Netz gestellt wird, trägt ein solcher Schritt in Verbindung mit dem Material der Gegenseite aber zu einer größeren Transparenz bei. Uns das, davon gehen Experten aus, kann gerade in zugespitzten Situationen bei allen Beteiligten etwas Wind aus den Segeln nehmen.
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