Ein Hoch auf die Cloud: Kaputte Motorola-App macht Router unbrauchbar

Besitzer von Motorola-Routern stehen vor einem großen Problem. Die zwingend erforderliche Steuerungs-App funktioniert seit mehreren Wochen nicht mehr. Neue Netzwerk-Geräte lassen sich dadurch nicht einrichten und sind de facto unbrauchbar.
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Motorola

Eigene App blockiert Router

Seit Mitte Mai haben viele Nutzer von Motorola-Routern Berichten zufolge erhebliche Schwierigkeiten. Die zwingend erforderliche App MotoSync+ verweigert auf Smartphones ihren Dienst. Wer ein neues Netzwerkgerät des Herstellers in Betrieb nehmen möchte, muss die Anwendung aber zwingend verwenden. Momentan scheitern Nutzer jedoch schon bei den allerersten Schritten.

Die Fehlerbilder unterscheiden sich dabei je nach Betriebssystem. Auf Apple-Geräten verharrt die App nach dem Start in einer endlosen Ladeschleife. Android-Nutzer erhalten hingegen die konkrete Fehlermeldung, dass die Serverlizenz abgelaufen sei. Das deutet auf ein zentrales Problem in der Infrastruktur hin und nicht auf einen lokalen Fehler auf den Handys der Anwender.


Wie Mashable berichtet, sind auch Bestandskunden betroffen. Zwar funktionieren bereits eingerichtete Geräte vorerst weiter, doch Änderungen an den Einstellungen sind momentan nicht möglich. Auch Vorgänge wie das Hinzufügen neuer Geräte zu einem Mesh-Netzwerk sind damit ausgeschlossen. Selbst ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen lässt sich ohne die App nicht durchführen.

Verworrene Strukturen

Ein genauerer Blick hinter die Kulissen enthüllt eine komplexe Struktur in Bezug auf die Verantwortlichkeit. Die Netzwerkprodukte und die zugehörige Software werden nämlich nicht von Motorola selbst entwickelt. Stattdessen ist dafür die Firma Premier LogiTech verantwortlich, die den Markennamen lediglich lizenziert hat. Diese Trennung von Marke und technischer Umsetzung erschwert wahrscheinlich die Lösungsfindung.

Recherchen zeigen zudem Parallelen zu einem anderen Anbieter auf. Die Benutzeroberfläche der fehlerhaften Software gleicht der App des Konkurrenten Gryphon bis ins Detail. Der Anbieter wies jedoch jegliche Verantwortung für den aktuellen Ausfall von sich.

Motorola schweigt bisher

Die Kommunikation gegenüber der Kundschaft fällt bislang spärlich aus. Auf Anfragen reagiert der Support laut Nutzerberichten oft gar nicht oder nur mit automatisierten Standardantworten. Ein offizielles Stellungsnahme zur Dauer der Störung steht aus. Der Vorfall verdeutlicht die grundsätzlichen Risiken einer starken Abhängigkeit von Software. So wird Hardware ohne Cloud-Dienste unbrauchbar, Verantwortlichkeiten bei Lizenzprodukten sind oft unklar und fehlende lokale Konfigurationsmöglichkeiten sperren Nutzer aus.

Zahlende Abonnenten der Premium-Dienste können ihre gebuchten Funktionen ebenfalls nicht nutzen. Zudem hat der Hersteller seine Router vorerst aus dem eigenen Online-Shop entfernt. Ob und wann die Server wieder erreichbar sein werden und Kunden ihre Router wieder wie vorgesehen nutzen können, bleibt derzeit offen.

Wie bewertet ihr die zunehmende Abhängigkeit von Cloud-Diensten bei lokaler Hardware? Habt ihr selbst schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
  • Die App MotoSync+ verhindert derzeit die Einrichtung von Motorola-Routern
  • Abgelaufene Serverlizenzen machen das Verwenden der App unmöglich
  • Bestandskunden können keine Änderungen an ihren Einstellungen vornehmen
  • Premier LogiTech trägt als Lizenznehmer die technische Verantwortung
  • Motorola hat Router aus dem offiziellen Online-Shop entfernt
  • Antworten des Supports bestehen bisher meist nur aus Standardnachrichten

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