Experte: China ist im Cyberwar keine reale Gefahr

Bei den Cyberwar-Drohkulissen, in denen insbesondere die USA China zu einem massiven Risiko für die nationale Sicherheit aufbauscht, handelt es sich um nichts weiter als unbegründete Propaganda. Zu diesem Schluss kommt der australische Forscher Desmond Ball.
China, Militär, Volksbefreiungsarmee
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Der Professor vom Strategic and Defence Studies Centre an der Australian National University hat die Möglichkeiten Chinas, kritische Infrastrukturen ernsthaft anzugreifen, untersucht und erklärt in einem aktuell veröffentlichten Bericht, dass wohl einige vielbeachtete Hacks und DoS-Angriffe ihren Ursprung in dem Land haben, die eigentlichen Möglichkeiten, offensiv gegen andere Staaten vorzugehen, aber äußerst rudimentär sind.

"China hat bisher nur sehr bedingt erkennen lassen, dass es in der Lage ist, ausgeklügeltere Angriffsmethoden einzusetzen", erklärte Ball. "Die Viren und Trojaner, die sie bisher eingesetzt haben, waren wirklich leicht zu finden und zu entfernen, bevor sie irgendwelche Schäden anrichten oder Daten abgreifen konnten."

Es gebe bisher keinerlei Hinweise darauf, dass aus China stammende "Cyber-Krieger" in hochgradig gesicherte Netzwerke eindringen könnten beziehungsweise wirklich kritische Daten manipulieren oder stehlen könnten. "Sie wären nicht in der Lage, systematisch ausgewählte Kommando-Einrichtungen, die Luftverteidigung und Geheimdienst-Netzwerke zu zerstören", so Ball. Auch heimliche Zugriffe auf Datenbanken, mit denen durch schleichende Manipulationen langfristig großer Schaden anzurichten wäre, lägen außerhalb der derzeitigen Fähigkeiten Chinas.

Seiner Einschätzung nach würden die Cyberwar-Experten in den offiziellen chinesischen Stellen schon deshalb auch keine Attacken gegen andere Länder empfehlen, weil sie einen Gegenangriff auf eine schlecht gesicherte Infrastruktur fürchten müssten. Was Anti-Viren-Technologien und Netzwerk-Sicherheit angeht, hinkt China laut Ball noch weit hinter anderen Nationen her.

"Chinas Cyberwar-Einrichtungen müssen die Breite und Tiefe der Kenntnisse über moderne digitale Informationswege sowie die technische Expertise, die ihren Gegnern zur Verfügung stehen, regelrecht fürchten", so der Forscher. Dies wird sich seiner Einschätzung nach auch in den kommenden Jahrzehnten kaum ändern.
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