EES-Flughafen-Chaos: Neues Einreisesystem zeitweise abgeschaltet
Wie lässt sich das aktuelle Stau-Chaos durch das neue Entry-Exit-System der EU an den Flughäfen noch bewältigen? Wegen der zeitaufwendigen biometrischen Erstregistrierung von Reisenden greifen die Grenzbehörden zu einer drastischen Maßnahme.
In der laufenden Hauptreisesaison führt das System jedoch zu stundenlangen Wartezeiten und verpassten Anschlussflügen. Ursache der Verzögerungen ist die Erstregistrierung. Da das Verfahren neu ist, muss nahezu jeder Einreisende vollständig erfasst werden.
An Drehkreuzen wie Frankfurt, Paris und Mailand stauen sich die Passagiere. Am Flughafen Brüssel verpassten innerhalb von 21 Stunden rund 600 Reisende ihren Flug. Um einen vollständigen Kollaps zu verhindern, griffen die Behörden zu einer pragmatischen Lösung.
Bei drohender Überlastung wird die Erfassung biometrischer Daten vorübergehend ausgesetzt. Wie Politico meldet, bestätigten Führungskräfte von Fluggesellschaften wie Lufthansa und Air France-KLM das zeitweise Abschalten. Das Vorgehen sei durch die Verordnung gedeckt, die Ausnahmen bei "außergewöhnlichen Umständen" zulasse. Auf Druck der Reisebranche erteilte die EU-Kommission eine Sondergenehmigung bis Anfang September.
Trotz der Abschaltungen betonen die Grenzbehörden, dass die Sicherheit im Schengen-Raum gewahrt bleibe. Reisende würden weiterhin im IT-System erfasst und ihre Dokumente mit bestehenden Datenbanken abgeglichen. Das Verfahren diene nicht nur der Kontrolle, sondern liefere auch statistische Daten für die europäische Grenzschutzagentur Frontex.
Für Reisende ist das aktuelle Vorgehen nur ein Vorgeschmack. 2027 soll das European Travel Information and Authorization System starten. Das System ähnelt dem bekannten US-Verfahren und verpflichtet künftig alle visumbefreiten Personen zu einer kostenpflichtigen Online-Voranmeldung vor Reiseantritt.
Habt ihr in diesem Sommer bereits Erfahrungen mit dem neuen System gemacht? Teilt eure Erlebnisse und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren. Was meint ihr dazu?
Siehe auch:
Chaos an Europas Flughäfen
An europäischen Flughäfen sorgt das neue Entry-Exit-System der Europäischen Union derzeit für erhebliche Probleme. Das digitale Grenzmanagement verpflichtet Drittstaatsangehörige seit dem Start im April 2026 zur Abgabe biometrischer Daten wie Fingerabdrücken und Gesichtsscans.In der laufenden Hauptreisesaison führt das System jedoch zu stundenlangen Wartezeiten und verpassten Anschlussflügen. Ursache der Verzögerungen ist die Erstregistrierung. Da das Verfahren neu ist, muss nahezu jeder Einreisende vollständig erfasst werden.
An Drehkreuzen wie Frankfurt, Paris und Mailand stauen sich die Passagiere. Am Flughafen Brüssel verpassten innerhalb von 21 Stunden rund 600 Reisende ihren Flug. Um einen vollständigen Kollaps zu verhindern, griffen die Behörden zu einer pragmatischen Lösung.
Bei drohender Überlastung wird die Erfassung biometrischer Daten vorübergehend ausgesetzt. Wie Politico meldet, bestätigten Führungskräfte von Fluggesellschaften wie Lufthansa und Air France-KLM das zeitweise Abschalten. Das Vorgehen sei durch die Verordnung gedeckt, die Ausnahmen bei "außergewöhnlichen Umständen" zulasse. Auf Druck der Reisebranche erteilte die EU-Kommission eine Sondergenehmigung bis Anfang September.
Personalmangel und die Folgen
Die Wurzeln des Programms reichen bis 2017 zurück. Ursprünglich sollte das System Personen mit abgelaufenen Visa schneller identifizieren und Identitätsbetrug bekämpfen. Der Start wurde jedoch mehrfach verschoben, weil es an technischer und personeller Vorbereitung mangelte. Auch derzeit klagen die Kontrollteams über eine erhebliche Überlastung.Mit EES werden Ein- und Ausreisen von Personen digital registriert, die für einen Kurzaufenthalt (maximal 90 Tage innerhalb von 180 Tagen) in den Schengen-Raum reisen. Ausgenommen hiervon sind unter anderem Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz sowie Inhaber von Aufenthaltstiteln und Visa für den längerfristigen Aufenthalt.Um den regulären Betrieb aufrechtzuerhalten, wären in Spitzenzeiten deutlich mehr Einsatzkräfte erforderlich. Bei einer Notabschaltung überprüfen die Beamten die Ausweise daher in verkürzter Form manuell, anstatt die Reisenden vollständig zu registrieren.
Trotz der Abschaltungen betonen die Grenzbehörden, dass die Sicherheit im Schengen-Raum gewahrt bleibe. Reisende würden weiterhin im IT-System erfasst und ihre Dokumente mit bestehenden Datenbanken abgeglichen. Das Verfahren diene nicht nur der Kontrolle, sondern liefere auch statistische Daten für die europäische Grenzschutzagentur Frontex.
Blick auf das kommende ETIAS
Während die EU-Kommission das Verfahren als modernen Ersatz für das fehleranfällige Stempeln von Pässen verteidigt, fordern acht Mitgliedstaaten sowie die Schweiz bereits eine Verlängerung der Notfallregel. Eine strikte Vollanwendung berge erhebliche Risiken für die öffentliche Ordnung an den Außengrenzen.Für Reisende ist das aktuelle Vorgehen nur ein Vorgeschmack. 2027 soll das European Travel Information and Authorization System starten. Das System ähnelt dem bekannten US-Verfahren und verpflichtet künftig alle visumbefreiten Personen zu einer kostenpflichtigen Online-Voranmeldung vor Reiseantritt.
Habt ihr in diesem Sommer bereits Erfahrungen mit dem neuen System gemacht? Teilt eure Erlebnisse und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren. Was meint ihr dazu?
Warum staut es sich an EU-Grenzen?
Das neue Entry-Exit-System (EES) der EU verlangt von Einreisenden aus Drittstaaten die Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichtsscans. Da das System seit April 2026 voll aktiv ist, müssen fast alle Reisenden erstmals komplett erfasst werden.
Dieser Prozess erfordert viel Zeit und Personal an den Terminals. An großen Drehkreuzen wie Frankfurt, Paris oder Brüssel führte dies bereits zu massiven Verzögerungen. In Brüssel verpassten laut Berichten 600 Reisende in nur 21 Stunden ihren Flug.
Dieser Prozess erfordert viel Zeit und Personal an den Terminals. An großen Drehkreuzen wie Frankfurt, Paris oder Brüssel führte dies bereits zu massiven Verzögerungen. In Brüssel verpassten laut Berichten 600 Reisende in nur 21 Stunden ihren Flug.
Fällt das neue EU-System gerade aus?
Nein, es handelt sich nicht um einen technischen Ausfall oder einen Bug im Code. Die IT-Infrastruktur funktioniert grundsätzlich, ist aber dem massiven Ansturm in der Sommerreisezeit logistisch und personell schlichtweg nicht gewachsen.
Um einen kompletten Kollaps zu verhindern, greifen Behörden zu einer drastischen Maßnahme: Sie deaktivieren die biometrische Erfassung an den EES-Kiosken einfach temporär, sobald die Warteschlangen zu lang werden.
Um einen kompletten Kollaps zu verhindern, greifen Behörden zu einer drastischen Maßnahme: Sie deaktivieren die biometrische Erfassung an den EES-Kiosken einfach temporär, sobald die Warteschlangen zu lang werden.
Muss ich meine Biometrie abgeben?
Grundsätzlich ja, wenn Sie als Nicht-EU-Bürger in den Schengen-Raum einreisen. Ihre Daten werden dann für drei Jahre gespeichert. Sind die Systeme jedoch wegen Überlastung deaktiviert, entfällt dieser Schritt vorübergehend.
In solchen Fällen werden Ihre Reisedokumente wie gewohnt in verkürzter Form manuell überprüft. Es heißt, dass Reisende beispielsweise am Londoner Bahnhof St. Pancras zeitweise nur noch ihren Pass vorzeigen mussten.
In solchen Fällen werden Ihre Reisedokumente wie gewohnt in verkürzter Form manuell überprüft. Es heißt, dass Reisende beispielsweise am Londoner Bahnhof St. Pancras zeitweise nur noch ihren Pass vorzeigen mussten.
Ist die Grenzsicherheit gefährdet?
Offizielle Stellen betonen, dass die Sicherheit trotz der Notabschaltungen absolute Priorität hat. Die Reisenden werden weiterhin im EES registriert und die Passdaten systematisch mit den Fahndungsdatenbanken abgeglichen.
Kritiker könnten jedoch anmerken, dass ohne den biometrischen Abgleich ein wichtiges Feature zur Erkennung von Identitätsbetrug fehlt. Die EU-Kommission lobte die Biometrie zuvor als essenziell für moderne, fälschungssichere Checks.
Kritiker könnten jedoch anmerken, dass ohne den biometrischen Abgleich ein wichtiges Feature zur Erkennung von Identitätsbetrug fehlt. Die EU-Kommission lobte die Biometrie zuvor als essenziell für moderne, fälschungssichere Checks.
Ist die Abschaltung überhaupt legal?
Ja, die Behörden handeln hier völlig legal. Die EES-Verordnung enthält eine Klausel für außergewöhnliche Umstände. Unter dem Druck der Luftfahrtbranche hat die EU-Kommission eine offizielle Sondergenehmigung erteilt.
Diese Ausnahmeregelung gilt vorerst bis zum 6. September 2026. Angeblich fordern aber bereits acht EU-Staaten sowie die Schweiz eine Verlängerung dieser Frist, da die personelle Infrastruktur weiterhin unzureichend sei.
Diese Ausnahmeregelung gilt vorerst bis zum 6. September 2026. Angeblich fordern aber bereits acht EU-Staaten sowie die Schweiz eine Verlängerung dieser Frist, da die personelle Infrastruktur weiterhin unzureichend sei.
Wann läuft das System reibungslos?
Das ist derzeit schwer abzuschätzen. Das Hauptproblem ist die aufwendige Erstregistrierung fast aller Reisenden. Sobald ein Großteil der Vielflieger im System erfasst ist, dürften die Abfertigungszeiten an den Terminals deutlich sinken.
Zudem klagen Gewerkschaften über massiven Personalmangel. Am Flughafen Mailand-Malpensa bräuchte es laut Vertretern in Spitzenzeiten 10 bis 15 zusätzliche Beamte, um den regulären EES-Betrieb ohne Staus aufrechtzuerhalten.
Zudem klagen Gewerkschaften über massiven Personalmangel. Am Flughafen Mailand-Malpensa bräuchte es laut Vertretern in Spitzenzeiten 10 bis 15 zusätzliche Beamte, um den regulären EES-Betrieb ohne Staus aufrechtzuerhalten.
Zusammenfassung
- Das neue EU-Entry-Exit-System EES sorgt für großes Chaos an Flughäfen
- Die biometrische Erfassung führt zu extrem langen Wartezeiten für Reisende
- Bei einer Überlastung wird die biometrische Erfassung oft ausgesetzt
- Die Ausnahmeregelung der EU wegen Personalmangels gilt bis September
- Schon jetzt fordern acht EU-Staaten eine Verlängerung der Notfallregel
- Als nächster Schritt soll im Jahr 2027 das neue Reisesystem ETIAS folgen
Siehe auch:
- Biometrie: Menschen lassen sich in WLANs eindeutig identifizieren
- Fingerabdrücke im Perso: Deutsches Gericht bestätigt Biometrie-Pflicht
- Tausende Datensätze: Hacker kaufen Biometrie-Koffer des US-Militärs
- Microsoft: Wir verkaufen keine Biometrie an die Polizei der USA
- Die nächste Biometrie-Idee: Apple arbeitet am Hautstruktursensor
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