VATM: Gratis-Warteschleifen sind ein Problem
Darauf wies Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Telekommunikations-Branchenverbands VATM, gegenüber der Berliner Tageszeitung 'Tagesspiegel' hin. Für die Nutzer von Prepaid-Handys könnten Anrufe bei solchen Hotlines unmöglich werden.
Technisch ist es offenbar nicht möglich, während eines Telefonats das Gebührenmodell zwischen einem Gratis-Anruf und einem kostenpflichtigen Gespräch umzustellen. Deshalb wird zukünftig lediglich die Zeit, die ein Anrufer in der Warteschleife hängt, gespeichert und der Rechnungsbetrag anschließend entsprechend korrigiert.
Bei Prepaid-Handys werden allerdings keine Rechnungsdaten erhoben. Statt dessen wird nur die jeweilige Taktung von einem Guthabenkonto abgezogen. Für sechs Millionen Handy-Besitzer mit Prepaid-Karte müssten kostenpflichtige Hotline deshalb zumindest für einen bestimmten Zeitraum gesperrt werden.
Die Nutzung einer anderen technischen Grundlage, mit der auch Prepaid-User entsprechend berücksichtigt werden können, ist theoretisch möglich. Allerdings werde die Umstellung auf solche Abrechnungssysteme Millionen kosten, erklärte Grützner.
Unternehmen werden also entweder Prepaid-Nutzer ganz aussperren oder aber: "Diensteanbieter wie Fluggesellschaften, Versicherer oder Banken werden die Kosten auf die Kunden umlegen", erklärte der VATM-Chef. Er bezeichnete den Beschluss der Bundesregierung damit als letztlich "technisch unausgegoren".
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