Intel will Milliardenstrafe der EU nicht bezahlen

Prozessoren Der Halbleiterkonzern Intel will die von der EU wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens verhängte Geldstrafe von 1,06 Milliarden Euro nicht zahlen, oder zumindest eine Reduzierung der Summe durchsetzen. Das Unternehmen wirft der EU-Kommission deshalb Fehler vor. In neuen Papieren, die Intel bei der Europäischen Union eingereicht hat, behauptet das Unternehmen, dass die Höhe der Strafe in keinem Verhältnis zu den Vergehen des Unternehmens steht. Angeblich hat die EU nicht genügend Beweise dafür vorgelegt, dass Intel tatsächlich seine Marktmacht ausgenutzt hat, um den Konkurrenten AMD aus dem Markt zu drängen.

Die EU habe nicht ausreichend geprüft, ob AMD durch Intels Rabatte und andere wettbewerbsverzerrende Maßnahmen tatsächlich Schaden zugefügt wurde und wie sich die Rabatte auf die Verkäufe an europäische Kunden ausgewirkt haben. AMD habe in der Zeit von 2002 bis 2007 tatsächlich seinen Marktanteil steigern können, so zumindest Intel.

Es sei daher die Schuld des Konkurrenten selbst, wenn dieser weniger Chips verkaufe oder seine Prozessoren nicht an jeden Hersteller verkaufen könne. Intel behauptet außerdem, dass die EU-Kommission die Rechte des Unternehmens verletzt hat, weil man auf zusätzliche Anhörungen und die Beschaffung von bestimmten Dokumenten von AMD verzichtete.

Ein Gericht soll die Rekordstrafe nun entweder hinfällig machen oder zumindest reduzieren. Die EU hatte Intel gezwungen, seine illegalen Verkaufstaktiken zu unterbinden, bei denen das Unternehmen Prozessoren zu vergünstigten Preisen an PC-Hersteller wie Acer, Dell, HP, Lenovo und NEC abgegeben hatte, wenn diese im Gegenzug größtenteils auf die Verwendung von AMD-CPUs verzichteten oder damit ausgestattete Systeme verspätet auf den Markt brachten.

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