Gigabit-Grundbuch: Neues Gesetz soll Glasfaserausbau beschleunigen

Die Bundesregierung plant Änderungen am Telekommunikations­gesetz, um den Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen zu beschleunigen. Durch die Anpassungen sollen Gebäude und Wohnungen leichter an schnelle Gigabit-Netze angebunden werden.
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  • Deutsche Regeln werden an EU-Vorgaben für Gigabit-Netze angepasst
  • Neue Vorgaben sollen die Glasfaserverkabelung in Gebäuden verbessern
  • Ein zentrales Gigabit-Grundbuch bündelt Daten für Ausbauprojekte
  • Die veraltete Kupferinfrastruktur weicht langfristig der Glasfaser
  • Der Übergang soll marktgetrieben und für alle Beteiligten fair ablaufen
  • Bundestagsabgeordnete beraten ab dem 9. Oktober 2026 über das Vorhaben

Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen

Im Mittelpunkt steht die Anpassung deutscher Regeln an die europäische Gigabit-Infrastrukturverordnung. Das Telekommunikationsgesetz legt seit Jahren fest, unter welchen Bedingungen Netzbetreiber ausbauen und welche Pflichten sie dabei erfüllen müssen.

Nun sollen unter anderem die Vorgaben für die Verkabelung innerhalb von Gebäuden überarbeitet werden. Gerade dort kann der Ausbau ins Stocken geraten: Eine Glasfaserleitung vor dem Haus bedeutet noch nicht automatisch, dass der Anschluss auch in jeder Wohnung ankommt.


Gigabit-Grundbuch

Zusätzlich plant die Bundesregierung ein sogenanntes Gigabit-Grundbuch. Darin sollen wichtige Informationen für den Netzausbau an einer zentralen Stelle zusammenlaufen.

Daten über vorhandene Leitungen, Ausbauvorhaben und weitere infrastrukturelle Voraussetzungen könnten Planungen für Unternehmen und Behörden vereinfachen. Ziel ist es, Doppelarbeit zu vermeiden und Ausbauprojekte schneller auf den Weg zu bringen.

Als nächstes: Abschied vom Kupfernetz vorbereitet

Der Gesetzentwurf befasst sich zugleich mit einem grundlegenden Technologiewechsel: Langfristig soll die bisherige Kupferinfrastruktur durch reine Glasfaseranschlüsse ersetzt werden. Die alten Telefonleitungen aus Kupfer prägten die Telekommunikation über mehr als ein Jahrhundert. Mit Technologien wie DSL und VDSL wurden sie zwar immer wieder technisch aufgerüstet, bei hohen Bandbreiten und stabilen Datenraten stoßen sie jedoch an Grenzen.

Glasfaser überträgt Daten mit Lichtsignalen und gilt als deutlich leistungsfähiger. Sie kann hohe Geschwindigkeiten auch über längere Strecken bereitstellen und ist weniger anfällig dafür, dass die Leistung mit der Entfernung zum Verteilerkasten sinkt. Die Bundesregierung bezeichnet den Wechsel von Kupfer zu Glasfaser deshalb als eines der großen Infrastrukturvorhaben der vergangenen und kommenden Jahre. Infografik Breitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen InternetBreitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen Internet Der Umbau soll allerdings nicht abrupt erfolgen. Mit den geplanten Regelungen will die Regierung frühzeitig Bedingungen für eine marktgetriebene, faire und effiziente Migration schaffen. Grundlage ist der europäische Kodex für die elektronische Kommunikation, der in seiner Neufassung von 2018 Vorgaben für die Telekommunikationsmärkte innerhalb der EU enthält.

Parlament berät im Oktober

Noch handelt es sich um einen Gesetzentwurf. Der Bundestag soll sich am 9. Oktober 2026 erstmals damit befassen. Anschließend geht das Vorhaben zur weiteren Beratung in die Ausschüsse; federführend ist der Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung. Erst nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens kann aus dem Entwurf geltendes Recht werden.

Nutzt ihr bereits einen reinen Glasfaseranschluss oder seid ihr noch im VDSL-Netz unterwegs? Teilt eure Erfahrungen beim Netzausbau gerne mit uns in den Kommentaren.

Siehe auch:
Nadine Juliana Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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