US-Gesundheitsminister: KI wird uns von der Fakten-Tyrannei befreien

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. preist künstliche Intelligenz als Befreiung von medizinischer Bevormundung an. Während er Expertenwissen infrage stellt, kämpfen die USA aktuell mit einem tödlichen Masern-Ausbruch.
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WinFuture/KI-generiert

    KI als Befreiung von Ärzten

    US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. (RFK Jr.) hat einem Kongress in Washington künstliche Intelligenz als Mittel gegen eine angebliche medizinische Bevormundung angepriesen. Der für seine impfkritische Haltung bekannte Politiker erklärte, dass künstliche Intelligenz Patienten eine Zweitmeinung bieten könne, die besser informiert sei als jeder Arzt im Land. Das Ziel der US-Regierung sei es, jedem Bürger den Zugang zu der Technologie zu erleichtern, um die Dominanz von Gesundheitsexperten zu brechen.

    Kennedys Vorstoß entbehrt nicht einer gewissen (ok, einer gewaltigen) Ironie, denn die Vereinigten Staaten kämpfen derzeit mit einem Masern-Ausbruch, einer Infektionskrankheit, die in vielen Ländern, auch den USA, als unter Kontrolle galt. Die nationale Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) bestätigte am selben Tag den zweiten Masern-Toten auf Bundesebene, während landesweit 3659 Infektionen registriert wurden - die CDC zählt hier aber vier Masern-Tote aus Pennsylvania wegen eines Streits zwischen Gouverneur Josh Shapiro und Kennedy Jr. nicht mit.


    Obwohl also schwere und tödliche Krankheiten grassieren, stellte der Minister den Nutzen von Impfungen, Masken und sozialer Distanzierung öffentlich infrage. Er behauptete, künstliche Intelligenz könne die Vorgaben der Experten korrigieren.

    Sponsoren aus der KI-Branche

    Der Make-America-Healthy-Again-Kongress, auf dem Kennedy sprach, wurde teilweise von großen Technologieunternehmen finanziert. Wie Politico berichtet, gehörten KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic zu den Sponsoren der Veranstaltung.

    Die Behauptung des Ministers, Chatbots würden seine Ansichten zu Infektionsschutzmaßnahmen stützen, lässt sich in der Praxis nicht belegen. Fragt man gängige Textgeneratoren nach der Wirksamkeit von Masken oder Impfungen zur Verhinderung von Übertragungen, stimmen die Antworten der Maschinen mit dem wissenschaftlichen Konsens überein.

    Die Systeme raten nicht von Schutzmaßnahmen ab, sondern bestätigen deren Nutzen bei der Eindämmung von Atemwegserkrankungen. Das kommentierte Ars Technica im Vorspann trocken: "KI ist bei weitem keine perfekte Informationsquelle. Doch sie scheint weniger Halluzinationen zu haben als Kennedy."

    Die zunehmende Verflechtung der Gesundheitsbewegung mit Konzernen sorgt für Unmut unter früheren Weggefährten Kennedys. Kritiker aus seinem eigenen Umfeld werfen der Bewegung Interessenkonflikte und eine zu große Nähe zur Industrie vor. Anstatt wie ursprünglich geplant die Einflussnahme der Industrie auf die Regierung aufzudecken, baue die Bewegung nun ihre eigenen Verbindungen zu Unternehmen auf.

    Würdet ihr bei Krankheiten einem Chatbot mehr vertrauen als medizinischem Fachpersonal? Was meint ihr dazu? Teilt eure Gedanken unten in den Kommentaren mit uns!

    Zusammenfassung
    • US-Gesundheitsminister Kennedy preist KI als Mittel gegen Mediziner an
    • Der Politiker will die angebliche Dominanz von Gesundheitsexperten brechen
    • Trotz eines Masern-Ausbruchs bezweifelt Kennedy den Nutzen von Impfungen
    • Große KI-Konzerne wie OpenAI und Anthropic sponserten den MAHA-Kongress
    • Gängige Chatbots stützen Kennedys Thesen nicht und betonen den Schutz nutzen
    • Frühere Weggefährten werfen der Gesundheitsbewegung Industrienähe vor

    Siehe auch:
    Witold Pryjda

    Senior Redakteur

    Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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