Schweden: Musikindustrie setzt Provider unter Druck
In einem Schreiben an Unternehmen, auf deren Hostern BitTorrent-Tracker betrieben werden, weist die IFPI darauf hin, dass auf den entsprechenden Seiten große Mengen an urheberrechtlich geschütztem Material verfügbar gemacht werden. Die Hoster werden aufgefordert, solche Aktivitäten zu unterbinden - andernfalls werde man seitens des Verbandes die "notwendigen Schritte einleiten", hieß es.
Das Vorgehen fruchtet offenbar. Wie das Magazin 'TorrentFreak' berichtet, wurden inzwischen mehrere Tracker abgeschaltet. Verschiedene Firmen haben sich also dem Druck der Musikindustrie gebeugt. Lediglich der Provider Portlane wies das Ansinnen zurück und reichte eine Beschwerde beim Wettbewerbsgericht ein.
"Unsere Kunden empfinden das Schreiben der IFPI als einseitig, schwarzweißmalerisch und drohend", heißt es in der Eingabe des Unternehmens. Man sehe sich nicht in der Position, den Vertrag mit einem Kunden zu brechen, weil dieser nach Hörensagen illegales tut.
Nach Ansicht von Jonas Forzelius, Anwalt von Portlane, verstößt die IFPI mit ihrem Brief, der mit finanziellen Forderungen droht, gegen schwedisches Recht. Der Verband versuche, Provider möglichst weitgehend unter Druck zu setzen, da es nicht viele Unternehmen wagen werden, sich auf einen Rechtsstreit mit einer Organisation, die über solch hohe Ressourcen verfügt, einzulassen, so Forzelius weiter.
Schwedische Gerichte haben schon mehrfach vergleichbare Schreiben in anderen Zusammenhängen für unzulässig erklärt. Dabei wurden teils Geldbußen um die 50.000 Euro verhängt.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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