Berlin: Betreiber von Neonazi-Webradio verhaftet

Recht, Politik & EU Die Polizei nahm gestern sechs Personen fest, die ein rechtsextremes Webradio betrieben haben sollen. Ihnen werden nach Angaben der Behörden insgesamt über 250 Straftaten zur Last gelegt. Die Ermittlungen leiteten die Staatsanwaltschaft Berlin sowie der Polizeiliche Staatsschutz. Gestern schlugen die Beamten in Berlin und vier weiteren Bundesländern zu. Sie verhafteten die Verdächtigen und durchsuchten deren Wohnungen. Dabei wurden Computer, CDs und Waffen sichergestellt, hieß es.

Wie die Ermittler mitteilten, seien die Verdächtigen wohl mehrmals wöchentlich mit einem Radioprogramm "Von Nationalen für Nationale" online gewesen. Gespielt wurde demnach vornehmlich Musik aus der Neonazi-Szene. Eine Reihe der Titel habe dabei den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

Die Sendungen seien zudem von Parolen aus der Hitler-Diktatur und Beiträgen, in denen der Holocaust geleugnet wurde, durchsetzt gewesen. Auf der zu dem Webradio gehörenden Seite wurden den Angaben zufolge ebenfalls die Verbrechen der Nazis verharmlost und auch Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoffen bereitgestellt, hieß es.

In den kommenden Tagen sollen die sichergestellten Beweismittel ausgewertet werden. Die Beschuldigten, darunter auch zwei Frauen in Alter von 19 und 31 Jahren, sitzen derweil in Untersuchungshaft.
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