Jugendschutz im Internet praktisch nicht existent



Meidinger forderte eine umfassende pädagogische und erzieherische Offensive, um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit dieser Entwicklung allein gelassen werden. Gefordert seien Politik, Lehrer und Eltern gleichermaßen.

Zwar sei es eine Illusion zu glauben, durch gesetzliche Verbote wäre dieses Problem zu lösen, das heiße aber nicht, dass nicht zum Beispiel über eine stärkere politische Einflussnahme auf Suchmaschinen und die obligatorische Integration von Schutzfiltern in Computerbetriebssystemen Verbesserungen erzielbar seien, so der Verbandschef.

An die Eltern appellierte Meidinger, ihre Erziehungsverantwortung im Bereich der Internetnutzung durch ihre Kinder ernst zu nehmen. "Zwar ist es eine Binsenweisheit, dass heute wohl fast jeder Zwölfjährige über eine größere Internetkompetenz als seine Eltern verfügt. Es ist aber enorm bedeutsam, dass Eltern mit ihren Kindern über deren Interneterfahrungen und Internetkontakte reden. Väter und Mütter müssen sich dafür interessieren, was sich in den Köpfen und auf den Computern ihrer Söhne und Töchter abspielt", so Meidinger weiter.

Aber auch die Lehrkräfte und Schulleitungen dürften die Augen vor der geänderten Realität nicht verschließen: " Zum einen muss sich der Sexualitätsunterricht auf die neuen Gegebenheiten einstellen und auch stärker auf bisher ausgesparte Inhalte eingehen, um die Fragen und Probleme Jugendlicher aufzufangen. Zum anderen darf es keine Toleranz geben, wenn Porno- oder Gewaltvideos auf Speichermedien in die Schule mitgebracht werden. Wer damit erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen!"
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