England: Fingerabdruck des Regierungschefs gesucht

Datenschutz Nachdem der Chaos Computer Club (CCC) kürzlich auf sich aufmerksam machte, indem er einen Fingerabdruck des Innenministers Wolfgang Schäuble veröffentlichte, nimmt man sich in Großbritannien diese Aktion zum Vorbild und sucht nun nach Fingerabdrücken des britischen Regierungschefs. So haben die Bürgerrechtler No2ID und Privacy International eine Belohnung von 1000 Pfund (1260 Euro) ausgesetzt. Wer den Fingerabdruck des Ministerpräsidenten Gordon Brown oder der Innenministerin Jacqui Smith liefert, soll dieses Geld erhalten. Auf ihren Internetseiten veröffentlichten sie jetzt ein Wanted-Plakat, auf dem Brown und Smith Verschwörung und Identitätsdiebstahl vorgeworfen wird.


Mit der Aktion will man vor allem das Interesse der Politiker auf die Sammlung von biometrischen Identifikationsmerkmalen lenken. Bedingung ist, dass der Fingerabdruck legal erworben wurde, beispielsweise von einer harten Oberfläche wie einem Glas oder einem Türgriff. Die Belohnung wird nicht dem Sammler ausgezahlt, sondern einer von ihm genannten Stiftung.

In Großbritannien existiert der Plan, alle zehn Fingerabdrücke aller Bürger in einer großen Datenbank zu speichern, um Verbrechen schneller aufklären zu können. Bürgerrechtler halten dies für bedenklich, da alle Bürger zu Kriminellen werden würden. Zudem hat man Angst um die Sicherheit der Daten, da es in der Vergangenheit immer wieder zu Verlusten kam.
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