Shein: Masseneinfuhr gegen hohe EU-Gebühren für Billigpakete

Wie schafft man chinesische Billigprodukte trotz der neuen EU-Regelungen, die Kleinsendungen direkt aus China deutlich teurer machen, möglichst günstig nach Europa? Man baut ein gigantisches Verteilzentrum in der EU. Genau dies tut die chinesische Handelsplattform Shein jetzt in Polen.
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WinFuture/Symbolbild
  • Shein investiert zunächst 500 Millionen Euro in den Standort in Magnice
  • Etwa 10.000 Angestellte sollen den Warenvertrieb in die EU organisieren
  • Insgesamt 6500 autonome Roboter unterstützen künftig die Arbeitsabläufe
  • Seit dem 1. November 2026 verlangt die EU fünf Euro Abgabe je Paketsendung
  • Sinkende Umsätze in Europa veranlassen den Händler zu dieser Reaktion
  • Lokale Lagerhaltung soll die neuen EU-Zusatzkosten künftig umschiffen

Shein liefert Billigprodukte per Umweg über Polen

Der chinesische Online-Marktplatz Shein hat den massiven Ausbau seines Logistikzentrums in Polen angekündigt. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben zunächst 500 Millionen Euro in der Kleinstadt Magnice bei Breslau investieren. Bald sollen dort insgesamt rund 10.000 Menschen arbeiten, um den Vertrieb von Produkten aus China in diverse EU-Staaten zu organisieren.

In Magnice betreibt Shein bereits seit 2022 ein großes Logistikzentrum, das nun stark wachsen soll. Shein will mit dem Ausbau unter anderem die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette gegenüber möglichen Störungen steigern. Es solle neue, effizientere, flexiblere und störungsresistentere Abläufe in Europa geben, so ein Pressesprecher von Shein gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Mehr Mitarbeiter, aber auch mehr Roboter

Neben dem Ausbau der Mitarbeiterzahl will Shein auch in eine erhebliche Steigerung der Automatisierung investieren. Dazu sollen künftig insgesamt 6.500 autonom arbeitende Roboter in dem erweiterten Logistikzentrum die Prozesse rund um Lagerung und Abwicklung von Produkten unterstützen, heißt es.

Mit dem Ausbau des Logistikzentrums in Polen reagiert Shein auf die Auswirkungen der Maßnahmen gegen den Import von Billigprodukten aus China per Direktversand, mit dem das Unternehmen neben Temu und Aliexpress in den letzten Jahren massiv expandieren konnte. Seit dem 1. November 2026 hat die EU die bei der Einfuhr von Produkten im Wert von weniger als 150 Euro aus China anfallenden Zusatzabgaben erneut erhöht, wodurch nun für jede Sendung ein Aufschlag von fünf Euro anfällt.

Die Umsätze von Shein waren in Europa im zweiten Quartal 2026 erheblich gesunken, weil die Kunden oft nicht bereit sind, die zusätzlichen Kosten beim Kauf von eigentlich sehr günstigen Produkten hinzunehmen. Mit dem Ausbau seines Logistikzentrums versucht Shein, wo man vor allem auf günstige Bekleidung setzt, die Zusatzkosten zu umschiffen, indem man größere Mengen bestimmter Produkte lokal vorhält und so ohne Zusatzkosten weiter sehr billig verkaufen kann.

Siehe auch:
Roland Quandt

Redakteur für Smartphones & Leaks

Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.

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