Shein, Temu und Co.: EU plant Paketgebühr für China-Online-Händler
Die EU will eine Bearbeitungsgebühr für chinesische Online-Pakete bereits 2026 einführen - zwei Jahre früher als geplant. Das Vorhaben zielt auf Plattformen wie Shein und Temu ab und soll europäische Händler vor unfairem Billig-Wettbewerb schützen.
Die EU-Zollbehörden bearbeiteten 2024 etwa 4,6 Milliarden Pakete mit geringem Wert - eine Verdopplung seit 2023 und Verdreifachung seit 2022. Täglich erreichen durchschnittlich 12,6 Millionen günstige Pakete die EU und schaffen erhebliche logistische Herausforderungen für die Zollbehörden. Viele dieser Sendungen nutzen die sogenannte De-minimis-Regelung aus, die Waren unter 150 Euro von Zollgebühren befreit.
Wie die Financial Times berichtete, forderte Handelskommissar Maroš Šefčovič die EU-Finanzminister in einem Brief zur beschleunigten Umsetzung auf. Ursprünglich sollten diese Regelungen verhindern, dass der Zoll von persönlichen Geschenken und kleinen Paketen überlastet wird - nicht als Schlupfloch für E-Commerce-Riesen dienen. Infografik: Jeder Vierte hat schon bei Temu eingekauft
Chinesische Plattformen haben sich asymmetrische Vorteile verschafft, indem sie Zollschlupflöcher ausnutzen und direkt von China an Verbraucher weltweit versenden, wodurch sie die hohen Lagerkosten umgehen, die Plattformen wie Amazon tragen. Experten erklären, dass Temu und Shein sich Versandkosten dank massiver Produktionsvolumen und chinesischer Regierungssubventionen leisten können, was ihnen einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber europäischen Unternehmen verschafft.
Was haltet ihr von der geplanten EU-Gebühr für chinesische Pakete? Seht ihr darin fairen Wettbewerb oder Protektionismus? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
EU beschleunigt Vorgehen gegen China-Pakete
Die Europäische Union plant eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro pro Paket für Direktsendungen an Verbraucher und 50 Cent für Sendungen an EU-Lager. Die Kommission will diese Maßnahme bereits in der ersten Hälfte 2026 umsetzen - deutlich früher als ursprünglich für 2028 vorgesehen. Das Vorhaben richtet sich primär gegen chinesische E-Commerce-Giganten wie Shein, Temu und Alibaba, die Millionen günstiger Pakete in die EU versenden.Die EU-Zollbehörden bearbeiteten 2024 etwa 4,6 Milliarden Pakete mit geringem Wert - eine Verdopplung seit 2023 und Verdreifachung seit 2022. Täglich erreichen durchschnittlich 12,6 Millionen günstige Pakete die EU und schaffen erhebliche logistische Herausforderungen für die Zollbehörden. Viele dieser Sendungen nutzen die sogenannte De-minimis-Regelung aus, die Waren unter 150 Euro von Zollgebühren befreit.
Wie die Financial Times berichtete, forderte Handelskommissar Maroš Šefčovič die EU-Finanzminister in einem Brief zur beschleunigten Umsetzung auf. Ursprünglich sollten diese Regelungen verhindern, dass der Zoll von persönlichen Geschenken und kleinen Paketen überlastet wird - nicht als Schlupfloch für E-Commerce-Riesen dienen. Infografik: Jeder Vierte hat schon bei Temu eingekauft
Unfaire Wettbewerbsvorteile im Fokus
Laut Europäischer Kommission entsprechen viele dieser Waren nicht den europäischen Standards und stellen ein Risiko für europäische Verkäufer dar, die hohe Produktstandards einhalten. Die Kosten sollen von den E-Commerce-Plattformen selbst getragen werden und nicht als Zollgebühr, sondern als Erstattung für die Ressourcen dienen, die nationale Zollbehörden für die Kontrolle der hohen Paketmengen aufwenden.Chinesische Plattformen haben sich asymmetrische Vorteile verschafft, indem sie Zollschlupflöcher ausnutzen und direkt von China an Verbraucher weltweit versenden, wodurch sie die hohen Lagerkosten umgehen, die Plattformen wie Amazon tragen. Experten erklären, dass Temu und Shein sich Versandkosten dank massiver Produktionsvolumen und chinesischer Regierungssubventionen leisten können, was ihnen einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber europäischen Unternehmen verschafft.
Parallelen zu US-Maßnahmen
Das Timing dieser regulatorischen Änderung ist kein Zufall, da sie ähnlichen Aktionen in den USA folgt, wo Präsident Trump eine vergleichbare zollfreie Bestimmung für chinesische Importe abschaffte und einen erheblichen Zoll von 145 Prozent verhängte. Das veranlasste bereits Unternehmen wie Temu und Shein, Preiserhöhungen für amerikanische Kunden umzusetzen, was wahrscheinlich ihren Fokus auf den europäischen Markt verstärkt hat.Was haltet ihr von der geplanten EU-Gebühr für chinesische Pakete? Seht ihr darin fairen Wettbewerb oder Protektionismus? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- EU plant 2-Euro-Gebühr für Direktsendungen aus China bereits ab 2026
- Maßnahme zielt auf Shein, Temu und Alibaba zum Schutz europäischer Händler
- Täglicher Eingang von 12,6 Millionen günstigen Paketen überlastet Zollbehörden
- Viele China-Waren entsprechen nicht europäischen Produktstandards
- Chinesische Plattformen umgehen Lagerkosten durch Direktversand
- Gebühr soll Ressourcenaufwand nationaler Zollbehörden ausgleichen
- Ähnliche Maßnahmen wurden bereits in den USA mit 145-Prozent-Zoll eingeführt
Siehe auch:
- Umfrage: 78 % der Händler wollen Shops wie Temu und Shein verbieten
- EU greift endlich bei chinesischen Onlinehändlern Shein und Temu durch
- EU plant Jagd auf Temu & Shein: Chinas Billigheimer müssen bald zittern
- Amazon startet "Haul": neues Billig-Portal als Antwort auf Temu & Shein
- Deutschland will Billighändler Temu und Shein schärfer kontrollieren
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