Eskalation: Shein und Temu gehen jetzt vor Gericht aufeinander los

Aktuell eskaliert ein Rechtsstreit zwischen den chinesischen Plattformen Shein und Temu: Vor dem High Court in London wirft Shein dem Konkurrenten massive Urheberrechtsverletzungen vor. Temu sagt, Shein wolle mit Klagen den Wettbewerb behindern.
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Streit um Produktfotos

Der Prozess begann am Montag und soll eigentlich nur zwei Wochen dauern. Im Zentrum des Verfahrens stehen nach Angaben Sheins mehrere tausend Produktfotos, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Das Unternehmen behauptet, Temu habe Bilder von Shein-eigenen Kleidungsstücken ohne Erlaubnis genutzt, um auf seiner Plattform Nachahmungen der Produkte zu bewerben. Ziel sei es, vom Bekanntheitsgrad des Rivalen zu profitieren und sich auf diese Weise einen unfairen Vorteil im boomenden Fast-Fashion-Markt zu verschaffen.

Der Anwalt Sheins erklärte vor Gericht, Temu habe seine Verteidigung gegen die Vorwürfe in Bezug auf rund 2300 Fotos inzwischen aufgegeben. Die Bilder seien von Shein-Mitarbeitern erstellt worden und urheberrechtlich geschützt. Er verglich das Vorgehen Temus mit einem Angeklagten, der erst abwarte, ob Zeugen erscheinen, und anschließend ein Geständnis ablege.


Temu weist die Anschuldigungen jedoch grundsätzlich zurück und hat im Gegenzug selbst Klage eingereicht. Das Unternehmen fordert Schadenersatz, nachdem es infolge einer einstweiligen Verfügung Sheins tausende Produktangebote entfernen musste. Zudem erhebt Temu schwere Vorwürfe gegen den Konkurrenten: Shein soll Lieferanten mit Exklusivvereinbarungen an sich gebunden und damit gegen Wettbewerbsrecht verstoßen haben. Über diesen Teil des Konflikts soll im kommenden Jahr verhandelt werden.

Firmen stehen unter Druck

Die Auseinandersetzung in London ist Teil eines umfassenderen globalen Rechtsstreits zwischen den beiden Billigmode-Anbietern. Auch in den USA haben sich die Konzerne gegenseitig verklagt. Gleichzeitig geraten beide Unternehmen zunehmend unter regulatorischen Druck.

Shein und Temu sind in den vergangenen Jahren mit günstiger Kleidung, Accessoires und Elektronikartikeln stark gewachsen und haben weltweit Marktanteile gewonnen. Allerdings könnten neue Handelsregeln das Wachstum bremsen. In den USA wurde bereits eine Zollbefreiung für niedrigwertige Online-Bestellungen abgeschafft. Auch die Europäische Union plant ab Juli ähnliche Maßnahmen, was insbesondere das Geschäftsmodell der asiatischen Onlinehändler belasten dürfte.

Zusammenfassung
  • Shein verklagt Temu vor dem Londoner High Court wegen Urheberrechtsverletzungen
  • Temu soll laut Shein tausende Produktfotos ohne Erlaubnis kopiert haben
  • Temu hat Verteidigung für rund 2300 Fotos aufgegeben, wie Shein vor Gericht sagte
  • Temu weist die Vorwürfe zurück und hat im Gegenzug selbst Klage eingereicht
  • Shein soll Lieferanten mit Exklusivverträgen an sich gebunden haben
  • Der Rechtsstreit ist Teil eines umfassenden globalen Konflikts zwischen den Billigmode-Anbietern
  • Neue Handelsregeln in USA und EU könnten das Wachstum der asiatischen Onlinehändler bremsen
  • In den USA wurde die Zollbefreiung für niedrigwertige Online-Bestellungen abgeschafft

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