EU-Paketgebühr: Das soll sich für Online-Shopping aus China ändern

Die EU plant eine neue Paketgebühr von zwei Euro für Direktimporte aus China. Der Vorschlag zielt besonders auf Online-Händler wie Temu und Shein ab. Gleichzeitig soll die Zollbefreiung für Pakete unter 150 Euro wegfallen.
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EU plant neue Gebühr für Pakete mit geringem Wert

Dabei geht es vor allem um kleine Direktimporte, die mit einer neuen Gebühr belegt werden sollen. Das meldet die BBC. Die Europäische Union plant demnach nun konkret, eine neue Gebühr von zwei Euro für den Import von Paketen mit einem Wert unter 150 Euro einzuführen. Diese Regelung betrifft vor allem E-Commerce-Giganten wie Shein und Temu.

Schon vor einigen Wochen waren die Ideen durchgesickert. Der Vorschlag sieht vor, dass künftig keine Zollfreiheit mehr für diese Sendungen gewährt wird. Im vergangenen Jahr wurden in der EU 4,6 Milliarden Pakete mit niedrigem Wert versandt, was mehr als einer Verdopplung im Vergleich zu 2023 entspricht. Gut 91 Prozent dieser Sendungen stammen dabei aus China und der Zoll hat vor allem durch den Direktversand an die Käufer weder einen Zugriff auf Warenprüfungen, noch verdient der Zoll an der Einfuhr.


Thema Wettbewerbsfähigkeit

Das günstige Angebot aus dem Ausland gefährdet nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Händler, die alle Vorschriften einhalten müssen, sondern hat auch negative Auswirkungen auf Umwelt und Klima, heißt es in der Erklärung des EU-Handelskommissars Maroš Šefčovič.

Der neue Gebührenvorschlag sieht eine differenzierte, aber einfache Struktur vor: Für direkten Verbraucherverkauf wird eine Gebühr von zwei Euro erhoben, während Sendungen an Warenlager innerhalb der EU mit nur 50 Cent belastet werden sollen. Laut der EU-Kommission erfordert der Anstieg der Direktimporte aus China "dringende Aufmerksamkeit", insbesondere angesichts der Risiken durch potenziell gefährliche oder gefälschte Produkte. Infografik: Jeder Vierte hat schon bei Temu eingekauftJeder Vierte hat schon bei Temu eingekauft

Problem bei Sicherheit und Qualität

Verbraucher sollten sich der Sicherheitsstandards bewusst sein, da eine Studie der Europäischen Kommission 2024 zeigte, dass etwa 65 Prozent der getesteten Produkte von außereuropäischen Anbietern gegen EU-Vorschriften verstoßen. Zudem gibt es zahlreiche Kritik an den Händlern wie Temu und Shein.

Wie findet ihr diese Idee? Sollte die EU durchgreifen oder sollte das bisherige Zoll-System beibehalten werden? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

Was plant die EU konkret?
Die EU-Kommission leitet eine umfassende Untersuchung gegen den Fast-Fashion-Anbieter Shein ein und plant verschärfte Kontrollen für alle chinesischen Onlinehändler. Dabei arbeiten die Verbraucherschutzbehörden aller 27 EU-Staaten zusammen.

Zusätzlich soll eine neue Bearbeitungsgebühr für Pakete eingeführt werden. Diese betrifft auch Sendungen unter 150 Euro, die bisher von Zollgebühren befreit waren.
Warum diese Maßnahmen?
Der Hauptgrund sind zahlreiche Verbraucherbeschwerden über mangelhafte Produktqualität und irreführende Angaben bei Rücksendungen. Die EU will sicherstellen, dass alle Waren auf dem europäischen Markt die Sicherheitsstandards erfüllen.

Ein weiterer Aspekt ist die massive Zunahme von Kleinsendungen aus China. Im letzten Jahr wurden etwa 4,6 Milliarden Pakete mit einem Wert von unter 22 Euro in die EU importiert - über 90 Prozent davon aus China.
Kommt eine Paketgebühr?
Ja, die EU-Kommission plant die Einführung einer Bearbeitungsgebühr für alle Pakete von Onlinehändlern. Diese soll auch für Sendungen gelten, die bisher von Zollgebühren befreit waren.

Mit dieser Maßnahme sollen die steigenden Kosten für die Überwachung der EU-Vorschriften bei den Milliardenlieferungen ausgeglichen werden.
Welche Shops sind betroffen?
Die Maßnahmen betreffen primär große chinesische Onlinehändler wie Shein und Temu. Shein steht dabei besonders im Fokus der Untersuchungen der EU-Kommission.

Grundsätzlich gelten die neuen Regelungen aber für alle Onlinehändler, die Waren in die EU importieren, unabhängig von ihrer Herkunft.
Ab wann gelten die Regeln?
Über den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen Paketgebühren wird noch beraten.
Was bedeutet das für Kunden?
Verbraucher können mit sichereren Produkten und besseren Kontrollmechanismen rechnen. Allerdings könnten die geplanten Gebühren zu höheren Preisen bei Bestellungen aus China führen.

Die verbesserten Kontrollen sollen auch mehr Transparenz bei Rücksendungen und Reklamationen gewährleisten.
Zusammenfassung
  • EU plant neue Zwei-Euro-Gebühr für Pakete unter 150 Euro aus Fernost
  • Massiver Anstieg: 4,6 Milliarden Pakete im letzten Jahr, 91% aus China
  • Zollbehörden überlastet durch Flut günstiger Importe aus dem asiatischen Raum
  • Differenzierte Gebührenstruktur: 2 Euro für Direktsendungen, 50 Cent für Lager
  • Bisherige Zollfreiheit für Pakete unter 150 Euro wird als unfair kritisiert
  • 65 Prozent der Produkte von ausländischen Plattformen verstoßen gegen Regeln
  • Maßnahme soll fairen Wettbewerb und Einhaltung von EU-Standards sichern

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