Temu und Shein kosten deutsche Wirtschaft 2,4 Milliarden Euro pro Jahr

Online-Plattformen wie Temu und Shein haben nach Branchenangaben ihr Versandvolumen nach Deutschland und in die Europäische Union deutlich ausgeweitet. Die hiesige Wirtschaft kostet diese Konkurrenz aus Fernost jährlich Milliardenbeträge.
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Fast halbe Million Pakete am Tag

Aktuell erreichen täglich rund 460.000 Pakete Deutschland, europaweit wird von etwa zwölf Millionen Sendungen pro Tag im Jahr 2025 ausgegangen. Begleitet wird dieses Wachstum von Diskussionen über die Einhaltung europäischer Vorschriften und mögliche Auswirkungen auf den stationären und Online-Handel in der EU.

Nach einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) entstehen der deutschen Wirtschaft durch diesen Wettbewerb jährlich rechnerisch rund 2,4 Milliarden Euro an entgangener Wertschöpfung. Davon entfallen etwa 1,3 Milliarden Euro auf den Einzelhandel. Die Untersuchung verweist zudem auf fiskalische Effekte: Demnach könnten Bund, Länder und Kommunen jährlich rund 429 Millionen Euro an Steuereinnahmen verlieren.


Auch auf den Arbeitsmarkt habe die Entwicklung laut Studie spürbare Auswirkungen. Insgesamt wird ein Rückgang von mehr als 40.000 Arbeitsplätzen in Deutschland angenommen, darunter etwa 28.300 Stellen im Einzelhandel. Als Ursache wird insbesondere ein als ungleich wahrgenommener Wettbewerbsrahmen genannt, da heimische Händler strengeren regulatorischen und steuerlichen Vorgaben unterliegen.

Politik ist gefordert

Der HDE sieht in den Ergebnissen der Untersuchung ein Zeichen für bestehenden politischen Handlungsbedarf. Verbandspräsident Alexander von Preen äußerte sich dahingehend, dass aus seiner Sicht Regelverstöße und fehlende Durchsetzung bestehender Vorgaben zu Verzerrungen im Wettbewerb führten.

Er verwies zudem auf Forderungen nach verstärkten Kontrollen im Paketverkehr, etwa durch den Zoll, sowie auf eine engere Durchsetzung bestehender EU-Regeln. Als möglicher Ansatz wird außerdem diskutiert, dass Händler aus Drittstaaten verpflichtet werden könnten, einen innerhalb der EU ansässigen und rechtlich erreichbaren Vertreter zu benennen, um die Durchsetzung von Vorschriften zu erleichtern.

Zusammenfassung
  • Studie: Jährlich gehen 2,4 Mrd. Euro Wertschöpfung verloren
  • Davon entfallen 1,3 Mrd. Euro auf den deutschen Einzelhandel
  • Pro Tag erreichen etwa 460.000 Pakete Deutschland
  • EU-weit werden 2025 rund 12 Mio. Sendungen täglich erwartet
  • Der Staat verliert laut Studie bis zu 429 Mio. Euro Steuern
  • Über 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland sind gefährdet
  • Der HDE fordert mehr Kontrollen und härtere EU-Durchsetzung

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