Pico11: Tool schrumpft Windows-11-ISO auf unter 700 Megabyte

Das aktuelle Microsoft-Betriebssystem lässt sich extrem komprimieren. Ein neues Projekt namens pico11 des bekannten Entwicklers NTDEV schrumpft Windows 11 jetzt so weit, dass es mit unter 700 Megabyte sogar auf eine CD-ROM passt.
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  • Entwickler NTDEV schrumpft Windows 11 mit Projekt pico11 auf unter 700 MB
  • Das Installationsabbild passt dadurch theoretisch auf eine klassische CD
  • Trotz der geringen Größe bleibt die grafische Desktop-Umgebung erhalten
  • Wichtige Werkzeuge wie Editor, Paint oder Taschenrechner laufen weiterhin
  • Weil Windows Update und Wartungsdienste fehlen, gibt es keine Patches
  • Das experimentelle Projekt dient momentan lediglich als Machbarkeitsstudie
  • Die neuen Verkleinerungsmethoden sollen bald in tiny11 integriert werden

Pico11 entschlackt Windows 11

Der Entwickler NTDEV ist für seine Modifikationen von Windows bekannt. Seine abgespeckten Versionen des Betriebssystems von Microsoft sind enorm kompakt und zeigen, mit wie viel "Drumherum" das System in seinem Standardzustand ausgeliefert wird. Die erste Version des tiny11 Builder schrumpfte Windows 11 Anfang 2023 auf etwa drei Gigabyte. Auch spätere Varianten für Versionen wie Windows 11 24H2 bewegten sich in diesem Rahmen und benötigten zum Teil nur 184 MB RAM. Jetzt hat NTDEV im Rahmen eines Projekts, das er pico11 nennt, die ISO-Datei von Windows 11 noch einmal weiter geschrumpft.

Die Datei zur Installation des Betriebssystems ist nach Modifikationen unter 700 Megabyte groß. Die komplette ISO-Datei inklusive Installationsprogramm umfasst exakt 699.811.840 Byte. Mit der Größe lässt sich das Abbild theoretisch sogar auf einen herkömmlichen CD-Rohling brennen. Eine Windows-11-ISO-Datei ist gewöhnlich knapp acht Gigabyte und damit in etwa 11,4-mal größer als die pico11-Version.

Auf YouTube ansehen
Trotz der massiven Reduzierung bleibt die gewohnte Desktop-Umgebung erhalten. Grundlegende Werkzeuge wie der Datei-Explorer, die Systemeinstellungen und der Taschenrechner funktionieren weiterhin. Auch Standardprogramme öffnen sich regulär, sodass Nutzer Textdateien mit Notepad speichern oder einfache Grafiken in Paint erstellen können. Eine Besonderheit zeigt sich beim Task-Manager, da er in pico11 anscheinend eine ältere Bedienoberfläche verwendet.

Wie NTDEV in seinem YouTube-Video zu pico11 zeigt, belegt die angepasste Installation nach dem Start zeitweise nur etwa 883 Megabyte Arbeitsspeicher.

Verzicht auf Systemwartung

Um das Abbild so klein zu bekommen, entfernte NTDEV unter anderem Windows Update und die Komponenten zur Systemwartung. Aufgrund der fehlenden Update-Mechanismen eignet sich die komprimierte Version nicht für den dauerhaften Einsatz auf internetfähigen Geräten. Normale Sicherheits- und Funktionsupdates lassen sich nicht wie bei einem herkömmlichen Windows 11 installieren.

Bislang bleibt zudem unklar, ob sich gewöhnliche Desktopprogramme, PC-Spiele oder spezifische Hardware-Treiber überhaupt installieren lassen. Wie der Entwickler aber selbst sagt, handelt es sich bei pico11 momentan um ein Experiment, das vor allem als Machbarkeitsstudie dient und die Grenzen der Komprimierung ausloten soll. Ein regulärer Einsatz des abgespeckten OS ist aktuell nicht vorgesehen.

Tiny11 Builder als Basis

Die für pico11 genutzten Verkleinerungsmethoden sollen künftig in den quelloffenen tiny11 Builder auf GitHub integriert werden. Ein Termin für die Einführung der Neuerungen steht aber noch nicht fest. Tiny11 bietet bereits verschiedene Stufen der Systementschlackung, darunter den Modus tiny11 Core, der neben den üblicherweise mitgelieferten Apps auch Wiederherstellungsfunktionen entfernt und den Defender deaktiviert.

In der Vergangenheit demonstrierte NTDEV sogar noch stärker verkleinerte Varianten von Windows 11. Eine Version reduzierte das gesamte System auf gerade einmal 100 Megabyte, musste dafür allerdings komplett ohne grafische Oberfläche auskommen. Pico11 zeigt nun eine Art Zwischenweg, der eine funktionierende grafische Oberfläche mit minimaler Größe und reduziertem Speicherbedarf kombiniert.

Was haltet ihr von solchen Machbarkeitsstudien? Nutzt ihr selbst angepasste Windows-Versionen für eure Rechner, oder bleibt ihr beim Original? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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