VW-Konzernchef Blume sieht Lage von Volkswagen "mehr als kritisch"

Der Druck aus Asien zwingt Volkswagen zu einem beispiellosen Sparkurs mit massivem Stellenabbau. Die Pläne des Vorstands bedrohen nun direkt die deutsche Kernbelegschaft. Ein drastischer Schritt könnte bald das Aus für mehrere Standorte besiegeln.
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    Krise bei VW spitzt sich zu

    Konzernchef Oliver Blume bezeichnet die Lage des größten europäischen Autobauers als mehr als kritisch. Als Gründe nennt er tiefgreifende Veränderungen auf dem Weltmarkt, geopolitische Spannungen sowie massiven Wettbewerbsdruck.

    Der Vorstand hat daraufhin den umfangreichsten Umbauplan in der Unternehmensgeschichte aufgesetzt. Der weltweit über 670.000 Menschen beschäftigende Konzern steht aktuell vor einer historischen Belastungsprobe.


    Volkswagen hat im vergangenen Jahr die Fabrikkosten an den deutschen Standorten bereits um durchschnittlich 20 Prozent gesenkt. Nach Angaben des Managements reicht dies jedoch nicht aus. Die aktuelle operative Rendite von 3,8 Prozent sei im derzeitigen Umfeld zwar solide, reiche aber bei Weitem nicht aus, um dauerhaft ausreichende Mittel für neue Technologien und Produkte zu erwirtschaften.

    Der 1937 gegründete Konzern prägte mit Modellen wie dem Käfer oder dem Golf die weltweite Automobilgeschichte. Aktuell kämpft VW mit der teuren Transformation hin zu Batterieantrieben.

    Das Unternehmen benötigt dringend Kapital für die Entwicklung neuer Technologien, während die Konkurrenz aus Asien rasch wächst und deutlich günstiger produziert.

    Radikale Einschnitte geplant

    Wie der Spiegel berichtet, plant der Vorstand drastische Maßnahmen. Ein neues Strategiepapier sieht vor, bis 2030 weltweit 50.000 Arbeitsplätze abzubauen - zusätzlich zu zuvor vereinbarten Stellenstreichungen. Zudem sollen die geplanten Investitionen von 2027 bis 2031 von 180 Milliarden Euro auf 135 Milliarden Euro reduziert werden.

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    Besonders hart könnte das Vorhaben die deutschen Produktionsstätten treffen. Den Plänen zufolge stehen mehrere Werke vor dem Aus: Die Standorte Zwickau und Emden könnten 2031 schließen, das Werk Hannover im Jahr 2032. Bei der Konzerntochter Audi blieben neben Ingolstadt nur das Werk Neckarsulm bis 2034 erhalten.

    Zwickau nimmt in der Geschichte des Autobauers eine Sonderrolle ein: Es war der erste Standort, den Volkswagen komplett auf die Produktion von Elektroautos umrüstete. Ein Ende der Fabrik wäre ein hartes Signal für die gesamte Branche in Deutschland. Auch Emden und Hannover blicken auf eine lange Tradition zurück und fertigen wichtige Volumenmodelle.

    Die Gewerkschaft IG Metall übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. Die Arbeitnehmervertreter bezeichnen die Renditeziele des Vorstands als unrealistisch und fordern konkrete Antworten zur künftigen Modellpolitik. Werksschließungen lehnen sie kategorisch ab. Auch das Land Niedersachsen, das als Großaktionär 20 Prozent der Stimmrechte hält, dürfte sich gegen einen Kahlschlag stellen.

    Betriebsversammlungen im Fokus

    Ende August stehen richtungsweisende Betriebsversammlungen an. Den Auftakt macht das Stammwerk Wolfsburg, gefolgt von Veranstaltungen in Emden, Zwickau und Hannover. Oliver Blume wird bei mehreren Terminen anwesend sein, um sich den Fragen der Belegschaft zu stellen. Im Vorfeld forderte er die Angestellten zu geschlossenem Zusammenhalt auf.

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    Zusammenfassung
    • Volkswagen-Chef Oliver Blume bezeichnet die aktuelle Lage als kritisch
    • Der Autobauer steht vor einem historisch umfassenden Konzernumbau
    • Bis 2030 plant der Konzern den Abbau von weltweit 50.000 Arbeitsplätzen
    • Die Investitionen sollen bis 2031 massiv um 45 Milliarden Euro sinken
    • Mehrere deutsche Werke wie Zwickau und Emden drohen geschlossen zu werden
    • Die Gewerkschaft IG Metall lehnt die Pläne des Vorstands vehement ab

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