E-Auto-Flaute: Porsche vermisst plötzlich den Verbrenner-Macan

Porsche plante beim Macan einen nahtlosen Übergang zum Elektro­antrieb und stellt den Verbrenner Ende Juli endgültig ein. Doch die Käufer verweigern sich dem schnellen Wechsel hin zum E-Auto. Jetzt entsteht beim Stuttgarter Autobauer eine massive Angebotslücke.
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Porsche

Produktionsende im Werk Leipzig

Ende Juli 2026 beendet Porsche endgültig die Produktion des Macan mit Benzinmotor. Das letzte Fahrzeug der seit 2014 gebauten Modellreihe wird im sächsischen Leipzig vom Band rollen. Damit verschwindet weltweit eine der wichtigsten Einnahmequellen des Autobauers aus der aktiven Fertigung, nachdem der Verkauf in Europa bereits vor einiger Zeit gestoppt wurde.

Der vorzeitige Verkaufsstopp in der Europäischen Union war strengeren regulatorischen Vorgaben geschuldet. Das Fahrzeug erfüllte die neuen Cy­ber­si­cher­heits­an­for­de­run­gen der sogenannten "General Safety Regulation" nicht mehr. Eine umfassende Anpassung der veralteten Elektronik­architektur wäre für den Hersteller mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden gewesen. Deshalb entschied sich das Unternehmen gegen eine Nachrüstung.


Fehler beim Elektro-Umstieg

Ursprünglich plante der Konzern einen nahtlosen Übergang zur neuen, rein elektrischen Generation des SUVs. Wie das Magazin auto motor und sport berichtet, räumte das Management mittlerweile eine Fehleinschätzung ein. Die Käufer wechselten nicht im erwarteten Tempo auf den Elektroantrieb, da sich das Wachstum der Elektromobilität in vielen Märkten verlangsamt hat.

Wir lagen beim Macan falsch. Auf Basis der damals verfügbaren Daten und unserer Einschätzung der Märkte würden wir dieselbe Entscheidung noch einmal treffen. Heute ist die Situation eine andere. Wir haben reagiert und ergänzen Verbrenner und Hybride.
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG
Die Verkaufszahlen aus dem ersten Halbjahr 2026 belegen den Bedarf nach klassischen Antrieben. Von 35.300 weltweit ausgelieferten Fahrzeugen der Macan-Baureihe entfielen knapp 19.700 auf die Benzinvariante. Das neuere Elektromodell kam im selben Zeitraum auf etwa 15.600 Einheiten, was die wirtschaftliche Bedeutung des Verbrenners zeigt.

Lücke im Angebot bis 2028

Um die hohe Nachfrage vor allem in den Vereinigten Staaten vorerst weiter bedienen zu können, produzierte der Hersteller Fahrzeuge auf Vorrat. Die Bestände sollen ausreichen, um zumindest den nordamerikanischen Markt noch bis in das Jahr 2027 zu versorgen. Dennoch entsteht durch den endgültigen Produktionsstopp eine spürbare Lücke im weltweiten Angebot.

Ein direkter Nachfolger mit Verbrennungsmotor ist bereits in der Entwicklung, wird aber voraussichtlich erst im Jahr 2028 auf den Markt kommen. Das kommende Modell soll technisch auf dem Audi Q5 basieren, jedoch markentypische Eigenheiten bieten. Den Namen Macan behält das Unternehmen künftig ausschließlich der Elektrovariante vor.

Wir müssen sicherstellen, dass dies ein echter Porsche wird. Und dafür braucht es Inhalte, Produktsubstanz und Technologie, die bei diesem Auto neu sind - die bei diesen Autos neu sein werden. Deshalb ist eine gewisse Zeit nötig, um die Industrialisierung und schließlich die Markteinführung dieses Produkts zu erreichen.
Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
Vermisst ihr den Verbrenner-Macan oder ist der reine Elektroantrieb die richtige Strategie für Porsche? Teilt uns eure Meinung in den Kommentaren mit!

Zusammenfassung
  • Porsche beendet im Juli 2026 die Produktion des Macan mit Verbrennungsmotor
  • Strengere Sicherheitsvorgaben stoppten den Verkauf in Europa bereits vorab
  • Das Management räumte eine Fehleinschätzung beim Elektro-Umstieg ein
  • Die Verkaufszahlen der Benzinvariante übertrafen zuletzt das Elektromodell
  • Vorräte sollen die Nachfrage nach Benzinern in den USA bis 2027 sichern
  • Ein Nachfolger mit Verbrennungsmotor soll voraussichtlich erst 2028 erscheinen

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