Gescheiterte E-Autos: Porsche meldet Gewinneinbruch von 99 Prozent
Porsche meldet einen dramatischen Einbruch beim Betriebsgewinn. Der Sportwagenhersteller zahlt den Preis für seine Kehrtwende in der Elektro-Strategie und kämpft mit hohen Umstellungskosten sowie schwächelnden China-Geschäften.
Diese Zahlen markieren einen der schwersten Einbrüche in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Porsche hatte sich über Jahrzehnte als einer der profitabelsten Automobilhersteller der Welt etabliert. Der 911, der seit 1963 produziert wird, galt lange als Garant für stabile Gewinne.
Porsche hatte ursprünglich geplant, bis 2030 etwa 80 Prozent seiner Neuwagen als reine Elektrofahrzeuge zu verkaufen. Diese ambitionierte Zielsetzung wurde bereits 2021 verkündet und sollte Porsche zum Vorreiter bei Luxus-Elektrofahrzeugen machen. Der Taycan, der 2019 als erstes vollelektrisches Serienfahrzeug von Porsche eingeführt wurde, sollte dabei als Wegbereiter fungieren. Die Strategie ging bisher jedoch nicht auf.
Daher verlängert der Konzern jetzt die Produktion von Verbrennern wie dem Panamera und Cayenne bis in die 2030er Jahre hinein. Besonders teuer wird die Anpassung der neuen Elektroauto-Plattform mit 1,8 Milliarden Euro (etwa 1,55 Milliarden Euro). Die Plattform, die ursprünglich für eine reine Elektro-Zukunft konzipiert wurde, muss jetzt für Hybridantriebe und Verbrennungsmotoren umgerüstet werden.
Hinzu kommen Zollkosten von etwa 500 Millionen Euro aufgrund der 15-prozentigen EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge, die seit August gelten. Für das Gesamtjahr rechnet Finanzvorstand Jochen Breckner mit Zollbelastungen von rund 700 Millionen Euro.
Porsche reduziert deshalb seine Händlernetze, Mitarbeiterzahl und andere Strukturen, um die Kosten zu senken. Auch in Nordamerika gingen die Verkäufe temporär zurück, was laut der Konzernleitung auf niedrigere Importe nach der Sommerpause und hohe Lagerbestände Ende des zweiten Quartals zurückzuführen ist.
Seht ihr Porsches Strategiewechsel als richtige Antwort auf die Marktlage oder hätte der Konzern bei der ursprünglichen Elektro-Strategie bleiben sollen? Teilt eure Einschätzung in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
Dramatischer Gewinneinbruch bei Porsche
Probleme bei Porsche deuten sich schon seit Längerem an. Bereits Ende 2024 war klar, dass sich die Luxus-E-Autos des Konzerns nicht gut verkaufen und auch das China-Geschäft schwächelt. Wie der Sportwagenhersteller jetzt mitteilt, verzeichnete man für die ersten neun Monate des aktuellen Jahres einen Betriebsgewinn von lediglich 40 Millionen Euro. Das entspricht laut Porsche einem Einbruch von 99 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 4,035 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 26,86 Milliarden Euro (etwa 23,1 Milliarden Euro). Die operative Umsatzrendite brach von 14,1 Prozent auf nur noch 0,2 Prozent ein.Diese Zahlen markieren einen der schwersten Einbrüche in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Porsche hatte sich über Jahrzehnte als einer der profitabelsten Automobilhersteller der Welt etabliert. Der 911, der seit 1963 produziert wird, galt lange als Garant für stabile Gewinne.
Teure Strategieänderung bei Elektroautos
Der Hauptgrund für die dramatischen Zahlen liegt in der kostspieligen Neuausrichtung der Elektro-Strategie. Die kostete den Sportwagenhersteller nach eigenen Angaben rund 3,2 Milliarden Euro allein in diesem Jahr.Porsche hatte ursprünglich geplant, bis 2030 etwa 80 Prozent seiner Neuwagen als reine Elektrofahrzeuge zu verkaufen. Diese ambitionierte Zielsetzung wurde bereits 2021 verkündet und sollte Porsche zum Vorreiter bei Luxus-Elektrofahrzeugen machen. Der Taycan, der 2019 als erstes vollelektrisches Serienfahrzeug von Porsche eingeführt wurde, sollte dabei als Wegbereiter fungieren. Die Strategie ging bisher jedoch nicht auf.
Daher verlängert der Konzern jetzt die Produktion von Verbrennern wie dem Panamera und Cayenne bis in die 2030er Jahre hinein. Besonders teuer wird die Anpassung der neuen Elektroauto-Plattform mit 1,8 Milliarden Euro (etwa 1,55 Milliarden Euro). Die Plattform, die ursprünglich für eine reine Elektro-Zukunft konzipiert wurde, muss jetzt für Hybridantriebe und Verbrennungsmotoren umgerüstet werden.
Hinzu kommen Zollkosten von etwa 500 Millionen Euro aufgrund der 15-prozentigen EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge, die seit August gelten. Für das Gesamtjahr rechnet Finanzvorstand Jochen Breckner mit Zollbelastungen von rund 700 Millionen Euro.
China-Geschäft unter Druck
Auch das einst lukrative China-Geschäft leidet unter "herausfordernden Marktbedingungen, insbesondere im Luxussegment". China war lange Zeit Porsches wichtigster Einzelmarkt und machte zeitweise über 30 Prozent des weltweiten Absatzes aus. Lokale Konkurrenten wie BYD, Nio oder Xpeng haben jedoch mit aggressiver Preispolitik und schneller Technologieentwicklung Marktanteile erobert.Porsche reduziert deshalb seine Händlernetze, Mitarbeiterzahl und andere Strukturen, um die Kosten zu senken. Auch in Nordamerika gingen die Verkäufe temporär zurück, was laut der Konzernleitung auf niedrigere Importe nach der Sommerpause und hohe Lagerbestände Ende des zweiten Quartals zurückzuführen ist.
Blick in die Zukunft
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Porsche eine operative Umsatzrendite von maximal zwei Prozent, deutlich unter den ursprünglich geplanten fünf Prozent. Ab 2026 hofft das Unternehmen auf eine Erholung der Gewinnmarge auf einen hohen einstelligen Prozentsatz. Die Porsche-Aktie verlor in diesem Jahr bereits fast 20 Prozent an Wert. Um das Ruder herumzureißen plant der Konzern weitere Kostensenkungen und wird sich auf profitable Nischensegmente konzentrieren, um aus der Krise herauszufinden.Seht ihr Porsches Strategiewechsel als richtige Antwort auf die Marktlage oder hätte der Konzern bei der ursprünglichen Elektro-Strategie bleiben sollen? Teilt eure Einschätzung in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
- Porsches Betriebsgewinn bricht um 99 Prozent auf nur 40 Millionen Euro ein
- Neuausrichtung der Elektro-Strategie kostet das Unternehmen 3,2 Milliarden Euro
- Porsche verlängert Verbrennerproduktion bis in die 2030er Jahre hinein
- Umrüstung der Elektroauto-Plattform verursacht Kosten von 1,8 Milliarden Euro
- Zölle auf E-Autos belasten Porsche mit 700 Millionen Euro
- China-Geschäft leidet unter lokaler Konkurrenz wie BYD, Nio und Xpeng
- Für 2025 wird eine operative Umsatzrendite von maximal zwei Prozent erwartet
Siehe auch:
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