Deutsche fürchten die Import-Abhängigkeit bei Energie zunehmend
Deutschland ist in Sachen Energie immer noch massiv von Importen abhängig. Angesichts der zunehmend instabileren Weltlage und der steigenden Preise sieht eine Mehrheit der Bevölkerung dies als ein bedrohliches Problem an.
Bei der Stromerzeugung ist die Trendwende durchaus eingeleitet. Der Anteil der Erneuerbaren ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und liegt inzwischen deutlich über der 50-Prozent-Marke. Andere Sektoren wie der Verkehr und das Heizen von Gebäuden sind hingegen noch in großem Umfang vom Import fossiler Energieträger abhängig, was sich in der aktuellen Krisenzeit im Preis niederschlägt. Infografik: Bürger empfinden Energie-Importabhängigkeit als bedrohlich
Vor diesem Hintergrund argumentiert der Verband der Solarbranche, dass der Ausbau heimischer Energiequellen nicht nur die Versorgungssicherheit erhöhen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringen könne. Insbesondere die Solarenergie spiele dabei eine zentrale Rolle. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ersetzt Strom aus Photovoltaikanlagen derzeit zu einem erheblichen Teil fossile Energieträger, darunter Erdgas sowie Stein- und Braunkohle.
Auch wissenschaftliche Untersuchungen sehen positive Effekte: Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme kommt zu dem Ergebnis, dass der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien seit 2022 dazu beigetragen habe, die Auswirkungen steigender Gaspreise auf den Strommarkt abzumildern. Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass der Ausbau noch längst nicht ausreiche, um Deutschland vollständig unabhängig von externen Einflüssen zu machen.
Die anhaltende Abhängigkeit von Importen ist dabei doppelt problematisch. Nicht nur, dass die starken Preisschwankungen auf dem Weltmarkt sich negativ auf Wirtschaft und Verbraucher auswirken. Es fließen auch jährlich über 80 Milliarden Euro in andere Länder und fehlen der Wertschöpfung im eigenen Land.
Siehe auch:
- 78 Prozent der Deutschen empfinden die Energieimportabhängigkeit als bedrohlich
- YouGov-Umfrage wurde Ende März für den Bundesverband Solarwirtschaft erstellt
- 68 Prozent wollen erneuerbare Energien und Speicher stärker einsetzen
- Photovoltaik erreichte 2025 etwa 18 Prozent Anteil an der Stromerzeugung
- Solarstrom senkt Marktpreise und spart jährlich über sechs Milliarden Euro
- Verkehr und Gebäudeheizung sind weiterhin stark von fossilen Importen abhängig
- Jährlich fließen über 80 Milliarden Euro für Energieimporte ins Ausland ab
Viele wollen mehr Erneuerbare
Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor, die Ende März im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft durchgeführt wurde. Demnach empfinden 78 Prozent der Befragten die Importabhängigkeit als bedrohlich. Rund 68 Prozent sprechen sich dafür aus, diese Abhängigkeit durch einen verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien und Energiespeichern zu verringern.Bei der Stromerzeugung ist die Trendwende durchaus eingeleitet. Der Anteil der Erneuerbaren ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und liegt inzwischen deutlich über der 50-Prozent-Marke. Andere Sektoren wie der Verkehr und das Heizen von Gebäuden sind hingegen noch in großem Umfang vom Import fossiler Energieträger abhängig, was sich in der aktuellen Krisenzeit im Preis niederschlägt. Infografik: Bürger empfinden Energie-Importabhängigkeit als bedrohlich
Vor diesem Hintergrund argumentiert der Verband der Solarbranche, dass der Ausbau heimischer Energiequellen nicht nur die Versorgungssicherheit erhöhen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringen könne. Insbesondere die Solarenergie spiele dabei eine zentrale Rolle. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ersetzt Strom aus Photovoltaikanlagen derzeit zu einem erheblichen Teil fossile Energieträger, darunter Erdgas sowie Stein- und Braunkohle.
Viel Geld fließt ab
Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Photovoltaik an der Stromerzeugung in Deutschland bei etwa 18 Prozent. Damit übertraf sie sowohl die Braunkohle als auch Erdgas. Gleichzeitig trage Solarstrom laut Branchenangaben dazu bei, die Preise am Strommarkt zu senken. Da Solaranlagen vergleichsweise geringe Betriebskosten haben, verdrängen sie teurere Gaskraftwerke aus dem Markt. Eine Analyse des Beratungsunternehmens Enervis beziffert die daraus resultierenden Einsparungen für Haushalte, Unternehmen und Industrie auf mehr als sechs Milliarden Euro jährlich.Auch wissenschaftliche Untersuchungen sehen positive Effekte: Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme kommt zu dem Ergebnis, dass der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien seit 2022 dazu beigetragen habe, die Auswirkungen steigender Gaspreise auf den Strommarkt abzumildern. Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass der Ausbau noch längst nicht ausreiche, um Deutschland vollständig unabhängig von externen Einflüssen zu machen.
Die anhaltende Abhängigkeit von Importen ist dabei doppelt problematisch. Nicht nur, dass die starken Preisschwankungen auf dem Weltmarkt sich negativ auf Wirtschaft und Verbraucher auswirken. Es fließen auch jährlich über 80 Milliarden Euro in andere Länder und fehlen der Wertschöpfung im eigenen Land.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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