Windows 11: Neue Vorschau liefert Taskleisten-Speedtest + Explorer-Fix

Microsoft startet einen zweiten Versuch und veröffentlicht das zuvor zurückgezogene Vorschau-Update KB5077241 erneut. Windows-11-Nutzer erhalten damit Zugriff auf neue Taskleisten-Features, einen verbesserten Datei-Explorer und mehr.
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Zweiter Anlauf für das Vorschau-Update

Microsoft unternimmt einen neuen Versuch, das Update KB5077241 an die Nutzer zu verteilen. Nachdem die Aktualisierung in der vergangenen Woche aufgrund nicht näher spezifizierter Probleme kurzzeitig zurückgezogen wurde, steht sie nun wieder im Release Preview Channel zur Verfügung. Die Builds 26100.7918 für Version 24H2 und 26200.7918 für Version 25H2 bringen einige Neuerungen für das Betriebssystem, mit denen man versuchen möchte, das teils verloren gegangene Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen. Das jetzige Update dient als technischer Vorläufer für den nächsten regulären Patch-Day am 11. März 2026.

Netzwerk-Tools in der Taskleiste

Ein funktionales Highlight für viele Endanwender dürfte unter anderem die Integration eines Tests für die Netzwerkgeschwindigkeit direkt in die Taskleiste sein. Nutzer können dieses Werkzeug über das Schnelleinstellungs-Menü oder einen Rechtsklick auf das Netzwerksymbol aufrufen. Es misst die Bandbreite von Ethernet, WLAN und Mobilfunkverbindungen. Das dürfte die Diagnose von Verbindungsproblemen beschleunigen und macht externe Drittanbieter-Tools, die sich oft tief im System verankern, in vielen Fällen überflüssig.


Zudem wurde das Verhalten unkombinierter Taskleisten-Symbole optimiert. Bei Platzmangel verschwinden jetzt nur noch einzelne Fenster in den Überlaufbereich, statt dass ganze App-Gruppen verschoben werden. Das ist eine direkte Reaktion auf das Feedback von Nutzern, die sich seit der Einführung von Windows 11 eine Rückkehr zur klassischen Fensterverwaltung gewünscht haben.

Datei-Explorer wird verbessert

Wie Microsoft in der Dokumentation zum Update bestätigt, erhält auch der Datei-Explorer funktionale Erweiterungen. Die Option "Alle extrahieren" steht nun auch für Archivformate bereit, die keine ZIP-Dateien sind, etwa 7z oder TAR. Windows 11 unterstützt diese Formate zwar schon länger nativ durch die Integration der Open-Source-Bibliothek libarchive, die Kontextmenüs waren bisher jedoch eingeschränkt.

Ein für Anwender störender Fehler, bei dem ein Klick mit der mittleren Maustaste oder bei gedrückter Umschalttaste auf das Explorer-Icon fälschlicherweise das aktive Fenster statt einer neuen Instanz öffnete, wurde ebenfalls behoben. Zusätzlich wurde die Zuverlässigkeit bei der Anzeige von Geräten im Netzwerk-Tab verbessert.

Sysmon und Multimedia-Anpassungen

Für Systemadministratoren ist die native Integration von Sysmon (System Monitor) relevant. Dieses Werkzeug stammt ursprünglich aus der Sysinternals-Suite, die einst von Mark Russinovich, dem heutigen CTO von Microsoft Azure, entwickelt wurde. Bisher musste es separat heruntergeladen werden. Ab sofort ist die Funktionalität fester Bestandteil von Windows, muss aber explizit aktiviert werden. Sie ermöglicht eine detaillierte Protokollierung von Systemereignissen zur Fehleranalyse und Sicherheitsüberwachung direkt im Event Log.

Endanwender profitieren derweil von erweiterten Kamera-Einstellungen. So lassen sich unterstützte Webcams jetzt direkt in den Windows-Settings schwenken und neigen, ohne auf die Software der Kamerahersteller angewiesen zu sein. Abgerundet wird das Update durch Unterstützung für das WebP-Format bei Desktop-Hintergründen. WebP wurde ursprünglich von Google entwickelt, um Bilder bei gleicher Qualität stärker zu komprimieren als JPEG, und setzt sich nun auch auf dem Desktop zunehmend durch.

Weitere Anpassungen

Das Update enthält insgesamt über 25 Neuerungen, Verbesserungen und Anpassungen. Hier noch einige weitere Highlights im Überblick:

  • Quick Machine Recovery (QMR): Diese Funktion aktiviert sich automatisch auf Windows-Pro-Geräten, die keiner Domäne angehören. Sie bietet Wiederherstellungsfunktionen, die bisher eher aus der Home-Edition bekannt waren.
  • Suche und Performance: Ein neues Lupen-Icon im Task-Manager kennzeichnet Suchprozesse deutlicher. Zudem wurde das Scannen nach temporären Dateien beschleunigt, was die Datenträgerbereinigung effizienter macht.
  • Bildschirm: Es wurden Verbesserungen an der Anzeige vorgenommen, um die Zeit für das Aufwachen des PCs aus dem Ruhezustand auf stark ausgelasteten Systemen und in anderen Szenarien zu verkürzen.
  • Neue Emojis: Die Version Emoji 16.0 enthält eine kleine, sorgfältig zusammengestellte Auswahl neuer Emojis, jeweils eines aus jeder Hauptkategorie. Die neuen Emojis werden jetzt im Emoji-Fenster angezeigt.

Das Update behebt zudem Probleme beim Aufwachen aus dem Stand-by-Modus bei geschlossenen Laptops im Docking-Betrieb. Trotz der Fülle an Funktionen bleibt abzuwarten, ob die Probleme, die zum Rückzug des ursprünglichen Updates führten, vollständig beseitigt werden konnten.

Habt ihr das Update schon installiert und läuft es bei euch stabil, oder wartet ihr lieber auf den finalen Patch-Day? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Microsoft veröffentlicht zurückgezogenes Update KB5077241 erneut
  • Neuer Netzwerkgeschwindigkeitstest direkt in der Windows-Taskleiste
  • Verbesserte Taskleisten-Symbole optimieren den Umgang mit Platzmangel
  • Datei-Explorer unterstützt nun 'Alle extrahieren' für diverse Archivformate
  • Sysmon wurde als fester Windows-Bestandteil für Systemadministratoren integriert
  • Erweiterte Kamera-Einstellungen erlauben direktes Schwenken in Windows-Settings
  • Unterstützung für WebP-Format bei Desktop-Hintergründen hinzugefügt

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