EU will unendliches Scrollen in Social Media-Plattformen unterbinden
Die EU-Kommission nimmt erstmals gezielt das Suchtpotenzial sozialer Netzwerke ins Visier. Durch regulatorische Eingriffe soll es unterbunden werden, dass Nutzer endlos durch Inhalte scrollen können. Aber auch die Empfehlungsalgorithmen nimmt man ins Visier.
Die vorläufigen Planungen erfolgen auf Grundlage des Digital Services Act (DSA), dem zentralen EU-Gesetz für digitale Dienste. Es ist das erste Mal, dass die Kommission unter diesem Regelwerk eine klare Position zum Plattformdesign bezieht. Sollte TikTok die Bedenken nicht ausräumen, drohen Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Das Gesetz verpflichtet große Online-Plattformen, Risiken für Nutzer systematisch zu bewerten und zu mindern. Welche Gefahren genau darunterfallen, war bislang jedoch unklar. Mit dem Fokus auf Design und Algorithmen schlägt die Kommission nun einen neuen Kurs ein und stuft potenziell süchtig machende Mechanismen als durchsetzbares Risiko ein. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen sprach von einer neuen Phase im Umgang mit systemischen Gefahren im Netz.
Welche konkreten Änderungen am Ende in der Praxis ankommen, ist daher offen. Denkbar sind neue Voreinstellungen, mehr Kontrollmöglichkeiten für die Nutzer oder sogar das Verbot einzelner Funktionen. Klar ist jedoch: Sollte Brüssel seine Linie durchsetzen, könnte dies neue globale Maßstäbe für das Design sozialer Medien setzen.
Auch andere Plattformen dürften die Entwicklung daher aufmerksam verfolgen: Gegen Meta, den Mutterkonzern von Facebook und Instagram, laufen seit Mai 2024 ebenfalls Untersuchungen wegen möglicher suchtfördernder Gestaltung.
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TikTok als Referenz
Die Kommission setzt in der Angelegenheit erst einmal bei TikTok an. Brüssel fordert hier vom Betreiber tiefgreifende Änderungen am Design der App, wie das Magazin Politico berichtet. Denn nach Auffassung der Behörde fördert die derzeitige Gestaltung ein suchtartiges Nutzungsverhalten, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.Die vorläufigen Planungen erfolgen auf Grundlage des Digital Services Act (DSA), dem zentralen EU-Gesetz für digitale Dienste. Es ist das erste Mal, dass die Kommission unter diesem Regelwerk eine klare Position zum Plattformdesign bezieht. Sollte TikTok die Bedenken nicht ausräumen, drohen Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Das Gesetz verpflichtet große Online-Plattformen, Risiken für Nutzer systematisch zu bewerten und zu mindern. Welche Gefahren genau darunterfallen, war bislang jedoch unklar. Mit dem Fokus auf Design und Algorithmen schlägt die Kommission nun einen neuen Kurs ein und stuft potenziell süchtig machende Mechanismen als durchsetzbares Risiko ein. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen sprach von einer neuen Phase im Umgang mit systemischen Gefahren im Netz.
Das wird dauern
TikTok weist die Vorwürfe, auf denen die EU-Regulierung beruht, entschieden zurück. Unternehmenssprecher Paolo Ganino kündigte an, die Einschätzung der Kommission mit allen verfügbaren Mitteln anzufechten. Zunächst kann das Unternehmen die Beweise prüfen und Stellung nehmen. Erfahrungsgemäß könnten Verhandlungen und mögliche Anpassungen jedoch Monate dauern.Welche konkreten Änderungen am Ende in der Praxis ankommen, ist daher offen. Denkbar sind neue Voreinstellungen, mehr Kontrollmöglichkeiten für die Nutzer oder sogar das Verbot einzelner Funktionen. Klar ist jedoch: Sollte Brüssel seine Linie durchsetzen, könnte dies neue globale Maßstäbe für das Design sozialer Medien setzen.
Auch andere Plattformen dürften die Entwicklung daher aufmerksam verfolgen: Gegen Meta, den Mutterkonzern von Facebook und Instagram, laufen seit Mai 2024 ebenfalls Untersuchungen wegen möglicher suchtfördernder Gestaltung.
Zusammenfassung
- EU-Kommission bekämpft Suchtpotenzial von sozialen Netzwerken
- TikTok soll App-Design ändern, um suchtartiges Verhalten zu reduzieren
- Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des Umsatzes
- Digital Services Act verpflichtet zur Risikominderung für Nutzer
- TikTok will die Einschätzung der Kommission mit allen Mitteln anfechten
- Verhandlungen und mögliche Anpassungen könnten mehrere Monate dauern
- Entscheidung könnte neue globale Standards für Social-Media-Design setzen
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Christian Kahle
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