VW rechnet mit Diess-Ära ab:
"Endlich wieder gute Autos bauen"
Volkswagen rechnet in einem neuen Buch ungewöhnlich offen mit den Fehlern der Ära Diess ab. Markenchef Schäfer fordert nach Software-Frust und Qualitätsmängeln, endlich wieder gute Autos zu bauen. Künftige Modelle sollen überzeugen.
Thomas Schäfer, der vor rund drei Jahren die Führung der Marke übernahm, nutzt das Werk für eine kritische Bestandsaufnahme. Er beschreibt den Zustand des Unternehmens bei seinem Amtsantritt ungeschönt als immensen "Berg an Aufgaben". Das erklärte Ziel der aktuellen Führungsetage unter Schäfer und Konzernchef Oliver Blume ist dabei so simpel wie vielsagend: Man müsse "endlich wieder gute Autos bauen".
Insbesondere der Marktstart des ID.3 und des Golf 8 sorgte bei Stammkunden für Frust: Unbeleuchtete Touch-Slider, träge Infotainment-Systeme und eine Materialauswahl, die eher an Billigst-Kleinwagen erinnerte, beschädigten das Image. Die neue Strategie zielt darauf ab, diese Risse zu kitten und die Marke damit finanziell auch zukunftsfähig aufzustellen.
Andreas Mindt, der Anfang 2023 von Bentley zurück nach Wolfsburg wechselte, etablierte die neue Designsprache "Pure Positive". Der erfahrene Designer, der zuvor unter anderem den exklusiven Bentley Batur entwarf, verordnet Volkswagen eine "neue Freundlichkeit". Anstatt auf Aggressivität und böse Scheinwerfer zu setzen, sollen kommende Modelle wieder zeitlos und sympathisch wirken.
Das Ziel ist es, Mainstream im besten Sinne zu sein. Fahrzeuge sollen nicht polarisieren, sondern Sympathien wecken - ähnlich wie es früher beim Käfer oder dem ersten Bulli der Fall war. Mindt betont im Buch, dass Autos ohne diese emotionale Bindung "seelenlos" seien. Diese Philosophie wird sich konkret in der Modellpalette niederschlagen: Zukünftige elektrische Einstiegsmodelle zeigen bereits diese stabilere Statur mit der typischen C-Säule. Auch die Rückkehr zu klassischen Namen wie Golf oder Tiguan anstelle einer rein numerischen Nomenklatur soll helfen, wieder positive "Erinnerungen schaffen".
Der Spagat zwischen dem Anspruch, "gute Autos" mit hoher Marge zu bauen, und der Notwendigkeit, gegen die aggressive Preispolitik chinesischer Wettbewerber zu bestehen, ist gewaltig. Ob das neue, freundliche Design ("VW-Lächeln") ausreicht, um die höheren Preispunkte in den Augen der Kunden zu rechtfertigen, wird das Autojahr 2026 zeigen müssen.
Glaubt ihr, dass Volkswagen mit der Strategie "Pure Positive" und der Rückkehr zu alten Tugenden die Kurve kriegt? Oder ist der Zug im E-Auto-Segment für die Wolfsburger bereits abgefahren? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
Siehe auch:
"Creating Memories. A Volkswagen Design Book"
In Zusammenarbeit mit dem Verlag ramp.space hat der Wolfsburger Automobilhersteller das Buch "Creating Memories. A Volkswagen Design Book" veröffentlicht. Wer hier eine reine Marketing-Broschüre mit Hochglanzfotos erwartet, wird überrascht.Thomas Schäfer, der vor rund drei Jahren die Führung der Marke übernahm, nutzt das Werk für eine kritische Bestandsaufnahme. Er beschreibt den Zustand des Unternehmens bei seinem Amtsantritt ungeschönt als immensen "Berg an Aufgaben". Das erklärte Ziel der aktuellen Führungsetage unter Schäfer und Konzernchef Oliver Blume ist dabei so simpel wie vielsagend: Man müsse "endlich wieder gute Autos bauen".
Ende einer Ära
Diese Aussage lässt sich kaum anders deuten als eine klare Distanzierung von der Ära unter Herbert Diess. In jener Zeit dominierten Software-Probleme der Sparte Cariad und Kritik an der Verarbeitung die Schlagzeilen.Insbesondere der Marktstart des ID.3 und des Golf 8 sorgte bei Stammkunden für Frust: Unbeleuchtete Touch-Slider, träge Infotainment-Systeme und eine Materialauswahl, die eher an Billigst-Kleinwagen erinnerte, beschädigten das Image. Die neue Strategie zielt darauf ab, diese Risse zu kitten und die Marke damit finanziell auch zukunftsfähig aufzustellen.
Rückkehr zum freundlichen VW-Gesicht
Wie die WAZ unter Berufung auf Inhalte des neuen Buches berichtet, identifiziert Volkswagen diverse interne Baustellen, die es zu beheben galt. Ein zentraler Hebel für den Neuanfang ist die optische Ausrichtung.Geschichte des VW Golf GTI
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1976
1976Golf I GTI (Ur-GTI) mit 1,6 l Motor und 110 PS wird vorgestellt
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1984
1984Markteinführung des Golf II GTI
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1991
1991Golf III GTI kommt auf den Markt
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1998
1998Präsentation des Golf IV GTI
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2004
November 2004Marktstart des Golf V GTI
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2009
2009Golf VI GTI feiert seine Premiere
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2013
2013Einführung des Golf VII GTI
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2026
2026Golf "GTI EDITION 50" startet
Andreas Mindt, der Anfang 2023 von Bentley zurück nach Wolfsburg wechselte, etablierte die neue Designsprache "Pure Positive". Der erfahrene Designer, der zuvor unter anderem den exklusiven Bentley Batur entwarf, verordnet Volkswagen eine "neue Freundlichkeit". Anstatt auf Aggressivität und böse Scheinwerfer zu setzen, sollen kommende Modelle wieder zeitlos und sympathisch wirken.
Das Ziel ist es, Mainstream im besten Sinne zu sein. Fahrzeuge sollen nicht polarisieren, sondern Sympathien wecken - ähnlich wie es früher beim Käfer oder dem ersten Bulli der Fall war. Mindt betont im Buch, dass Autos ohne diese emotionale Bindung "seelenlos" seien. Diese Philosophie wird sich konkret in der Modellpalette niederschlagen: Zukünftige elektrische Einstiegsmodelle zeigen bereits diese stabilere Statur mit der typischen C-Säule. Auch die Rückkehr zu klassischen Namen wie Golf oder Tiguan anstelle einer rein numerischen Nomenklatur soll helfen, wieder positive "Erinnerungen schaffen".
Qualitätsoffensive trifft auf Preiskritik
Die massive Kritik an der Haptik der frühen ID-Modellen hat in Wolfsburg offenbar Wirkung gezeigt. Das Designbuch erläutert am Beispiel von Design-Studien und aktuellen Serienanläufen, wie Entwicklungsprozesse heute ablaufen, um wieder ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen.Der Spagat zwischen dem Anspruch, "gute Autos" mit hoher Marge zu bauen, und der Notwendigkeit, gegen die aggressive Preispolitik chinesischer Wettbewerber zu bestehen, ist gewaltig. Ob das neue, freundliche Design ("VW-Lächeln") ausreicht, um die höheren Preispunkte in den Augen der Kunden zu rechtfertigen, wird das Autojahr 2026 zeigen müssen.
Das Buch gibt es bisher nur beim Ramp-Verlag oder bei Volkswagen zu bestellen, Kostenpunkt 35 Euro.
Glaubt ihr, dass Volkswagen mit der Strategie "Pure Positive" und der Rückkehr zu alten Tugenden die Kurve kriegt? Oder ist der Zug im E-Auto-Segment für die Wolfsburger bereits abgefahren? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!
Zusammenfassung
- VW veröffentlicht kritisches Designbuch zur Aufarbeitung der Diess-Ära
- Markenchef Schäfer fordert Rückkehr zu qualitativ hochwertigen Fahrzeugen
- Nach Software-Problemen und Qualitätsmängeln steht ein Imagewandel an
- Neue Designphilosophie 'Pure Positive' setzt auf Freundlichkeit statt Aggression
- Rückkehr zu klassischen Modellnamen soll positive Emotionen wecken
- Wolfsburger Hersteller ringt um Balance zwischen Qualität und Wettbewerbsfähigkeit
- Designchef Andreas Mindt verfolgt Ziel zeitloser und sympathischer Fahrzeuge
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