E-Autos: Niedersachsen drängt auf Förderung für Gebrauchtwagen

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies fordert eine Neuaus­richtung der E-Mobilitätsprämie in Deutschland. Statt Neuwagen zu subven­tio­nieren, sollen junge Gebrauchte mit 3000 Euro bezu­schusst werden.
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Volkswagen AG

Forderung nach Kurswechsel bei Subventionen

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat die Bundesregierung Ende Dezember 2025 zu einer Anpassung der geplanten E-Auto-Förderung aufgefordert. In einem Interview mit der Welt erklärt er, welche Schritte er für nötig hält.

Während die schwarz-rote Koalition im Bund derzeit Zuschüsse für Neuwagen vorsieht und den Gebrauchtwagenmarkt erst später einbeziehen will, fordert Lies eine sofortige Priorisierung des Bestandsmarktes. Der SPD-Politiker, der auch dem Aufsichtsrat der Volkswagen AG angehört, spricht sich für eine staatliche Kaufprämie von 3000 Euro für gebrauchte Elektrofahrzeuge aus.


Der Vorschlag zielt auf sogenannte junge Gebrauchtwagen, überwiegend zwei bis drei Jahre alte Leasing-Rückläufer. Lies verweist auf die Einkommenssituation vieler Haushalte. Auch mit staatlicher Förderung seien Neuwagen im Preisbereich von mehr als 40.000 Euro für viele nicht finanzierbar. Eine ausschließliche Neuwagenprämie verfehle daher das Ziel, Elektromobilität breiter zu verankern. Dies könne nur über den Gebrauchtwagenmarkt gelingen.

Wichtig wird zum einen sein, dass der Staat, wenn er die Elektromobilität fördert, diese Förderung daran bindet, dass die Wertschöpfung für diese Autos in Europa stattfindet. Zweitens: Wir brauchen eine E-Mobilitätsprämie auch für Gebrauchtwagen. Menschen mit geringerem Einkommen kaufen junge Gebrauchtwagen, keine Neuwagen, selbst wenn diese stark subventioniert werden. Wenn wir die Elektromobilität breit in die Gesellschaft bringen wollen, dürfen wir die Förderung nicht auf Neuwagen beschränken.
Olaf Lies (SPD)
Neben sozialen Argumenten nennt Lies industriepolitische Gründe. Eine Prämie für Gebrauchtfahrzeuge komme faktisch europäischen Herstellern zugute. Auf dem hiesigen Gebrauchtwagenmarkt dominieren Fahrzeuge von Marken wie VW, BMW oder Mercedes, da chinesische Anbieter erst seit kurzer Zeit in größerem Umfang in Europa vertreten sind.

Neuwagen heißt auch China zu unterstützen

Eine Neuwagenförderung berge dagegen das Risiko, dass staatliche Mittel verstärkt in den Kauf günstiger Importfahrzeuge aus China fließen. Da Hersteller wie BYD oder MG ihre Marktanteile bei Neuwagen ausbauen, könnte eine unspezifische Prämie den Wettbewerbsdruck auf europäische Autobauer erhöhen. Die Förderung des Gebrauchtwagenmarktes wirke daher als indirekter Schutz für die heimische Industrie.

Ökonomische Effekte und EU-Ziele

Lies verweist zudem auf ökonomische Effekte. Der starke Wertverlust gebrauchter Elektroautos habe Leasingraten für Neufahrzeuge verteuert, da geringere Restwerte einkalkuliert würden. Eine staatliche Stützung der Gebrauchtwagenpreise könne die Restwerte stabilisieren und damit günstigere Leasingangebote ermöglichen. Dies würde den Absatz neuer Fahrzeuge unterstützen und sei wirksamer als eine direkte Neuwagenprämie.

Die Diskussion steht im Zusammenhang mit den angepassten Klimazielen der EU. Nach Änderungen an den Plänen für ein vollständiges Verbrenner-Aus ab 2035 gewinnen Übergangs­technologien an Bedeutung. Die größere Offenheit für Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender verschafft der Industrie zusätz­lichen Spielraum. Für Volkswagen und die niedersächsische Zulieferindustrie sei dies wichtig, um Arbeitsplätze während der Transformation zu sichern.

Würdet ihr euch einen gebrauchten Stromer zulegen, wenn der Staat 3000 Euro beisteuert, oder sind die Technologiesprünge bei Neuwagen für euch zu wichtig? Schreibt uns eure Meinung gern in die Kommentare!

Wie hoch ist die geplante Prämie?
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies fordert eine Kaufprämie in Höhe von 3.000 Euro für gebrauchte Elektroautos. Damit würde die Förderung der geplanten Summe für Neuwagen entsprechen.

Ziel dieser Forderung ist es, die Elektromobilität auch für Menschen mit geringerem Einkommen zugänglich zu machen, die sich keine Neuwagen leisten können. Ob die Bundesregierung dieser Höhe zustimmt, ist noch offen.
Welche Autos wären förderfähig?
Der Fokus liegt laut den Forderungen auf sogenannten "jungen Gebrauchtwagen". Konkret nennt Lies hierbei oft Leasing-Rückläufer, die etwa zwei bis drei Jahre alt sind.

Die Bundesregierung plant generell Förderungen für reine Elektrofahrzeuge sowie Plug-in-Hybride. Durch die Konzentration auf den europäischen Markt wären vor allem Modelle heimischer Hersteller betroffen, da kaum chinesische Gebrauchtwagen existieren.
Gilt die Prämie auch für Leasing?
Ja, das geplante Förderprogramm der Bundesregierung schließt das Leasing ausdrücklich mit ein. Dies gilt sowohl für reine Stromer als auch für Plug-in-Hybride.

Auch Lies betont die Wichtigkeit des Leasing-Bereichs. Eine Förderung würde hier nicht nur die monatlichen Raten für Endkunden senken, sondern auch den Absatz von Rückläufern im Markt stabilisieren.
Was gilt für Plug-in-Hybride?
Sowohl die Pläne der Bundesregierung als auch die Forderungen aus Niedersachsen schließen Plug-in-Hybride in die Förderkulisse mit ein. Sie werden als wichtige Brückentechnologie angesehen.

Auch langfristig gewinnen sie an Bedeutung: Durch die Anpassung der EU-Pläne sollen Plug-ins auch nach 2035 als zulassungsfähige Alternative zu reinen Batterie-Fahrzeugen erhalten bleiben.
Zusammenfassung
  • Olaf Lies fordert 3000-Euro-Prämie für gebrauchte E-Autos statt Neuwagen
  • Fokus auf Leasing-Rückläufer im Alter von zwei bis drei Jahren
  • Gebrauchtwagenförderung macht E-Mobilität für mittlere Einkommen zugänglich
  • Unterstützung des Bestandsmarktes schützt indirekt europäische Autobauer
  • Initiative soll Restwerte stabilisieren und günstigere Leasingraten ermöglichen
  • Anpassung folgt auf modifizierte EU-Klimaziele mit mehr technologischer Flexibilität
  • Ziel ist Absicherung der Arbeitsplätze während der Transformation zur E-Mobilität

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