Kalifornien: Viertgrößte Volkswirtschaft der Welt nun ohne Kohlestrom

Im kommenden Monat endet in Kalifornien eine Ära: Der Bundes­staat, der alleine die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt wäre, steigt komplett aus der Nutzung von Strom aus, der durch die Ver­bren­nung von Kohle erzeugt wurde.
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Letzte Verbindung wird gekappt

Eigene Kohlekraftwerke gibt es in Kalifornien bereits nicht mehr. Der Bundesstaat wird nun aber auch keine Elektrizität mehr aus dem Intermountain Power Plant in Utah beziehen, berichtet die LA Times. Damit beendet Kalifornien faktisch seine Abhängigkeit von Kohlestrom - ein Meilenstein in der langjährigen Energiewende des bevölkerungsreichsten US-Staates.

Seit Jahrzehnten gilt Kalifornien als Vorreiter in der Klimapolitik. Jetzt folgt ein symbolträchtiger Schritt: Das Abschalten der letzten großen Kohlequelle, die bislang noch rund zwei Prozent des Strombedarfs deckte. Der Intermountain-Komplex, einst ein Eckpfeiler der Stromversorgung für Los Angeles, wird künftig keine Elektronen mehr nach Westen schicken.


Der Übergang verlief überraschend reibungslos. Dank besserer Speichertechnologien und des raschen Ausbaus von Wind-, Solar- und Erdgasanlagen blieb Kalifornien in den vergangenen Jahren von den Stromengpässen verschont, die den Bundesstaat früher regelmäßig heimsuchten. Besonders die Wasser- und Energiebehörde von Los Angeles (LADWP) spielte dabei eine Schlüsselrolle: Sie reduzierte Schritt für Schritt den Strombezug aus Utah und errichtet nun in unmittelbarer Nähe des alten Kohlekraftwerks eine moderne Anlage, die Erdgas und zunehmend Wasserstoff nutzt.

"Für uns ist das ein großer Fortschritt - wir verabschieden uns nicht nur von Kohle, sondern investieren in innovative und saubere Technologien", sagte Jason Rondou, stellvertretender Generaldirektor der LADWP. Das neue Kraftwerk soll künftig auch Wasserstoff produzieren, indem es Wasser in seine Bestandteile zerlegt - ein Verfahren, das deutlich weniger Umweltbelastungen verursacht als die Kohleverbrennung.

Jobs gingen verloren

Der Wandel hat allerdings auch Schattenseiten. Bereits 2019 wurde die große Navajo Generating Station in Arizona geschlossen - einst die größte Kohleanlage im Westen der USA. Für viele Angehörige des indigenen Volkes der Dine, die in Minen oder Kraftwerken gearbeitet hatten, bedeutete das den Verlust gut bezahlter Jobs. Dennoch sehen einige darin einen notwendigen Schritt. "Das Wasser wurde verschmutzt, der Strom ging nach außen - nicht zu uns", wird der ehemalige Minenarbeiter Lawrence Gilmore zitiert.

Während wirtschaftliche Realitäten die Kohleindustrie in den USA zunehmend unter Druck setzen, setzen Bundesstaaten wie Kalifornien auf Zukunftstechnologien. Und auch in konservativen Regionen wie Millard County in Utah ist die Bereitschaft gewachsen, den Wandel mitzugehen. "Wir bleiben offen für neue Formen der Energiegewinnung", erklärte Bezirkskommissar Bill Wright.

Zusammenfassung
  • Kalifornien beendet Kohlestrom-Ära und verstärkt seine Vorreiterrolle
  • Die viertgrößte Volkswirtschaft weltweit verzichtet komplett auf Kohleenergie
  • Intermountain-Kraftwerk in Utah liefert keine Elektrizität mehr nach Kalifornien
  • Reibungsloser Übergang dank besserer Speichertechnologien und erneuerbarer Energien
  • Neue Anlage setzt auf umweltfreundliche Kombination aus Erdgas und Wasserstoff
  • Wegfall von Arbeitsplätzen für indigene Völker als soziale Herausforderung

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