Trump erpresst Taiwan: Niedriger Zoll nur, wenn TSMC jetzt Intel rettet

Taiwan wurde von der US-Regierung mit höheren Zöllen belegt als verschiedene andere asiatische Staaten. Was nun folgt, kann im Grunde nur als Erpressung gewertet werden: Geringere Zölle soll es beispielsweise für die Rettung Intels geben.
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Chips sorgen für Handelsdefizite

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump soll eventuelle Zollvergünstigungen für Importe aus Taiwan an strikte Bedingungen knüpfen - darunter ein enormer Kapitaleinsatz des Halbleiterkonzerns TSMC in den USA sowie die Übernahme eines fast hälftigen Anteils am kriselnden US-Konzern Intel.

Taiwan ist einer der wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten - immerhin werden dort die meisten modernen Chips produziert, von denen die Hightech-Industrie der USA komplett abhängig ist. Angesichts dessen gibt es ein deutliches Handelsdefizit, was dem US-Präsidenten ein Dorn im Auge ist.


Der Inselstaat wurde daher einem Zollsatz von 20 Prozent unterworfen - deutlich mehr als beispielsweise Japan, das nur 15 Prozent auferlegt bekam. Für viele taiwanesische Unternehmen bedeutet dies massive Wettbewerbsnachteile. Entsprechend bemüht sich Taipeh um eine Reduzierung oder gar Aufhebung der Zölle. Doch laut eines Berichts des taiwanesischen Nachrichtenportals MNews.tw macht Washington diese Entlastung von zwei besonders weitreichenden Forderungen abhängig.

So soll TSMC als größter Chiphersteller Taiwans weitere 400 Milliarden Dollar in den USA investieren, dort also eine deutlich größere Halbleiter-Produktion aufbauen. Außerdem will Washington, dass das Unternehmen eine 49-prozentige Beteiligung an Intel erwirbt. Dies soll helfen, den angeschlagenen US-Chiphersteller, der seit längerer Zeit nicht wieder richtig auf die Beine kommt, zu retten.

Kaum realistisch

Beide Forderungen gelten in der Branche als kaum realistisch. Bereits heute steckt TSMC rund 165 Milliarden Dollar in den Aufbau neuer Produktionsstätten und Forschungszentren in den Vereinigten Staaten, insbesondere im Bundesstaat Arizona. Dort soll noch in diesem Jahr die Serienfertigung anlaufen, zwei weitere Fabriken sind in Planung. Noch deutlich größere Investitionen dürften auch für TSMC kaum zu stemmen sein.

Hinter den US-Forderungen scheint sich ein strategisches Kalkül zu verbergen: Intel, einst ein Symbol für US-Technologie, steckt tief in der Krise. Seit 2021 ist der Jahresumsatz des Unternehmens um ein Drittel eingebrochen - von 79 Milliarden auf 53 Milliarden Dollar. Staatliche Zuschüsse und Förderungen im Rahmen des CHIPS Act konnten den Abwärtstrend bislang nicht stoppen. TSMC könnte durch einen Einstieg bei Intel helfen, die US-Chipstrategie zu retten - doch ob der Konzern dazu bereit ist, bleibt fraglich. Analysten bezweifeln, dass eine Übernahme in dieser Größenordnung für TSMC wirtschaftlich sinnvoll wäre.

Zusammenfassung
  • USA belegen Taiwan mit 20-prozentigen Zöllen als Druckmittel
  • Trump fordert von TSMC 400 Milliarden Dollar Investitionen in den USA
  • TSMC soll 49 Prozent von kriselndem Chipkonzern Intel übernehmen
  • Bereits laufende TSMC-Investitionen in Arizona belaufen sich auf 165 Mrd
  • Intels Jahresumsatz ist seit 2021 um ein Drittel auf 53 Mrd. Dollar gesunken
  • Branchenexperten zweifeln an Realisierbarkeit der US-Forderungen

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