Ubisoft-Chef hält es für normal, dass man Spiele verkauft und dann löscht
Ein gekauftes Spiel verschwindet - nicht durch Defekt, sondern weil der Publisher den Stecker zieht. Millionen Spieler fordern klare Regeln gegen diese Praxis. Ubisoft-Chef Yves Guillemot kann das nicht ganz verstehen. Schließlich sei "nichts für die Ewigkeit".
Der Fall wurde zum Symbol: Für viele war es der entscheidende Beleg, dass der Kauf digitaler Spiele zunehmend einem Mietmodell gleicht. Die Reaktion folgte prompt. Unter dem Namen Stop Killing Games formierte sich eine dynamische Bewegung, die seither fordert, gesetzlich zu regeln, dass Publisher Spiele nicht ersatzlos abschalten dürfen. Die zugehörige Petition hat mittlerweile über 1,3 Millionen Unterschriften gesammelt.
Spartipp: Große Gutscheinheft-Aktion bei Media Markt und Saturn
Ubisoft steht wegen der Abschaltung von The Crew im Zentrum der Debatte. Auf der jüngsten Hauptversammlung wurde CEO Yves Guillemot direkt mit der Petition konfrontiert. Ein Aktionär sprach das Thema laut VGC "aggressiv" an. Statt auf die Forderung nach Offline-Zugängen oder technischer Offenlegung einzugehen, antwortete der CEO mit sehr allgemeinen Äußerungen. Jede Software sei nun mal irgendwann obsolet. Und schließlich greift Guillemot auch noch zu einer formelhaften Aussage, die nichts erklärt, aber den Eindruck von Unvermeidlichkeit erzeugen soll: "Nichts ist für die Ewigkeit."
Die Diskussion trifft einen wunden Punkt der Branche, um den sich nicht nur Ubisoft zu winden versucht: Wem gehört ein digitales Spiel wirklich? Und was schulden Publisher den Käufern nach dem Kauf? Statt eigene Verantwortung zu benennen, verweist Guillemot lieber auf die gesamte Branche - das Problem betreffe schließlich alle Publisher.
Siehe auch:
Ubisoft-CEO: 'Gelöschte Spiele? Nichts ist ewig!'
Als Ubisoft im vergangenen Jahr das Online-Rennspiel The Crew endgültig abschaltete, traf das nicht nur Fans des Spiels. Es traf einen Nerv der gesamten Gaming-Community. Denn anders als bei klassischen Titeln verschwand The Crew vollständig: Die Authentifizierungsserver wurden deaktiviert, das Spiel war nicht mehr startbar - weder online noch offline. Käufer hatten keine Möglichkeit mehr, auf ein Produkt zuzugreifen, für das sie regulär bezahlt hatten.Der Fall wurde zum Symbol: Für viele war es der entscheidende Beleg, dass der Kauf digitaler Spiele zunehmend einem Mietmodell gleicht. Die Reaktion folgte prompt. Unter dem Namen Stop Killing Games formierte sich eine dynamische Bewegung, die seither fordert, gesetzlich zu regeln, dass Publisher Spiele nicht ersatzlos abschalten dürfen. Die zugehörige Petition hat mittlerweile über 1,3 Millionen Unterschriften gesammelt.
Spartipp: Große Gutscheinheft-Aktion bei Media Markt und Saturn
Wir stellen einen Service bereit, nichts ist in Stein gemeißelt.Die Forderungen richten sich auch klar auf technische Maßnahmen: Spiele mit Onlinepflicht sollen nach Serverende zumindest in einem Offline-Modus erhalten bleiben. Alternativ sei die Herausgabe von Quellcode oder die Freigabe für Community-Server denkbar. Bislang ist keine dieser Maßnahmen verpflichtend - und genau das wollen die Initiatoren ändern.
Ubisoft steht wegen der Abschaltung von The Crew im Zentrum der Debatte. Auf der jüngsten Hauptversammlung wurde CEO Yves Guillemot direkt mit der Petition konfrontiert. Ein Aktionär sprach das Thema laut VGC "aggressiv" an. Statt auf die Forderung nach Offline-Zugängen oder technischer Offenlegung einzugehen, antwortete der CEO mit sehr allgemeinen Äußerungen. Jede Software sei nun mal irgendwann obsolet. Und schließlich greift Guillemot auch noch zu einer formelhaften Aussage, die nichts erklärt, aber den Eindruck von Unvermeidlichkeit erzeugen soll: "Nichts ist für die Ewigkeit."
Für immer ist relativ
Technisch ist diese Argumentation nur bedingt haltbar. Zwar können ältere Spiele durch Abhängigkeiten von Onlinekomponenten schwer wartbar sein - im Fall von The Crew hatte das Spiel aber weiterhin eine funktionierende Basis und aktive Nutzer. Erst nach der massiven Kritik kündigte Ubisoft Offline-Modi für The Crew 2 und Motorfest an - allerdings zu spät für das Original. Guillemot betont, man habe den Nachfolger vergünstigt angeboten, eine weitere Aussage, die klar am Thema vorbeigeht.Die Diskussion trifft einen wunden Punkt der Branche, um den sich nicht nur Ubisoft zu winden versucht: Wem gehört ein digitales Spiel wirklich? Und was schulden Publisher den Käufern nach dem Kauf? Statt eigene Verantwortung zu benennen, verweist Guillemot lieber auf die gesamte Branche - das Problem betreffe schließlich alle Publisher.
Was ist Stop Killing Games?
Stop Killing Games ist eine 2024 gegründete Verbraucherrechtsbewegung, die sich für den Erhalt der Funktionstüchtigkeit von Videospielen einsetzt. Die Initiative wurde vom YouTuber Ross Scott als Reaktion auf die Abschaltung des Rennspiels The Crew von Ubisoft ins Leben gerufen.
Ziel der Bewegung ist es, Entwickler und Publisher dazu zu verpflichten, Methoden bereitzustellen, mit denen Spiele auch nach der Abschaltung offizieller Server weiterhin spielbar bleiben - etwa durch einen Offline-Modus oder die Möglichkeit des privaten Serverhostings.
Ziel der Bewegung ist es, Entwickler und Publisher dazu zu verpflichten, Methoden bereitzustellen, mit denen Spiele auch nach der Abschaltung offizieller Server weiterhin spielbar bleiben - etwa durch einen Offline-Modus oder die Möglichkeit des privaten Serverhostings.
Warum wurde die Petition gestartet?
Der direkte Auslöser war die Ankündigung von Ubisoft, die Server des Rennspiels The Crew am 1. April 2024 abzuschalten, wodurch das Spiel komplett unspielbar wurde - obwohl große Teile des Spiels auch im Einzelspielermodus spielbar waren und theoretisch offline funktionieren könnten.
Die Bewegung kritisiert die zunehmende Praxis von "online-only" Spielen, bei denen Verbraucher trotz Kauf keine tatsächliche Kontrolle über das erworbene Produkt haben und nach Serverabschaltungen keinen Zugriff mehr auf ihre gekauften Inhalte erhalten.
Die Bewegung kritisiert die zunehmende Praxis von "online-only" Spielen, bei denen Verbraucher trotz Kauf keine tatsächliche Kontrolle über das erworbene Produkt haben und nach Serverabschaltungen keinen Zugriff mehr auf ihre gekauften Inhalte erhalten.
Wie viele Unterschriften gibt es?
Die europäische Bürgerinitiative "Stop Killing Games" hat am 20. Juli 2025 die Marke von 1,4 Millionen Unterschriften überschritten. Damit wurde das selbstgesetzte Ziel der Organisatoren erreicht und ein wichtiger Meilenstein für die weitere Bearbeitung im EU-Parlament erzielt.
Nach Erreichen dieses Schwellenwerts beginnt nun eine "Prüfungsphase", in der Parlamentsmitglieder die Petition durch die Benennung von Ausschüssen überprüfen, Institutionen konsultieren und externes Feedback einholen werden.
Nach Erreichen dieses Schwellenwerts beginnt nun eine "Prüfungsphase", in der Parlamentsmitglieder die Petition durch die Benennung von Ausschüssen überprüfen, Institutionen konsultieren und externes Feedback einholen werden.
Was fordern die Initiatoren?
Die Initiatoren fordern eine gesetzliche Regelung, die Publisher verpflichtet, Videospiele, die in der EU verkauft werden, in einem funktionsfähigen (spielbaren) Zustand zu belassen. Es soll verhindert werden, dass Spiele durch die Abschaltung von Servern unbrauchbar werden.
Konkret sollen Publisher verpflichtet werden, angemessene Mittel bereitzustellen, damit Spiele auch ohne Beteiligung des Publishers weiter funktionieren können - sei es durch Offline-Modi, private Serverhosting-Möglichkeiten oder andere technische Lösungen.
Konkret sollen Publisher verpflichtet werden, angemessene Mittel bereitzustellen, damit Spiele auch ohne Beteiligung des Publishers weiter funktionieren können - sei es durch Offline-Modi, private Serverhosting-Möglichkeiten oder andere technische Lösungen.
Wie reagieren die Publisher?
Ubisoft-CEO Yves Guillemot wurde bei einem Aktionärstreffen mit der Petition konfrontiert und gab an, dass dies ein Problem sei, mit dem "alle Spielepublisher" konfrontiert seien. Der Konzern hat inzwischen versprochen, für The Crew 2 und The Crew Motorfest Offline-Modi hinzuzufügen.
Die Lobbygruppe Video Games Europe, die Entwickler und Publisher in der EU vertritt, hat sich gegen die Bewegung ausgesprochen und argumentiert, dass die Vorschläge "die Entscheidungsfreiheit der Entwickler einschränken" und Online-Spiele "unerschwinglich teuer" machen würden.
Die Lobbygruppe Video Games Europe, die Entwickler und Publisher in der EU vertritt, hat sich gegen die Bewegung ausgesprochen und argumentiert, dass die Vorschläge "die Entscheidungsfreiheit der Entwickler einschränken" und Online-Spiele "unerschwinglich teuer" machen würden.
Gibt es prominente Unterstützer?
Markus "Notch" Persson, der Schöpfer von Minecraft, hat seine Unterstützung für die Stop Killing Games-Bewegung öffentlich bekundet. Er argumentierte sogar, dass das "Piraten" eines Spiels nicht als Piraterie betrachtet werden könne, wenn Spieler keine tatsächlichen Eigentumsrechte an ihren Spielen haben.
Auch zahlreiche YouTuber und Spieljournalisten haben sich der Bewegung angeschlossen und darüber berichtet, was zu einer schnellen Verbreitung der Initiative beigetragen hat. Einzelne Entwickler wie Lefteris Stamatogiannakis von BeamNG haben ebenfalls ihre Unterstützung signalisiert.
Auch zahlreiche YouTuber und Spieljournalisten haben sich der Bewegung angeschlossen und darüber berichtet, was zu einer schnellen Verbreitung der Initiative beigetragen hat. Einzelne Entwickler wie Lefteris Stamatogiannakis von BeamNG haben ebenfalls ihre Unterstützung signalisiert.
Welche Spiele sind betroffen?
Betroffen sind vor allem Spiele, die eine ständige Internetverbindung erfordern, selbst wenn sie einen Einzelspielermodus haben. Das bekannteste Beispiel ist The Crew von Ubisoft, das trotz umfangreicher Einzelspielerinhalte nach der Serverabschaltung komplett unspielbar wurde.
Die Initiative betont, dass es nicht um reine Mehrspieler-Titel wie etwa Concord geht, bei denen das Spielprinzip auf der Interaktion mit anderen Spielern basiert, sondern um Spiele, die theoretisch auch offline funktionieren könnten, aber durch technische Einschränkungen daran gehindert werden.
Die Initiative betont, dass es nicht um reine Mehrspieler-Titel wie etwa Concord geht, bei denen das Spielprinzip auf der Interaktion mit anderen Spielern basiert, sondern um Spiele, die theoretisch auch offline funktionieren könnten, aber durch technische Einschränkungen daran gehindert werden.
Was sind die nächsten Schritte?
Nach Erreichen des Ziels von 1,4 Millionen Unterschriften geht die europäische Bürgerinitiative nun in die Phase der parlamentarischen Prüfung. Ausschüsse werden benannt, die die Petition überprüfen, externe Institutionen konsultieren und Feedback einholen.
Der Prozess kann je nach Komplexität mehrere Monate dauern, insbesondere wenn externe Gremien wie Behörden aus Kanada, dem Vereinigten Königreich und anderen Ländern konsultiert werden müssen, was Fristen von 15 bis 30 Tagen nach sich ziehen kann.
Der Prozess kann je nach Komplexität mehrere Monate dauern, insbesondere wenn externe Gremien wie Behörden aus Kanada, dem Vereinigten Königreich und anderen Ländern konsultiert werden müssen, was Fristen von 15 bis 30 Tagen nach sich ziehen kann.
Zusammenfassung
- Die Abschaltung des Spiels The Crew verärgerte Millionen von Spielern
- Stop Killing Games fordert gesetzliche Regelungen gegen Spielabschaltungen
- Petition gegen das Abstellen von gekauften Spielen erreichte 1,3 Mio Unterschriften
- Ubisoft-CEO Guillemot verteidigt mit fragwürdigen Aussagen die Firmenpolitik
- Nach Kritik kündigte Ubisoft Offline-Modi für neuere Spiele der Serie an
- Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen zu Eigentumsrechten bei digitalen Spielen auf
Siehe auch:
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