TPM-Bug bei Ryzen-CPUs: AMD gibt Mainboard-Herstellern die Schuld

Ein eigentlich längst gelöstes Problem sorgt weiterhin für Verun­sich­erung bei Nutzern von AMD-Ryzen-Prozessoren: Ein TPM-Attest­ier­ungs­fehler, der unter Windows 11 zu BitLocker-Wiederherstellungen führen kann, beschäftigt viele Nutzer noch immer.
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TPM-Fehler bei Ryzen-CPUs

Nun hat AMD das Schweigen gebrochen - und eine klare Erklärung geliefert, wie das Online-Magazin Neowin entdeckt hat. Der Hintergrund: Bereits Ende 2022 tauchten bei Ryzen-Systemen immer wieder Probleme mit der TPM-Attestierung auf (wir berichteten mehrfach). Diese Funktion überprüft die Integrität eines Systems - ein essenzieller Bestandteil der Sicherheitsarchitektur von Windows 11.

Anhaltende BitLocker-Probleme

Vor allem Nutzer mit aktivierter BitLocker-Verschlüsselung wurden von der Störung getroffen. Nach einem Neustart verlangte das System plötzlich nach dem Wiederherstellungsschlüssel - ein Schockmoment für viele.


Microsoft verwies früh auf einen Firmware-Fehler in der sogenannten "fTPM"-Lösung von AMD. Schon 2022, so hieß es, habe AMD entsprechende Updates bereitgestellt. Doch obwohl die Firmware laut AMD längst korrigiert wurde, hielt sich das Problem hartnäckig, auch in neuen Windows-Versionen. Lange war unklar, warum.

Nun bringt ein frisch veröffentlichter Support-Hinweis von AMD Licht ins Dunkel: Zwar habe man die fehlerhafte TPM-Firmware tatsächlich bereits 2022 repariert und an die Mainboard-Hersteller ausgeliefert. Doch viele dieser Hersteller hätten das Update schlicht nicht an ihre Kunden weitergegeben. Besonders betroffen seien Systeme mit Ryzen-Prozessoren der Serien 1000 bis 5000 und damit fast alle AM4-Mainboards.

AMD empfiehlt Nutzern jetzt, direkt bei ihrem Mainboard-Hersteller nach einem TPM-Firmware-Update zu fragen. Wer unsicher ist, ob das eigene System betroffen ist, kann über den PowerShell-Befehl Get-TPM prüfen, ob ein AMD-fTPM 3.*.0 im Einsatz ist - diese Variante ist besonders anfällig.

Brisant wird es vor allem dann, wenn BitLocker im Spiel ist. Ohne korrektes Firmware-Update kann es bei der Installation oder einem BIOS-Reset passieren, dass der PC in den Wiederherstellungsmodus geht - dann hilft nur noch der Wiederherstellungsschlüssel. AMD rät deshalb ausdrücklich, BitLocker vor einem Firmware-Update zu deaktivieren.

Priorität auf andere Aspekte?

Warum einige Hersteller das Update nicht verteilt haben, bleibt unklar. Möglicherweise, so spekuliert AMD, hätten die Firmen intern andere technische Schwierigkeiten priorisiert. Die Folgen bekommen jedoch die Nutzer zu spüren.

Schon einmal ohne Vorwarnung im BitLocker-Wiederherstellungsmodus gelandet - nur wegen eines längst bekannten Firmware-Problems? Oder wartet ihr immer noch vergeblich auf ein TPM-Update für euer Mainboard? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem TPM-Bug bei AMD-Ryzen gemacht? Teilt sie gern in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • TPM-Fehler bei Ryzen-CPUs verursacht BitLocker-Probleme
  • AMD korrigierte Firmware, nicht alle Updates wurden verteilt
  • Mainboard-Hersteller gaben Updates nicht weiter
  • Ryzen-Serien 1000 bis 5000 hauptsächlich betroffen
  • AMD rät, bei Herstellern nach Firmware-Updates zu fragen
  • BitLocker vor Updates deaktivieren
  • Fehlende Updates stören Sicherheitsprüfungen

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