Neue Probleme: AMD untersucht "geröstete" Ryzen 9950X-Prozessoren
Überhitzung, Verfärbung, Totalausfall: AMD untersucht mysteriöse Ryzen 9950X-Defekte nach intensiven Berechnungen. Die Schutzfunktionen versagten trotz normaler Betriebsbedingungen. Das könnte dahinterstecken.
Die beiden CPUs wurden für intensive mathematische Berechnungen verwendet, also für eine Aufgabe, für die sie entwickelt wurden. Nach monatelangem Dauerbetrieb versagten sie jedoch komplett. Bei der Untersuchung fanden sich auf der Unterseite beider Prozessoren eine verfärbte, etwa fingernagelgroße Stelle, ein deutliches Zeichen für Überhitzung.
Die Systeme liefen zum Zeitpunkt der Ausfälle unter maximaler Last und führten eng programmierte Assembler-Schleifen aus, die kontinuierlich eine MULX-Anweisung pro Takt ausführten. Dabei gab es eine besondere Beobachtung, denn die CPUs gingen nicht plötzlich kaputt, sondern verschlechterten sich über Monate hinweg, bis sie endgültig den Geist aufgaben.
Moderne CPUs haben eigentlich eingebaute Schutzfunktionen: Bei 95 Grad Celsius drosseln sie automatisch ihre Leistung, um Schäden zu vermeiden. Warum dieser Schutz nun versagt hat, ist völlig unklar. Noch mysteriöser: Der Vorgänger Ryzen 7950X läuft unter gleichen Bedingungen sogar heißer, aber problemlos seit Jahren. Warum also scheitert ausgerechnet die neuere Generation?
GMP hat die CPUs ausgebaut...
... und untersucht
Zumindest gibt es eine Entwarnung für Privatnutzer. Da die betroffenen Systeme monatelang unter extremer Volllast liefen, ist es unwahrscheinlich, dass Privatnutzer mit normaler Nutzung das gleiche Problem haben werden.
Was meint ihr zu diesen mysteriösen CPU-Ausfällen? Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit überhitzten Prozessoren gemacht oder setzt ihr auf besonders leistungsstarke Kühllösungen? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren!
Siehe auch:
Rätselhafte Ausfälle bei AMD-Prozessoren
AMD untersucht derzeit den Ausfall von hochwertigen Ryzen 9950X-Prozessoren. Ein Entwickler vom GMP-Projekt (GMP Lib zur Programmierung) hatte sind binnen sechs Monaten zwei verschmorte CPUs, obwohl sie aus seiner Sicht völlig normal betrieben wurden. Die Ausfälle ereigneten sich im Februar und August 2025. Daraufhin hat er Ursachenforschung betrieben.Die beiden CPUs wurden für intensive mathematische Berechnungen verwendet, also für eine Aufgabe, für die sie entwickelt wurden. Nach monatelangem Dauerbetrieb versagten sie jedoch komplett. Bei der Untersuchung fanden sich auf der Unterseite beider Prozessoren eine verfärbte, etwa fingernagelgroße Stelle, ein deutliches Zeichen für Überhitzung.
Die Systeme liefen zum Zeitpunkt der Ausfälle unter maximaler Last und führten eng programmierte Assembler-Schleifen aus, die kontinuierlich eine MULX-Anweisung pro Takt ausführten. Dabei gab es eine besondere Beobachtung, denn die CPUs gingen nicht plötzlich kaputt, sondern verschlechterten sich über Monate hinweg, bis sie endgültig den Geist aufgaben.
Was ist die MULX-Instruktion?: MULX ist eine x86-Assembler-Instruktion für 64-Bit-Multiplikation mit erweitertem Ergebnis. Sie wird in GMP intensiv genutzt, da sie hohe Rechenleistung bei großen Zahlen bietet.
Moderne CPUs haben eigentlich eingebaute Schutzfunktionen: Bei 95 Grad Celsius drosseln sie automatisch ihre Leistung, um Schäden zu vermeiden. Warum dieser Schutz nun versagt hat, ist völlig unklar. Noch mysteriöser: Der Vorgänger Ryzen 7950X läuft unter gleichen Bedingungen sogar heißer, aber problemlos seit Jahren. Warum also scheitert ausgerechnet die neuere Generation?
GMP hat die CPUs ausgebaut...
... und untersucht
Mögliche Ursachen
Die Verantwortlichen von GMP Lib haben zwei mögliche Ursachen an AMD gemeldet:- Zu schwacher Kühler?
- Der verwendete Noctua NH-U9S-Kühler ist eigentlich für 165 Watt ausgelegt, während der Ryzen 9950X bis zu 170 Watt verbraucht. Diese fünf Watt Differenz könnten bei Dauerlast doch kritisch sein. Hinzu kommt: In der Praxis kann die CPU sogar bis zu 230 Watt ziehen - deutlich mehr als offiziell angegeben.
- Montage-Problem?
- Der Kühlerhersteller Noctua empfiehlt eine versetzte Montage, die möglicherweise zu ungleichmäßiger Wärmeverteilung geführt hat. Dadurch könnten sich Luftblasen zwischen CPU und Kühler gebildet haben.
AMD reagiert
AMD bestätigte gegenüber The Register, diese konkreten Fälle zu untersuchen. "Wir haben uns an GMP gewandt, um weitere Details zu erhalten und die Situation besser zu verstehen." Eine weitere offizielle Erklärung gibt es bisher nicht. Da es nicht das einzige "Wärmeproblem" bei AMD zu sein scheint, sollte man das nun beobachten.Zumindest gibt es eine Entwarnung für Privatnutzer. Da die betroffenen Systeme monatelang unter extremer Volllast liefen, ist es unwahrscheinlich, dass Privatnutzer mit normaler Nutzung das gleiche Problem haben werden.
Was meint ihr zu diesen mysteriösen CPU-Ausfällen? Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit überhitzten Prozessoren gemacht oder setzt ihr auf besonders leistungsstarke Kühllösungen? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren!
Kann GMP Zen-5-CPUs beschädigen?
Ja, es gibt dokumentierte Fälle, in denen zwei AMD Ryzen 9950X CPUs durch intensive GMP-Tests irreparabel beschädigt wurden. Beide CPUs zeigten nach monatelanger Dauerlast sichtbare Verfärbungen auf der Unterseite, was auf thermische Schäden hindeutet.
GMP nutzt extrem rechenintensive Schleifen mit der MULX-Instruktion. Diese könnte laut GMP dazu führen, dass Zen-5-Kerne mehr Energie verbrauchen als spezifiziert. AMD untersucht derzeit die Vorfälle, hat aber noch keine offizielle Ursache bestätigt.
GMP nutzt extrem rechenintensive Schleifen mit der MULX-Instruktion. Diese könnte laut GMP dazu führen, dass Zen-5-Kerne mehr Energie verbrauchen als spezifiziert. AMD untersucht derzeit die Vorfälle, hat aber noch keine offizielle Ursache bestätigt.
Ist mein Ryzen 9950X gefährdet?
Für normale Anwendungen besteht derzeit kein akuter Handlungsbedarf. Die betroffenen CPUs liefen unter extremen Dauerlastbedingungen, die weit über typische Workloads hinausgehen - etwa durch stundenlange Ausführung optimierter Assembler-Schleifen mit MULX.
AMD betont, dass solche Schäden bei regulärer Nutzung unwahrscheinlich seien. Wer jedoch regelmäßig sehr rechenintensive Software wie GMP nutzt, sollte seine Kühlung und Systemkonfiguration überprüfen.
AMD betont, dass solche Schäden bei regulärer Nutzung unwahrscheinlich seien. Wer jedoch regelmäßig sehr rechenintensive Software wie GMP nutzt, sollte seine Kühlung und Systemkonfiguration überprüfen.
Welche Rolle spielt die Kühlung?
Die betroffenen Systeme waren mit Noctua NH-U9S Kühlern ausgestattet, die laut Spezifikation für 165W TDP ausgelegt sind - der Ryzen 9950X hat jedoch 170W TDP. Das Kühlsystem war damit an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit.
Hinzu kam eine fragwürdige Montage: Bei einem System wurde der Kühler laut Noctua-Empfehlung versetzt montiert, was zu ungleichmäßiger Wärmeableitung und möglicherweise zu thermischen Hotspots führte.
Hinzu kam eine fragwürdige Montage: Bei einem System wurde der Kühler laut Noctua-Empfehlung versetzt montiert, was zu ungleichmäßiger Wärmeableitung und möglicherweise zu thermischen Hotspots führte.
Was sagt AMD zu den Vorfällen?
AMD hat bestätigt, dass sie die Vorfälle untersuchen und mit dem GMP-Entwickler in Kontakt stehen. Die betroffenen CPUs wurden bereits an AMD zurückgeschickt, um die Ursache zu analysieren.
AMD weist darauf hin, dass ähnliche Fälle in der Vergangenheit oft auf fehlerhafte Mainboard-Designs zurückzuführen waren. Im GMP-Fall wurden jedoch hochwertige ASUS-Mainboards verwendet, was die Ursache unklarer macht.
AMD weist darauf hin, dass ähnliche Fälle in der Vergangenheit oft auf fehlerhafte Mainboard-Designs zurückzuführen waren. Im GMP-Fall wurden jedoch hochwertige ASUS-Mainboards verwendet, was die Ursache unklarer macht.
Wie kann ich mein System schützen?
Wer mit Zen-5-CPUs rechenintensive Anwendungen betreibt, sollte auf eine ausreichend dimensionierte Kühlung achten. Ein Kühler mit höherer TDP-Reserve und guter Gehäusebelüftung ist empfehlenswert.
Zudem kann ein Monitoring-Skript zur Temperaturüberwachung helfen. Bei ungewöhnlich hohen Werten sollte das System automatisch heruntergetaktet oder abgeschaltet werden, um Schäden zu vermeiden.
Zudem kann ein Monitoring-Skript zur Temperaturüberwachung helfen. Bei ungewöhnlich hohen Werten sollte das System automatisch heruntergetaktet oder abgeschaltet werden, um Schäden zu vermeiden.
Ist das ein Einzelfall?
Bisher sind nur zwei dokumentierte Fälle bekannt, beide vom GMP-Projekt. Andere Nutzer oder Organisationen haben bislang keine vergleichbaren Schäden unter ähnlichen Bedingungen gemeldet.
Dennoch warnt GMP vorsorglich vor intensiver Nutzung auf Zen-5-Prozessoren, bis die Ursache geklärt ist. AMD untersucht den Vorfall, um auszuschließen, dass es sich um ein systemisches Problem handelt.
Dennoch warnt GMP vorsorglich vor intensiver Nutzung auf Zen-5-Prozessoren, bis die Ursache geklärt ist. AMD untersucht den Vorfall, um auszuschließen, dass es sich um ein systemisches Problem handelt.
Zusammenfassung
- AMD untersucht Ryzen 9950X-CPUs, die bei intensiven Berechnungen ausfielen
- Prozessoren wiesen nach Ausbau verfärbte Stellen von 25 mm² auf
- Kühler Noctua NH-U9S war mit 165 Watt für 170-Watt-CPU unterausgelegt
- CPUs können bis zu 230 Watt aufnehmen, was deutlich über Spezifikation liegt
- Überhitzungsschutz durch Thermal Throttling funktionierte offenbar nicht
- Rätselhaft bleibt, warum der heißere Vorgänger Ryzen 7950X stabil läuft
- AMD hat Kenntnis vom Problem, lieferte aber noch keine offizielle Erklärung
Siehe auch:
- AMD: neue Sicherheitslücke in etlichen Ryzen-, Epyc-, Athlon-CPUs
- TPM-Bug bei Ryzen-CPUs: AMD gibt Mainboard-Herstellern die Schuld
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