Aus Protest: Pornhub sagt Au revoir, zieht sich aus Frankreich zurück
Pornhub und andere Portale des Mutterkonzerns Aylo ziehen sich aus Frankreich zurück. Hintergrund ist ein Streit über Altersverifikationsmaßnahmen zum Schutz Minderjähriger. Die Betreiber kritisieren die französischen Regelungen als ineffektiv.
Französische Nutzer werden statt der üblichen Inhalte künftig eine Protestnachricht sehen. Diese wird von einem Bild aus Eugène Delacroix' berühmtem Gemälde "Die Freiheit führt das Volk" begleitet, auf dem eine barbusige allegorische Figur zu sehen ist. Mit dieser symbolträchtigen Darstellung protestiert das Unternehmen gegen die französischen Regelungen.
Aylo-Vertreterin Alex Kekesi erklärte gegenüber Journalisten, dass das Unternehmen den Zugang zu seinen Seiten in Frankreich blockieren werde, um die französische Öffentlichkeit direkt über die Problematik zu informieren. Laut Aylo stelle die Erfassung sensibler persönlicher Daten durch die Webseiten ein erhebliches Risiko für die Privatsphäre der Nutzer dar. Frankreich ist nach den USA der zweitgrößte Markt für Pornhub, wie aus Statistiken hervorgeht, die das Unternehmen 2024 veröffentlicht hat.
Die EU-Kommission kritisiert, dass die Websites keine "angemessenen" Werkzeuge zur Altersüberprüfung haben, wie sie die Digitale-Dienste-Gesetzgebung (DSA) vorschreibt. Derzeit genügt oft ein einfacher Klick, mit dem Nutzer erklären, über 18 Jahre alt zu sein, ohne dass dies überprüft wird.
Die französische Kulturministerin Aurore Berge freut sich hingegen über die Selbstzensur von Pornhub und Co. Sie schrieb auf X (ehemals Twitter), es sei "umso besser", wenn Pornhub und andere Aylo-Angebote den Zugang für französische Nutzer kappten, anstatt sich "unserem rechtlichen Rahmen anzupassen". In Frankreich werde es dadurch "weniger gewalttätige, erniedrigende und demütigende Inhalte geben, die für Minderjährige zugänglich sind".
Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Seht ihr eher die Notwendigkeit des Jugendschutzes oder überwiegen für euch die Datenschutzbedenken? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren mit!
Siehe auch:
Pornhub und Co. verlassen Frankreich
Der Betreiber der bekannten Pornografie-Plattformen Pornhub, YouPorn und RedTube hat angekündigt, seinen Dienst in Frankreich ab dem heutigen 4. Juni einzustellen. Wie das bis 2023 als Mindgeek bekannte Unternehmen, das dann von Aylo aufgekauft wurde, mitteilte, reagiert es damit auf die französischen Gesetze zur Altersverifikation, die am 7. Juni in Kraft treten. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass Minderjährige auf pornografische Inhalte zugreifen können.Französische Nutzer werden statt der üblichen Inhalte künftig eine Protestnachricht sehen. Diese wird von einem Bild aus Eugène Delacroix' berühmtem Gemälde "Die Freiheit führt das Volk" begleitet, auf dem eine barbusige allegorische Figur zu sehen ist. Mit dieser symbolträchtigen Darstellung protestiert das Unternehmen gegen die französischen Regelungen.
Datenschutz versus Jugendschutz
Die französische Regierung verlangt von Pornografie-Webseiten, dass sie das Alter ihrer Nutzer mittels Kreditkarten- oder Ausweisdaten überprüfen. Wie Le Monde berichtet, soll laut einer Studie der französischen Medienaufsichtsbehörde Arcom aus der ersten Jahreshälfte 2024 fast 40 Prozent der Kinder in Frankreich monatlich auf pornografische Websites zugreifen. Seit dem 11. Januar sind bestimmte Seiten verpflichtet, die Identität ihrer Besucher zu überprüfen, doch die Wirksamkeit dieses Systems ist umstritten.Aylo-Vertreterin Alex Kekesi erklärte gegenüber Journalisten, dass das Unternehmen den Zugang zu seinen Seiten in Frankreich blockieren werde, um die französische Öffentlichkeit direkt über die Problematik zu informieren. Laut Aylo stelle die Erfassung sensibler persönlicher Daten durch die Webseiten ein erhebliches Risiko für die Privatsphäre der Nutzer dar. Frankreich ist nach den USA der zweitgrößte Markt für Pornhub, wie aus Statistiken hervorgeht, die das Unternehmen 2024 veröffentlicht hat.
EU-weite Untersuchung läuft
Die Europäische Union hat erst kürzlich eine Untersuchung gegen vier große pornografische Plattformen eingeleitet, darunter Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos. Die EU-Kommission wirft den Betreibern vor, nicht genügend Maßnahmen ergriffen zu haben, um "negative Auswirkungen auf Kinder sowie die geistige und körperliche Gesundheit der Nutzer" zu vermeiden.Die EU-Kommission kritisiert, dass die Websites keine "angemessenen" Werkzeuge zur Altersüberprüfung haben, wie sie die Digitale-Dienste-Gesetzgebung (DSA) vorschreibt. Derzeit genügt oft ein einfacher Klick, mit dem Nutzer erklären, über 18 Jahre alt zu sein, ohne dass dies überprüft wird.
Alternative Lösungen gefordert
Aylo schlägt stattdessen vor, die Altersverifikation auf Betriebssystem- oder Geräteebene durchzuführen. "Google, Apple und Microsoft verfügen alle über die Fähigkeit, das Alter des Nutzers auf Betriebssystem- oder Geräteebene zu überprüfen", erklärte Solomon Friedman von Ethical Capital Partners, dem Eigentümer von Aylo. Diese Unternehmen könnten "ein Alterssignal an jede Website oder App liefern", was eine Lösung bieten könnte, ohne dass Nutzer sensible Daten mit mehreren Websites teilen müssten.Die französische Kulturministerin Aurore Berge freut sich hingegen über die Selbstzensur von Pornhub und Co. Sie schrieb auf X (ehemals Twitter), es sei "umso besser", wenn Pornhub und andere Aylo-Angebote den Zugang für französische Nutzer kappten, anstatt sich "unserem rechtlichen Rahmen anzupassen". In Frankreich werde es dadurch "weniger gewalttätige, erniedrigende und demütigende Inhalte geben, die für Minderjährige zugänglich sind".
Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Seht ihr eher die Notwendigkeit des Jugendschutzes oder überwiegen für euch die Datenschutzbedenken? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren mit!
Zusammenfassung
- Pornhub und andere Aylo-Portale stellen Dienste in Frankreich ein
- Grund ist Protest gegen neue Altersverifikationsgesetze ab 7. Juni 2025
- Anbieter kritisieren Datenschutzrisiken durch Erfassung sensibler Daten
- Fast 40 Prozent der französischen Kinder nutzen monatlich Pornoseiten
- EU untersucht mehrere Plattformen wegen mangelhaften Jugendschutzes
- Aylo schlägt alternative Altersverifizierung auf Betriebssystemebene vor
- Französische Kulturministerin begrüßt den Rückzug der Pornoplattformen
Siehe auch:
- EU gegen Pornhub & Co.: Milliardenstrafen wegen Jugendschutz drohen
- USA: Gesetzesentwurf will Pornografie zum Bundesverbrechen machen
- Erste Porn-App auf dem iPhone: Apple schimpft auf die EU
- Porno im US-Süden fast überall geblockt, Suchen nach VPNs explodieren
- Spotify: In der Suche tauchen seit Kurzem explizite Porno-Videos auf
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