Pornhub-Traffic stürzt nach Alters-Checks in Großbritannien massiv ab

Großbritanniens neue Altersverifikationsregeln zeigen erste Wir­kung: Pornhub verlor binnen zwei Wochen über eine Million Be­su­cher, während VPN-Apps in den App-Charts nach oben schießen. Ob das Gesetz wirklich funktioniert, ist aber unklar.
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Drastischer Besucherrückgang bei Pornhub

Seit dem 25. Juli müssen Pornografie-Websites in Großbritannien strenge Altersverifikationen durchführen, und die ersten Auswirkungen sind bereits messbar. Pornhub, die meistbesuchte Erwachsenen-Website des Landes, verzeichnete zwischen dem 24. Juli und dem 8. August einen Besucherrückgang von satten 47 Prozent. Die durchschnittlichen täglichen Besuche sanken in den ersten neun Augusttagen von 3,2 Millionen im Juli auf rund zwei Millionen.

Auch andere große Anbieter sind betroffen: XVideos verzeichnete ebenfalls einen Rückgang von 47 Prozent, während xHamster 39 Prozent weniger Besucher registrierte. Das zumindest sagen Zahlen von Similarweb, einem Anbieter für Webanalysen und digitale Marktinformationen.

Laut der Financial Times zeigen diese Daten die ersten konkreten Auswirkungen des Online Safety Act, einem der weltweit strengsten Gesetze zum Schutz von Kindern im Internet. Das Gesetz wurde bereits 2023 verabschiedet, trat aber erst kürzlich vollständig in Kraft. Die neuen Regelungen verlangen von Nutzern verschiedene Nachweise ihrer Volljährigkeit: das Hochladen von Ausweisdokumenten, die Eingabe von Kreditkartendaten oder Gesichtsscans per Kamera.

Hintergrund der britischen Regulierung

Der Online Safety Act ist das Ergebnis jahrelanger politischer Diskussionen in Großbritannien. Bereits 2017 hatte die damalige Premierministerin Theresa May ähnliche Pläne vorgestellt, die jedoch zunächst wieder verworfen wurden. Die aktuelle Gesetzgebung geht auf Initiativen zurück, die nach mehreren tragischen Fällen von Online-Mobbing und Kindesmissbrauch verstärkt wurden.


Ofcom schätzt, dass 14 Millionen Menschen in Großbritannien Online-Pornografie konsumieren. Laut der britischen Medienaufsichtsbehörde zeigen Untersuchungen vor allem in Bezug auf Kinder alarmierende Zahlen: Etwa acht Prozent der acht- bis 14-Jährigen und 19 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jungen haben innerhalb eines Monats eine Pornografie-Website besucht.

VPN-Boom als Nebenwirkung

Parallel zu den sinkenden Besucherzahlen erlebten Virtual Private Networks einen enormen Aufschwung. Mehrere VPN-Apps schossen an die Spitze der britischen iPhone-App-Store-Charts, wobei Anbieter wie Proton und Nord Security zehnfache Nutzungsanstiege vermeldeten.

Ein Pornhub-Sprecher kommentierte die Entwicklung: "Wie wir in vielen Ländern weltweit gesehen haben, gibt es oft einen Rückgang des Traffics bei konformen Websites und einen Anstieg bei nicht konformen Websites." Tatsächlich haben ähnliche Gesetze in anderen Ländern wie Frankreich zu vergleichbaren Entwicklungen geführt.

Bei Verstößen gegen die Regelungen drohen Strafen von bis zu 18 Millionen Pfund (etwa 15,4 Millionen Euro) oder zehn Prozent des weltweiten Umsatzes. In extremen Fällen kann Ofcom sogar die Sperrung von Websites in Großbritannien veranlassen. Die Durchsetzung erfolgt über Internetanbieter, die den Zugang zu nicht konformen Websites blockieren müssen.

Was haltet ihr von diesen ersten Auswirkungen der britischen Altersverifikation? Teilt eure Meinung zu Wirksamkeit und möglichen Umgehungsstrategien in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Britischer Online Safety Act führt zu 47 Prozent weniger Pornhub-Traffic
  • Strenge Altersverifikation mit Ausweisdokumenten oder Kreditkartendaten
  • Großbritanniens Pornhub-Besucher sinken von 3,2 auf 2 Millionen täglich
  • VPN-Dienste verzeichnen nach Einführung der Regeln zehnfachen Anstieg
  • Bei Verstößen drohen Strafen bis zu 18 Millionen Pfund oder Websperren
  • Das Gesetz soll vor allem Kinder schützen, da viele Minderjährige Pornos sehen
  • Ähnliche Gesetze in anderen Ländern führten zu vergleichbaren Entwicklungen

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