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Mindfactory hat offenbar tatsächlich das Insolvenzverfahren beantragt

Es gibt bereits länger Gerüchte und Berichte, dass der Hardware-Händler Mindfactory vor dem Aus steht, neue Informationen schei­nen das zu bestätigen. Denn offenbar wurde bereits Ende Februar ein Insolvenzantrag gestellt.
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Update 24.03.2025: Inzwischen scheint es, als hätte Mindfactory einen Investor gefunden, der die finanzielle Schieflage beseitigen kann.

Alles weitere dazu ist hier zu finden.

Krise bei beliebtem Hardware-Shop

Der bekannte Hardware-Händler Mindfactory kämpft wohl schon seit einer ganzen Weile mit existenzbedrohenden Problemen - darüber hat WinFuture als eine der ersten Medien berichtet. Der Online-Shop, der seit fast 30 Jahren für viele als Anlaufstelle für PC-Hardware gilt, weist schon seit einiger Zeit ein eingeschränktes Sortiment auf.

Eine weitere Auffälligkeit ist, dass sich Kunden nach einer größeren Umstellung des Shops Anfang dieser Woche neu registrieren müssen, da bestehende Konten nicht mehr zugänglich sind. Der Support reagiert nicht auf Anfragen zu offenen Garantiefällen und Rücksendungen. Das verfügbare Sortiment beschränkt sich auf wenige lagernde Artikel.


Wie PC Games Hardware (PCGH) in einer Aktualisierung schreibt, hat die Mindfactory GmbH bereits am 28. Februar 2025 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Wilhelmshaven gestellt. Diese Information basiert auf einem Auszug des Inkassodienstleisters Creditreform, der den Kollegen von PCGH "im Original und ungeschwärzt vorliegt".

GameStar Tech bestätigt das und beruft sich hier auf "gut informierte Quellen aus der Hardwarebranche". Eine amtliche Bestätigung auf dem von Ministerium der Justiz Nordrhein-Westfalen betriebenen Portal für Insol­venz­be­kannt­ma­chun­gen steht allerdings noch aus.

Branchenquellen zufolge könnten Steuer­schulden in Millionen­höhe zu einem Verlust der Kredit­würdig­keit geführt haben. Das aggressive Preismodell soll in Verbindung mit sehr niedrigen Margen eine zentrale Rolle gespielt haben. Die typische Praxis des Einkaufs auf Rechnung wurde zusätzlich erschwert, nachdem Versicherer ihren Schutz entzogen - ein kritischer Punkt für das Geschäfts­modell des Unternehmens.

Auswirkungen für Kunden

Der Online-Shop ist zwar erreichbar, zeigt aber erhebliche Einschränkungen. Kunden mit offenen RMA-Anfragen, Garantiefällen oder Rücksendungen berichten von ausbleibenden Antworten. Einige haben bereits rechtliche Schritte eingeleitet oder ziehen diese in Erwägung. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens steht weiterhin aus.

Wie bewertet ihr die aktuelle Situation bei Mindfactory? Teilt gerne eure Erfahrungen mit dem Support oder Bestellungen der letzten Wochen in den Kommentaren.

Was ist ein Insolvenzverfahren?
Ein Insolvenzverfahren dient dazu, alle Gläubiger eines zahlungsunfähigen oder überschuldeten Unternehmens gemeinschaftlich zu befriedigen. Das Vermögen des Schuldners wird durch einen Insolvenzverwalter verwertet und der Erlös unter den Gläubigern verteilt.

Das Verfahren wird durch einen Antrag beim zuständigen Amtsgericht eingeleitet, entweder vom Unternehmen selbst oder von einem Gläubiger. Es wird nur eröffnet, wenn genügend Vermögen vorhanden ist, um die Verfahrenskosten zu decken. Andernfalls wird der Antrag mangels Masse abgewiesen.
Was passiert mit Vorkasse-Zahlungen?
Haben Sie bereits per Vorkasse bezahlt, aber die Ware oder Dienstleistung bisher nicht erhalten, müssen Sie Ihre Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden. Sie erhalten dann möglicherweise nur einen Bruchteil Ihres Geldes zurück, abhängig von der Insolvenzquote.

Individuelle Eintreibungsmaßnahmen gegen das Unternehmen sind ab Stellung des Insolvenzantrags nicht mehr möglich. Es empfiehlt sich daher grundsätzlich, keine Ware per Vorkasse zu bestellen, um solche Risiken zu vermeiden.
Kann ich meine Ware noch bekommen?
Der Insolvenzverwalter entscheidet, ob bereits bestellte Ware noch ausgeliefert werden kann. Falls nicht und Sie bereits bezahlt haben, müssen Sie Ihre Forderung zur Insolvenztabelle anmelden.

In einigen Fällen macht der Insolvenzverwalter Angebote zur Vertragserfüllung gegen einen Aufpreis. Nehmen Sie solche Angebote nur an, wenn die Mehrzahlung erst nach Lieferung erfolgt oder auf ein Treuhandkonto eingezahlt wird, um weitere Verluste zu vermeiden.
Was tun bei fehlerhafter Ware?
Bei mangelhafter Ware müssen Sie Ihre Nacherfüllungsansprüche gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend machen. Dieser kann entscheiden, ob er die Ansprüche erfüllt oder ablehnt. Bei Ablehnung bleibt nur die Anmeldung als Schadenersatzanspruch zur Insolvenztabelle.

Unberührt bleiben jedoch Ansprüche aus Herstellergarantien. Hat der Produzent eine Garantie gegeben, können Sie die mangelhafte Ware im Rahmen dieser Garantie direkt beim Hersteller beanstanden, unabhängig von der Insolvenz des Händlers.
Kann ich vom Vertrag zurücktreten?
Bei Fernabsatzgeschäften besteht auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Möglichkeit des Widerrufs, sofern die Widerrufsfrist bisher nicht abgelaufen ist. Dies garantiert jedoch nicht die volle Rückerstattung bereits geleisteter Zahlungen.

Wenn Sie noch nichts bezahlt und keine Ware erhalten haben, können Sie sich durch den Widerruf vom Vertrag lösen und müssen nichts mehr bezahlen. Haben Sie die Ware bereits erhalten, kann es günstiger sein, diese zu behalten oder weiterzuverkaufen.
Muss ich Ratenzahlungen fortsetzen?
Raten für bereits gelieferte Ware müssen Sie auch bei Insolvenz des Händlers weiter bezahlen. Nennt der Insolvenzverwalter eine neue Bankverbindung, sind Sie verpflichtet, die Raten auf dieses Konto zu überweisen.

Die Vereinbarungen zur Ratenzahlung können nicht mit Verweis auf die Insolvenz gekündigt werden. Eine ordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn dies vertraglich vorgesehen ist. Bei offenen Forderungen sollten Sie Zahlungsnachweise und Vereinbarungen bereithalten.
Wie melde ich Forderungen an?
Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens fordert das Gericht alle Gläubiger auf, ihre Forderungen innerhalb einer bestimmten Frist (zwei Wochen bis drei Monate) beim Insolvenzverwalter anzumelden.

Die Anmeldung erfolgt zur Insolvenztabelle. Die Auszahlung orientiert sich an der Insolvenzquote - dem Verhältnis des vorhandenen Kapitals zu den geltend gemachten Forderungen. Oft erhalten Gläubiger nur einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Forderung zurück.
Kann ich Gutscheine noch einlösen?
Besitzen Sie Gutscheine eines insolventen Unternehmens, sollten Sie versuchen, diese schnell einzulösen, solange der Geschäftsbetrieb noch aufrechterhalten wird.

Ist dies nicht mehr möglich, können Sie Ihre Ansprüche nur noch zur Insolvenztabelle anmelden. Allerdings gehen solche Forderungen wegen der geringen Insolvenzmasse meist ins Leere. Ob sich der Aufwand einer Anmeldung lohnt, hängt vom Gutscheinbetrag ab.
Zusammenfassung
  • Mindfactory soll Ende Februar 2025 Insolvenzantrag gestellt haben
  • Eingeschränktes Sortiment und Probleme mit Kundenkonten seit Kurzem
  • Support reagiert nicht auf Anfragen zu Garantiefällen und Rücksendungen
  • Mögliche Ursachen: Steuerschulden und aggressives Preismodell mit Margen
  • Kunden mit offenen Fällen erwägen teilweise rechtliche Schritte
  • Offizielle Stellungnahme des Unternehmens steht noch aus
  • Der Online-Shop ist erreichbar, zeigt aber erhebliche Einschränkungen

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