Trump gibt US-"Iron Dome" in Auftrag, Experten schütteln die Köpfe
Donald Trump ordnet den Aufbau eines umfassenden Raketenabwehrsystems für die USA an. Das als "Iron Dome für Amerika" bezeichnete Projekt soll das Land vor verschiedenen Luftangriffen schützen. Die Idee stößt aber erwartungsgemäß auch auf scharfe Kritik.
Verteidigungsminister Pete Hegseth wurde angewiesen, innerhalb von 60 Tagen eine detaillierte Architektur, Anforderungen und einen Umsetzungsplan für das System vorzulegen. Neben bodengestützten Abfangraketen sollen auch weltraumbasierte Sensoren und Abfangsysteme Teil des Schutzschirms werden.
Tatsächlich haben die USA in den vergangenen Jahrzehnten bereits über 400 Milliarden Dollar in ähnliche Raketenabwehrsysteme investiert - mit begrenztem Erfolg. Kritiker befürchten außerdem, dass ein umfassendes Abwehrsystem wie von Trump geplant ein neues Wettrüsten auslösen könnte.
Die Kombination aus dem gleichzeitigen Aufbau eines Raketenabwehrsystems "von fragwürdiger Effektivität gegen jede reale Bedrohung" bei gleichzeitiger Aussetzung operativer Programme gegen nukleare oder bioterroristische Bedrohungen sei ein "schrecklicher Kompromiss", meinte etwa der ehemalige US-Energieminister Ernest Moniz. Experten sehen in der Terrorgefahr durch beispielsweise eingeschmuggelte Atomwaffen als eine größere Bedrohung als einzelne Raketen. Trumps Pläne adressieren dieses Risiko hingegen nicht.
Zwar hat die Technologie seit den 1980er Jahren große Fortschritte gemacht, insbesondere bei Weltraumsensoren und Software. Dennoch bleiben enorme technische Herausforderungen. Vor allem die Abwehr moderner Hyperschallwaffen, die auf unberechenbaren Flugbahnen manövrieren, gilt als äußerst schwierig.
Die Kosten für ein derartiges System dürften die aktuellen Ausgaben von rund zehn Milliarden Dollar pro Jahr für Raketenabwehr weit übersteigen. Trump wird im Kongress und im Pentagon für die Umsetzung seiner ambitionierten Pläne kämpfen müssen.
Siehe auch:
Neues Wettrüsten am Horizont?
Donald Trump hat mit einer Executive Order den Aufbau eines landesweiten und teilweise weltraumgestützten Raketenabwehrsystems für die USA angeordnet. Das vom Weißen Haus - in Anspielung auf das israelische Vorbild - als "Iron Dome for America" bezeichnete Projekt soll das Land vor Angriffen durch ballistische Raketen, Hyperschallwaffen und andere moderne Luftangriffe schützen.Verteidigungsminister Pete Hegseth wurde angewiesen, innerhalb von 60 Tagen eine detaillierte Architektur, Anforderungen und einen Umsetzungsplan für das System vorzulegen. Neben bodengestützten Abfangraketen sollen auch weltraumbasierte Sensoren und Abfangsysteme Teil des Schutzschirms werden.
Experten warnen vor Kosten und Ineffektivität
Experten sehen die ambitionierten Pläne überaus kritisch. Theodore A. Postol, emeritierter Professor am MIT, bezeichnete Trumps Raketenabwehrplan gegenüber der New York Times als "eine Zusammenstellung fehlerhafter Waffensysteme, die sich als nicht funktionsfähig erwiesen haben". Er warnte vor einem "riesigen schwarzen Loch für Steuergelder".Tatsächlich haben die USA in den vergangenen Jahrzehnten bereits über 400 Milliarden Dollar in ähnliche Raketenabwehrsysteme investiert - mit begrenztem Erfolg. Kritiker befürchten außerdem, dass ein umfassendes Abwehrsystem wie von Trump geplant ein neues Wettrüsten auslösen könnte.
Unbeabsichtigte Folgen
Gleichzeitig hat das Weiße Haus die Finanzierung für zahlreiche Programme zur Reduzierung nuklearer Gefahren eingefroren. Betroffen sind unter anderem Initiativen zur Sicherung von spaltbarem Material und zum Schutz vor biologischen Waffen.Die Kombination aus dem gleichzeitigen Aufbau eines Raketenabwehrsystems "von fragwürdiger Effektivität gegen jede reale Bedrohung" bei gleichzeitiger Aussetzung operativer Programme gegen nukleare oder bioterroristische Bedrohungen sei ein "schrecklicher Kompromiss", meinte etwa der ehemalige US-Energieminister Ernest Moniz. Experten sehen in der Terrorgefahr durch beispielsweise eingeschmuggelte Atomwaffen als eine größere Bedrohung als einzelne Raketen. Trumps Pläne adressieren dieses Risiko hingegen nicht.
Technische Herausforderungen
Die Analogie zum israelischen Iron-Dome-System ist dabei irreführend. Dieses ist auf die Abwehr von Kurzstreckenraketen in einem kleinen Gebiet ausgelegt. Ein System für die kontinentalen USA müsste ein vielfach größeres Gebiet abdecken und deutlich schnellere Objekte abfangen können.Zwar hat die Technologie seit den 1980er Jahren große Fortschritte gemacht, insbesondere bei Weltraumsensoren und Software. Dennoch bleiben enorme technische Herausforderungen. Vor allem die Abwehr moderner Hyperschallwaffen, die auf unberechenbaren Flugbahnen manövrieren, gilt als äußerst schwierig.
Die Kosten für ein derartiges System dürften die aktuellen Ausgaben von rund zehn Milliarden Dollar pro Jahr für Raketenabwehr weit übersteigen. Trump wird im Kongress und im Pentagon für die Umsetzung seiner ambitionierten Pläne kämpfen müssen.
Zusammenfassung
- Trump ordnet Aufbau eines umfassenden US-Raketenabwehrsystems an
- Das 'Iron Dome für Amerika' soll vor verschiedenen Luftangriffen schützen
- Verteidigungsminister muss binnen 60 Tagen detaillierten Plan vorlegen
- Experten kritisieren Vorhaben als ineffektiv und finanziell riskant
- Befürchtungen über mögliches neues Wettrüsten durch Abwehrsystem
- Finanzierung für Programme zur Reduzierung nuklearer Gefahren eingefroren
- Technische Herausforderungen bei Abwehr moderner Hyperschallwaffen
Siehe auch:
- Trump bestätigt: Microsoft in Gesprächen, um TikTok zu übernehmen
- Explodieren bald die Preise? Trump droht mit Chip-Zoll von bis zu 100%
- Trump-Vize: Tech-Konzerne zu mächtig und stehen unter Beobachtung
- Google beugt sich Trump, Golf von Mexiko heißt jetzt Golf von Amerika
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