Trump vs. Freiheit: NASA stellt wissenschaftliche Arbeit vorerst ein

Auch an der US-Raumfahrtbehörde gehen die staatsstreichartigen Vorgänge in Washington nicht vorbei. Die Leitung der Organisation hat ihre wissenschaftlichen Arbeitsgruppen angewiesen, ihre Tätigkeit vorübergehend einzustellen.
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Alle Meetings sind abgesagt

Die Maßnahme erfolgt als Reaktion auf neue Exekutivverordnungen, die unter der Trump-Regierung erlassen wurden. Betroffen sind insbesondere die sogenannten Analyse- und Bewertungsgruppen, die die riesigen Datenmengen von zahlreichen Satelliten, Teleskopen und anderen Instrumenten auswerten und der Agentur wichtige Rückmeldungen zu den Bereichen Astrophysik und Planetenforschung liefern.

Laut interner Mitteilungen an die Leiter verschiedener dieser Gruppen, soll zunächst geprüft werden, ob deren Aktivitäten mit den neuen behördlichen Vorgaben in Einklang stehen, berichtet unter anderem SpaceNews. In einem der Schreiben heißt es, dass sämtliche Treffen und Aktivitäten der Teams ausgesetzt werden sollen, bis die NASA abschließend beurteilen kann, ob die aktuellen Maßnahmen den neuen Richtlinien entsprechen.


Dabei werden unter anderem sechs verschiedene Exekutivverordnungen herangezogen, die vor allem auf eine Reduzierung von Diversity-, Equity- und Inklusionsprogrammen (DEI) sowie auf den Kampf gegen sogenannte "gender ideology extremism" abzielen. Hier geht es darum, alle Bemühungen, die grundlegenden Menschenrechte zu achten, aus der alltäglichen Arbeit staatlicher Organisationen zu tilgen. Zusätzlich wird eine Verordnung zitiert, die darauf abzielt, frühere Maßnahmen der Biden-Administration im Bereich des Klimaschutzes zurückzunehmen.

Zu den unmittelbar betroffenen Gruppen gehört auch die Mercury Exploration Assessment Group (MExAG), deren erstes Präsenztreffen vom 4. bis 6. Februar im Applied Physics Lab geplant war. Zu dem hybriden Meeting gab es bereits über 200 Anmeldungen, darunter auch von Wissenschaftlern aus Europa und Japan, die sich auf den Austausch zu den Ergebnissen der ESA/JAXA-BepiColombo-Mission freuten. Die Absage des Treffens hat bei den Organisatoren, wie Mallory Kinczyk von der MExAG-Steuerungsgruppe, für große Enttäuschung gesorgt.

Angriff auf Forschung

Auch weitere Gruppen stehen vor Unsicherheiten: Die Outer Planets Assessment Group (OPAG) hat bereits angekündigt, ihre für Ende Februar in Tucson geplante Zusammenkunft sowie ein geplantes Townhall-Meeting im Rahmen der Lunar and Planetary Sciences Conference in Houston zu verschieben. Ähnlich reagiert die Mars Exploration Program Analysis Group (MEPAG), die ihre nächsten Treffen, ebenfalls in hybridem Format, auf unbestimmte Zeit pausiert.

Die Vorgänge bei der NASA sind nur ein Teil eines breiten Angriffs der neuen Machthaber auf die Wissenschaftsfreiheit. Aktuell sind beispielsweise viele Forscher und Unterstützer dabei, wichtige Daten von Behörden-Servern zu sichern, nachdem auf Anordnung der neuen Regierung bereits tausende Webseiten gelöscht wurden. Außerdem wurde gerade bekannt, dass Drittmittel-Anträge keine öffentliche Förderung mehr erhalten, wenn sie bestimmte Schlagworte benutzen, darunter viele Begriffe, die in der Soziologie zum alltäglichen Geschäft gehören.

Zusammenfassung
  • NASA stellt wissenschaftliche Arbeit aufgrund neuer Exekutivverordnungen ein
  • Analyse- und Bewertungsgruppen für Astrophysik und Planetenforschung betroffen
  • Prüfung der Aktivitäten auf Übereinstimmung mit neuen behördlichen Vorgaben
  • Exekutivverordnungen zielen auf Reduzierung von DEI-Programmen ab
  • Geplante Treffen verschiedener Forschungsgruppen werden verschoben oder abgesagt
  • Angriff auf Wissenschaftsfreiheit: Webseiten gelöscht, Förderungen eingeschränkt
  • Wissenschaftler sichern wichtige Daten von Behörden-Servern

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Bresser National Geographic
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