Microsoft schießt scharf gegen FTC, wirft Behörde bewusste Leaks vor

Microsoft wirft der FTC vor, vertrauliche Informationen über eine kartell­rechtliche Untersuchung an die Presse weitergegeben zu haben. Der Technologieriese fordert die Behörde nun auf, sich selbst zu untersuchen und die Ergebnisse öffentlich zu machen.
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Streit um Informationsleck bei der FTC

Microsoft geht in die Offensive gegen die US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC). Der Technologiekonzern wirft der Behörde vor, vertrauliche Informationen über eine angebliche kartellrechtliche Untersuchung gegen das Unternehmen an die Presse weitergegeben zu haben. In einem offenen Brief fordert Microsoft die FTC nun auf, den Vorfall zu untersuchen und die Ergebnisse öffentlich zu machen.

Der Streit entzündete sich an einem Bericht von Bloomberg, der vergangene Woche veröffentlicht wurde. Darin hieß es, die FTC habe eine kartellrechtliche Untersuchung gegen Microsoft eingeleitet und dem Unternehmen eine "hunderte Seiten lange" Informationsanfrage zugestellt. Im Fokus der Untersuchung stünden angeblich Microsofts Dominanz in den Bereichen Cloud-Computing, Software-Bundles, Cybersicherheit und künstliche Intelligenz.


Rima Alaily, Corporate Vice President und stellvertretende Chefjuristin bei Microsoft, erklärte in dem auf LinkedIn veröffentlichten Brief, dass das Unternehmen von dieser angeblichen Informationsanfrage "wie der Rest der Welt durch den Bloomberg-Artikel" erfahren habe. The Verge und Bloomberg berichten übereinstimmend, dass Microsoft auch eine Woche nach Veröffentlichung des Artikels noch keine offizielle Benachrichtigung oder Informationsanfrage von der FTC erhalten habe.

Dies stimmt mit einem unglücklichen Trend der letzten zwei Jahre überein, bei dem die FTC strategisch nicht öffentliche Informationen durchsickern lässt.
Rima Alaily, Corporate Vice President und stellvertretende Chefjuristin bei Microsoft
Alaily fordert die Behörde auf, den jüngsten Vorfall gründlich zu untersuchen und die Ergebnisse so schnell wie möglich öffentlich zu machen. Die FTC selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.

Zunehmende Spannungen

Der Vorfall zeigt die immer weiter zunehmenden Spannungen zwischen Tech-Unternehmen und Regulierungsbehörden. Unter der Leitung der FTC-Vorsitzenden Lina Khan hat die Behörde in den letzten Jahren verstärkt gegen große Technologiekonzerne ermittelt. Allerdings könnte sich die Situation mit der bevorstehenden Präsidentschaftswahl ändern. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass eine mögliche zweite Trump-Administration weniger regulatorisch in den Technologiesektor eingreifen würde.

Dies ist nicht der erste Streit zwischen Microsoft und der FTC:

  • Im Januar leitete die Behörde eine separate Untersuchung zu Microsofts Investitionen bei OpenAI ein
  • Die FTC versuchte, die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft zu blockieren, scheiterte damit jedoch vor Gericht

Die Vorwürfe Microsofts werfen auch die Frage nach der Integrität der FTC auf. Ein im September veröffentlichter Bericht des Generalinspekteurs der Behörde stellte bereits eine "stetig zunehmende" Anzahl von "unbefugten Offenlegungen" nicht öffentlicher Informationen an die Presse fest - und das Problem ist seither offenbar auch nicht kleiner geworden.

Zusammenfassung
  • Microsoft wirft FTC Weitergabe vertraulicher Informationen vor
  • Bericht über kartellrechtliche Untersuchung löst Streit aus
  • Microsoft fordert FTC zur Selbstuntersuchung und Offenlegung auf
  • Technologiekonzern erhielt keine offizielle Benachrichtigung der FTC
  • Zunehmende Spannungen zwischen Tech-Unternehmen und Behörden
  • FTC unter Lina Khan verstärkt Ermittlungen gegen Tech-Giganten
  • Vorfall wirft Fragen zur Integrität der FTC auf

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