Schluss, aus, vorbei: Gamestop schließt in Kürze alle deutschen Filialen

Was sich schon länger abgezeichnet hat, passiert nun. In wenigen Wochen schließen alle deutschen Filialen des US-Einzelhändlers für Videospiele. Zuletzt hatte das Unternehmen noch versucht, sich mit Entlassungen über Wasser zu halten. Genützt hat es wohl nichts.

Läden für Videospiele - ein Auslaufmodell

Schon seit etlichen Jahren gehören Online-Stores für Videospiele wie Steam auf dem PC oder der Xbox- und PlayStation-Store auf den Konsolen zum Alltag. Immer weniger Titel werden noch in einer physischen Variante angeboten und gekauft. Computer haben standardmäßig schon lange kein optisches Laufwerk für CDs oder DVDs mehr und auch die aktuelle Xbox Series S und PlayStation 5 Digital verzichtet auf ein entsprechendes Lesegerät.

Das machte dem Einzelhändler GameStop schon seit etlichen Jahren zu schaffen. Denn das Geschäftsmodell ist der Verkauf von neuen, sowie der An- und Weiterverkauf von gebrauchten Spielen in physischer Form. Angesichts dessen war die Zahl der Ladengeschäfte hierzulande bereits von ehemals 200 um mehr als die Hälfte auf momentan noch knapp 70 Filialen geschrumpft. Jetzt sollen auch die übrig gebliebenen Stores verschwinden.


GameStop schließt alle deutschen Filialen

Wie Gameswirtschaft berichtet, schließen zum 31. Januar 2025 auch die letzten GameStop-Läden für immer ihre Türen. Obwohl eine offizielle Bestätigung durch die GameStop Deutschland GmbH noch aussteht, sei das sowohl den Filialleitern als auch den Angestellten bereits mitgeteilt worden. Auch Kunden, die ab jetzt in eines der Geschäfte gehen, erfahren davon. So sind etwa keine Gutscheine mehr erhältlich. Auch neue Vorbestellungen werden nicht mehr angenommen.

Im Rahmen des Weihnachtsgeschäfts wird das Unternehmen demnach wohl versuchen, die restlichen Bestände so restlos wie möglich zu verkaufen. Gamer könnten also das ein oder anderen Schnäppchen abgreifen. Dennoch überwiegen die negativen Konsequenzen deutlich. Nicht nur, dass dies einen weiteren Rückschlag für den stationären Einzelhandel bedeutet, es verlieren auch rund 500 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Schon zuvor hatte es mehrere Entlassungswellen gegeben.

Rückzug aus Europa

In Europa war GameStop neben Deutschland zuletzt nur noch mit Filialen in Frankreich und Italien vertreten. Letztere waren vergangene Woche bereits an das Mailänder Unternehmen Cidiverte verkauft worden und sollen nun in Gamelife-Läden umgewandelt werden. Die GameStop Deutschland GmbH verzeichnete nach roten Zahlen während der Corona-Pandemie im Geschäftsjahr 2022/23 einen Gewinn in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Auch international blieben die Umsätze enttäuschend. Deshalb ist zumindest in Deutschland Anfang 2025 endgültig Schluss.

Zusammenfassung
  • GameStop schließt zum 31. Januar 2025 alle deutschen Filialen
  • Online-Stores für Videospiele haben physische Verkäufe verdrängt
  • Zahl der GameStop-Filialen in Deutschland bereits von 200 auf unter 70 gesunken
  • Neue Vorbestellungen werden nicht mehr angenommen
  • Weihnachtsgeschäft soll genutzt werden, um Restbestände zu verkaufen
  • Etwa 500 Beschäftigte verlieren durch die Schließungen ihren Arbeitsplatz
  • GameStop Deutschland GmbH erzielte 2022/23 einen Gewinn von 2,8 Mio. Euro

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