GameStop: Totgeglaubter Videospielhändler will eBay kaufen (Update)

Der Videospielhändler GameStop stand vor wenigen Jahren kurz vor dem Aus. Nun plant der Konzern offenbar einen transformativen Schritt in den E-Commerce-Sektor und strebt angeblich die Übernahme von eBay an.
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Update 4. Mai: GameStop hat in einer offiziellen Investornotiz sein Angebot an eBay dargelegt. Man bietet insgesamt 55,5 Milliarden Dollar für den Online-Handelsplatz. Die Hälfte soll bar bezahlt werden, die andere Hälfte mit GameStop-Stammaktien.

Vom Fast-Bankrott zum neuen Plan

Noch vor fünf Jahren stand GameStop kurz vor der Insolvenz. Nach einer Berg-und-Talfahrt der Aktien äußerte der Händler erstmals im Jahr 2021 seine Absicht, sich von einer Einzelhandelskette in einen Technologiekonzern verwandeln zu wollen. Nun plant das Unternehmen offenbar einen großen Schritt in diese Richtung. So soll GameStop momentan ein Übernahmeangebot für die Übernahme von eBay vorbereiten.

Die finanziellen Dimensionen des Vorhabens zeigen jedoch ein deutliches Ungleichgewicht auf dem Markt. Der Börsenwert von eBay liegt aktuell bei rund 46 Milliarden US-Dollar (etwa 39,2 Milliarden Euro). GameStop wird an der Börse hingegen nur mit knapp zwölf Milliarden US-Dollar (etwa 10,2 Milliarden Euro) bewertet.


Wie das Wall Street Journal in einem aktuellen Bericht erklärt, verfügt GameStop über Barreserven von rund neun Milliarden US-Dollar (etwa 7,7 Milliarden Euro). Das reicht für einen direkten Kauf nicht aus. Ein Angebot müsste folglich aus einer Mischung von Bargeld und eigenen Aktien bestehen. Sollte die Führungsetage von eBay das Angebot ablehnen, erwägt GameStops Geschäftsführer Ryan Cohen offenbar, sich direkt an die Aktionäre zu wenden.

Hintergründe der geplanten Übernahme

Die Motivation für den Vorstoß liegt vermutlich erneut in Cohens besonderer Vergütungsstruktur. Der Gründer des Tierbedarfshändlers Chewy, der erst durch die Meme-Aktien-Bewegung bei GameStop einstieg, erhält kein reguläres Gehalt. Stattdessen stehen ihm Aktienoptionen im Wert von bis zu 35 Milliarden US-Dollar (etwa 29,8 Milliarden Euro) zu, sollte er den Marktwert auf 100 Milliarden US-Dollar (etwa 85,3 Milliarden Euro) steigern.

Nach dem Scheitern eines eigenen Marktplatzes für digitale Sammelbilder steht der Geschäftsführer unter Zugzwang. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits versucht, den Fokus stärker auf digitale Güter zu legen. Die hohen Entwicklungskosten und mangelndes Interesse der Kunden ließen das Projekt jedoch scheitern. Ein Zukauf könnte das interne Wachstum beschleunigen und sofortige Marktanteile sichern.

eBay bringt seinerseits eine lange Geschichte im elektronischen Handel mit. Das Unternehmen startete in den späten 1990er Jahren als reines Auktionshaus und entwickelte sich zu einem der wichtigsten globalen Handelsplätze. Mit über 130 Millionen aktiven Käufern weltweit bietet die Plattform eine enorme Reichweite. Eine Übernahme würde GameStop den Zugang zu dieser Nutzerbasis eröffnen.

Chancen und Risiken des Deals

GameStop würde sich durch den Kauf die jahrelange Entwicklung einer eigenen digitalen Infrastruktur sparen. Der Konzern könnte zudem sofort von etablierten Zahlungssystemen profitieren. Gleichzeitig birgt die Integration zweier völlig unterschiedlicher Firmenkulturen und technischer Systeme erhebliche Risiken. Ob die großen Investoren den Plan unterstützen und ihre Zustimmung für die Finanzierung erteilen, bleibt vorerst abzuwarten.

Ein Kauf von eBay durch GameStop wäre ein großer Schritt. Wie schätzt ihr die Erfolgschancen einer solchen Übernahme ein? Teilt uns eure Gedanken dazu in den Kommentaren mit!

Zusammenfassung
  • GameStop plant angeblich die Übernahme des E-Commerce-Riesen eBay
  • Vor fünf Jahren stand der Videospielhändler noch vor der Insolvenz
  • eBay wird mit 46 Milliarden Dollar bewertet, GameStop nur mit zwölf
  • GameStop will sich zu einem Technologiekonzern entwickeln
  • eBay hat weltweit mehr als 130 Millionen aktive Käufer
  • Großes Kundennetz von eBay wäre für GameStop sehr wertvoll
  • Integration zweier sehr unterschiedlicher Firmen birgt Risiken

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