"Trumps erstes Opfer":
Solarfirma Meyer Burger endgültig vor dem Aus

Schon zu Anfang des Jahres sah es schlecht für den So­lar­zel­len­her­stel­ler aus. Jetzt verliert das Unternehmen seinen größten US-Kunden und steht wohl erneut vor dem Abgrund. Die zweite Amtszeit von Trump wirft nach Meinung einiger damit schon ihre Schatten voraus.
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Solarzellenhersteller vor dem Aus

In einer sehr knappen Nachricht auf der eigenen Webseite hat der Schweizer Solarzellenhersteller Meyer Burger mitgeteilt, dass das Unternehmen seinen größten Kunden verloren hat. So habe der amerikanische Partner Desri einen bestehenden Rahmenvertrag mit sofortiger Wirkung gekündigt, heißt es. Momentan sei man noch dabei, das entsprechende Schreiben zu analysieren.

Unabhängig von der Gültigkeit der Kündigung würden "die Bemühungen um eine finanzielle Restrukturierung" wahrscheinlich beeinträchtigt. Sollte die finanzielle Restrukturierung scheitern, könnte das Unternehmen nicht mehr in der Lage sein, seine Unternehmensfortführung zu gewährleisten, schreibt man.


Alles auf eine Karte

Erst im März dieses Jahres hatte das Unternehmen seinen über 500 deutschen Mitarbeitern am Produktionsstandort für Solarzellen im sächsischen Friedberg die Kündigung zukommen lassen. Schon zuvor hatte man sich entschlossen, neue Investitionen stattdessen in den USA zu tätigen. So steckte man Geld in eine ehemalige Halbleiter-Fabrik in Colorado Springs. Zu diesem Zeitpunkt förderte die US-Regierung unter Joe Biden die Ansiedlung solcher Produktionsanlagen noch massiv.

Trumps neue Energiepolitik

Mit einer kommenden zweiten Amtszeit von Trump sieht es für die in den USA angesiedelte Industrie im Bereich der erneuerbaren Energien jedoch schlecht aus. Denn Trump will vor allem auf Gas und Öl setzen und hat angekündigt, die bisherigen Subventionen stark zurückzufahren. Das ist laut Experten ein entscheidender Grund, der Desri jetzt zur Kündigung des Rahmenvertrages mit Meyer Burger bewegt hat. So bezeichnet die Neue Zürcher Zeitung in diesem Zusammenhang Meyer Burger als "Trumps erstes Opfer".

Zudem plant Trump Zölle auf Elektronikprodukte aus China und anderen Ländern von bis zu 60 Prozent. Das soll die Produktion im eigenen Land ankurbeln und die US-Wirtschaft stärken. Gleichzeitig dürften die Preise, die Endkunden in den USA zahlen müssen, jedoch stark anziehen.

Zusammenfassung
  • Meyer Burger verliert größten Kunden und steht vor finanzieller Krise
  • US-Partner Desri kündigt Rahmenvertrag mit sofortiger Wirkung
  • Unternehmensfortführung könnte bei Scheitern der Restrukturierung gefährdet sein
  • Bereits im März 2024 wurden 500 Mitarbeiter in Sachsen entlassen
  • Unternehmen investierte stattdessen in eine Fabrik in Colorado Springs
  • Trumps geplante Politik bedroht die Solarindustrie in den USA

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