Vor Autogipfel: Politik bringt 6000 Euro-Tauschprämie ins Spiel

Die SPD plant eine Neuauflage der Umweltprämie, um den Automarkt anzukurbeln. Bis zu 6000 Euro sollen Käufer beim Umstieg auf E-Autos erhalten. Die Opposition kritisiert den Vorschlag scharf und fordert stattdessen Technologieoffenheit.
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SPD will Abwrackprämie 2.0 einführen

Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise und die SPD will gegensteuern. Wie der Stern berichtet, planen die Sozialdemokraten eine Neuauflage der Umweltprämie, um den lahmenden Autoabsatz in Deutschland anzukurbeln. Konkret sollen Käufer beim Umstieg von einem Verbrenner auf ein neues Elektroauto mit bis zu 6000 Euro unterstützt werden. Für den Kauf eines gebrauchten E-Autos sind immerhin noch 3000 Euro vorgesehen.

Erinnerungen an 2009er-Abwrackprämie

Der Vorschlag weckt Erinnerungen an die sogenannte "Abwrackprämie" aus dem Jahr 2009. Damals erhielten Autokäufer 2500 Euro Umweltprämie, wenn sie ihr altes Auto verschrotten ließen und einen Neuwagen kauften. Die Maßnahme sollte die Autoindustrie in der damaligen Wirtschaftskrise stützen.


Der Begriff "Abwrackprämie" wurde im selben Jahr von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gekürt.

VW und die Automobilbranche sind der Motor Deutschlands. Wenn der Motor stottert, müssen wir ihn in Gang bringen.
Verena Hubertz, SPD-Vizefraktionschefin
SPD-Vizefraktionschefin Verena Hubertz betont die Bedeutung der Autobranche. Neben der Kaufprämie schlagen die SPD-Politiker auch einen staatlichen Zuschlag zum E-Auto-Leasing für Menschen mit kleinen oder mittleren Einkommen sowie eine Förderung für private Ladeboxen und Stromspeicher vor.

Opposition übt scharfe Kritik

Die Pläne stoßen bei der Opposition auf wenig Gegenliebe, wie nun die Augsburger Allgemeine berichtet.

Die damalige Abwrackprämie hat bei der Autonachfrage außer einem kurzen Strohfeuer nichts gebracht. Dafür gab es aber Chaos bei der Abwicklung und Missbrauch.
Ulrich Lange, CDU/CSU-Fraktionsvize
Er plädiert stattdessen für Technologieoffenheit und fordert finanzielle Entlastungen sowie Erleichterungen bei den europäischen Schadstoffgrenzwerten für Autos. Infografik VW, Tesla & Co: Diese Hersteller führen Deutschlands E-Auto-Markt anVW, Tesla & Co: Diese Hersteller führen Deutschlands E-Auto-Markt an Auch auf EU-Ebene gibt es Bestrebungen, der Autoindustrie entgegenzukommen. Der CSU-Politiker und Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, will drohende Strafzahlungen für Autobauer beim Verfehlen der CO₂-Flottenziele aussetzen. "Wenn zehntausende von Arbeitsplätzen wackeln, dann ist keine Zeit für Bußgeldzahlungen", so Weber.

Die Debatte um die richtige Strategie zur Unterstützung der Autoindustrie dürfte in den kommenden Wochen weiter an Fahrt aufnehmen. Am kommenden Montag treffen sich Vertreter der Bundesregierung und der Autobranche zu einem Autogipfel in Berlin. Dort werden die verschiedenen Vorschläge sicherlich intensiv diskutiert.

Was haltet ihr von den Plänen der SPD? Könnte eine neue Umweltprämie den Automarkt tatsächlich beleben oder braucht es andere Maßnahmen? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • SPD plant bis zu 6.000 Euro Prämie für E-Auto-Käufer
  • Opposition fordert Technologieoffenheit statt Prämien
  • Vorschlag erinnert an Abwrackprämie von 2009
  • SPD schlägt auch Unterstützung für E-Auto-Leasing vor
  • CDU/CSU kritisiert Effektivität früherer Prämien
  • EU könnte Strafzahlungen für Autobauer aussetzen
  • Autogipfel in Berlin diskutiert kommenden Montag Vorschläge

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