Deutschland überholt den EU-Durchschnitt bei neuen E-Autos

Deutschland liegt bei Neuzulassungen von E-Autos über dem EU-Durchschnitt, bleibt aber hinter nordeuropäischen Ländern zurück. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht aktuelle Zahlen zur Elektromobi­lität in Europa und zeigt deutliche regionale Unterschiede auf.
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E-Auto-Boom: Deutschland über EU-Schnitt

In der Europäischen Union gewinnen Elektroautos zunehmend an Bedeutung, das ist keine große Enthüllung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zur Europäischen Mobilitätswoche nun mitteilte (via FAZ), betrug der Anteil der PKW mit reinem Elektroantrieb an allen Neuzulassungen im Jahr 2023 in der EU rund 15 Prozent. Die gute Nachricht für Elektrofans: Deutschland liegt mit einem Anteil von 18 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Die Schlechte: Man liegt damit hinter einigen nordeuropäischen Ländern zurück.

Schweden führt die EU-Statistik mit einem Anteil von rund 39 Prozent an, gefolgt von Dänemark (36 Prozent) und Finnland (34 Prozent). Am anderen Ende der Skala finden sich überwiegend osteuropäische Länder. In Kroatien beträgt der Anteil der E-Auto-Neuzulassungen lediglich 2,6 Prozent, in der Slowakei und in Tschechien jeweils rund drei Prozent.


Interessanterweise liegen zwei Nicht-EU-Länder an der europäischen Spitze: In Norwegen hatten 2023 fast schon unglaubliche 81 Prozent aller neu zugelassenen Autos einen Elektroantrieb, gefolgt von Island mit 53 Prozent. Norwegen gilt seit Jahren als Vorreiter im Hinblick auf Elektromobilität und hat bereits 2025 als Zieldatum für den vollständigen Umstieg auf emissionsfreie Neuwagen festgelegt.

Deutschlands Rolle im E-Auto-Markt

Trotz des vergleichsweise moderaten prozentualen Anteils spielt Deutschland eine zentrale Rolle im europäischen E-Auto-Markt. Mit rund 524.000 neu zugelassenen E-Autos entfiel 2023 jedes dritte der knapp 1,55 Millionen in der EU neu registrierten Elektroautos auf Deutschland. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 15 Millionen vollelektrische PKW auf deutsche Straßen zu bringen.

Das Statistische Bundesamt nennt mehrere Faktoren für die deutlichen Unterschiede zwischen den Ländern. Dazu zählen die Dichte des Ladenetzes sowie die Förderpolitik in Form von steuerlichen Vergünstigungen oder ermäßigten Maut- und Parkgebühren. In Deutschland lief die staatliche Förderung in Form einer Kaufprämie für Elektroautos zum Jahresende 2023 aus, was sich möglicherweise auf zukünftige Zulassungszahlen auswirken könnte.

Altersstruktur des Fahrzeugbestands

Neben dem Anteil der E-Autos an Neuzulassungen liefert das Statistische Bundesamt auch Einblicke in die Altersstruktur des gesamten Fahrzeugbestands. In Deutschland waren 2023 15 Prozent der insgesamt 49,10 Millionen PKW jünger als zwei Jahre. Nur Luxemburg wies mit 19 Prozent einen höheren Anteil an Neuwagen auf.

Zusammenfassung
  • Deutschland liegt mit 18% E-Auto-Anteil über EU-Schnitt
  • Schweden, Dänemark und Finnland führen EU-Ranking an
  • Norwegen und Island sind Spitzenreiter in Europa
  • Deutschland registrierte 524.000 neue E-Autos im Jahr 2023
  • Staatliche Förderung in Deutschland endete 2023
  • 15% der deutschen Autos waren 2023 jünger als zwei Jahre
  • Luxemburg hat den höchsten Anteil an Neuwagen in der EU

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