Cellebrite-Leak: Diese Smartphones können FBI & Co hacken, diese nicht

Der israelische Softwareanbieter Cellebrite liefert seit geraumer Zeit Tools, mit denen Polizei und Geheimdienste in aller Welt versuchen, im Rahmen von Ermittlungen Smartphones zu "knacken". Ein Leak zeigt jetzt, dass Cellebrite nur bei alten iPhones, aber bei vielen Android-Geräte Zugriff ermöglichen kann.
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Marketing-Material von Cellebrite gibt Auskunft

Das Magazin 404Media und die Entwickler der als "sicher" vermarkteten Android-Variante GrapheneOS haben Screenshots von Dokumenten des israelischen Unternehmens Cellebrite veröffentlicht, dessen Software unter anderem vom FBI verwendet wird, um Zugriff auf gesperrte Smartphones mit iOS oder Android zu erlangen.

Die Dokumente von Cellebrite stammen aus dem April 2024, sind also relativ aktuell. Allerdings ist es durchaus denkbar, dass sowohl dieses als auch andere Unternehmen oder verschiedene staatliche Stellen in aller Welt über weiterreichende Fähigkeiten verfügen, als in dem jetzt erfolgten Leak ersichtlich ist.
Cellebrite Access Support Matrix iOS & Android April 2024Android Access Support Matrix Cellebrite Access Support Matrix iOS & Android April 2024iOS Access Support Matrix
Laut der scheinbar von Cellebrite an seine Kunden herausgegebenen Dokumentation war man bis zuletzt nicht in der Lage, iPhones mit iOS 17.4 oder höher zu knacken. Bei früheren Ausgaben von iOS 17, also iOS 17.1 bis 17.3.1 war Cellebrite nach eigenen Angaben in der Lage, gesperrte Geräte wie das iPhone XR und die iPhone 11-Serie zugänglich zu machen. Dazu wird eine Brute-Force-Attacke verwendet.

iPhone 12 und neuer sicher, viele Android-Geräte nicht

Bei allen jüngeren Apple-Smartphones ab dem iPhone 12 hieß es im April noch "coming soon", was die Möglichkeit zur Extraktion von Daten von gesperrten Geräten angeht. Wer also, so wie die allermeisten Apple-Kunden, eine aktuellere iOS-Version nutzt, kann im Grunde sicher sein, dass Versuche, Daten von seinem Gerät nicht per Cellebrite abgegriffen werden können.

Das Gleiche gilt auch für die Nutzer von Smartphones der Google-Pixel-Serie. Weil diese ein sogenanntes Secure Element an Bord haben - also einen dedizierten Verschlüsselungschip - ist es bei Geräten wie dem Google Pixel 6, 7 und 8 nicht möglich, mit Cellebrites Brute-Force-Attacke an Daten aufgesperrten Geräten zu gelangen, heißt es.

Bei Geräten von Samsung, Xiaomi, OnePlus, Oppo, Vivo und diversen anderen Herstellern, die mit Qualcomm-Prozessoren ausgerüstet sind, gibt Cellebrite in seiner sogenannten "Android OS Access Support Matrix" an, dass diese in allen Android-Versionen ab Android 7 bis hin zum aktuellen Android 14 in den allermeisten Fällen mit der einen oder anderen Angriffsmethode von seiner Software geknackt werden können.

Zusammenfassung
  • Cellebrite kann nur alte iPhones knacken, viele neue Android-Geräte jedoch schon
  • Leak offenbart Cellebrites Fähigkeiten; Dokumente stammen vom April 2024
  • FBI nutzt Cellebrite-Software zum Entsperren von iOS- und Android-Smartphones
  • iPhones ab iOS 17.4 sind sicher vor Cellebrites Zugriffsmethoden
  • Brute-Force-Attacken ermöglichen Zugriff auf ältere iPhones bis Serie 11
  • Google Pixel-Geräte mit Secure Element widerstehen Cellebrites Angriffen
  • Cellebrites Software kann die meisten Geräte mit Qualcomm-Prozessoren knacken

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