FBI: Chaotischer Umgang mit beschlagnahmten Datenträgern

Filme und Serien vermitteln oft den Eindruck, beim FBI würde es sich um eine hochprofessionelle und saubere Polizeibehörde handeln. In Wahrheit hat man es hier aber ebenso mit zahlreichen schlampigen Bürokraten zu tun wie anderswo, wie ein Bericht zeigt.
Speicher, Daten, Datenübertragung, Festplatte, Hdd, Festplatten, Speichermedien, Datenträger, Datentransfer, datenspeicher, speichermedium, Memory, festplattenanalyse, Platter, HDDs

Erhebliche Sicherheitsmängel

Das Papier des US-Justizministeriums, erstellt vom Office of the Inspector General (OIG), hat erhebliche Sicherheitsmängel im Umgang des FBI mit beschlagnahmten elektronischen Speichermedien aufgedeckt. Diese Medien, die häufig sensible Informationen wie Daten zur nationalen Sicherheit, Informationen aus der Überwachung nach dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) und als "geheim" eingestufte Dokumente enthalten, wurden oft ohne ordnungsgemäße Kennzeichnung gelagert. Dies birgt das Risiko, dass solche Informationen verloren gehen oder gestohlen werden könnten.

Besonders alarmierend sei der Zustand des FBI-Lagers, in dem beschlagnahmte elektronische Medien nach Abschluss von Ermittlungsverfahren vernichtet werden sollen. Laut dem OIG-Bericht wurden dort Kartons mit Festplatten und anderen Speichermedien über Tage oder Wochen hinweg offen und unbeaufsichtigt gelagert. Diese Praxis könnte es den 395 Mitarbeitern und externen Auftragnehmern mit Zugang zu dieser Einrichtung ermöglichen, unkontrollierten Zugriff auf sensible Daten zu erhalten, die eventuell auf diesen Datenträgern gespeichert sind.


Als erste Reaktion auf diesen Mängelbericht hat das FBI angekündigt, Drahtkäfige zu installieren, um die Medien besser zu sichern. Zudem soll ein Videoüberwachungssystem eingeführt werden, um die Sicherheit in der Einrichtung zu erhöhen. Bis Juni dieses Jahres befand sich die Einführung dieser Maßnahmen jedoch noch in der Planungsphase.

Besserung gelobt

Der Bericht kritisiert auch, dass das FBI keine ausreichenden Bestandskontrollen über die verschickten und zur Zerstörung vorgesehenen Speichermedien durchführt. In vielen Fällen wurden die Medien ohne das zugehörige Gehäuse verschickt, was die Nachverfolgung erschwert. Zudem wurden die Datenträger oft nicht entsprechend ihrer Geheimhaltungsstufe gekennzeichnet, was die Gefahr eines Verlusts oder Diebstahls weiter erhöht.

Das FBI hat auf die Kritik reagiert und versichert, dass es an einem neuen Richtlinienentwurf arbeitet, der sicherstellen soll, dass alle sensiblen Daten ordnungsgemäß gekennzeichnet und sicher zerstört werden. Diese Richtlinie befindet sich laut FBI in der Endbearbeitung und soll bald veröffentlicht werden.

Ein Sprecher des FBI betonte, dass alle Mitarbeiter und Auftragnehmer, die Zugang zu der Einrichtung haben, einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen wurden. Zudem sei das gesamte Gelände eingezäunt und mit Sicherheitssystemen ausgestattet. Bisher habe es keine Vorfälle gegeben, bei denen unbefugte Personen Zugang zur Einrichtung erhalten hätten.

Zusammenfassung
  • FBI zeigt laut OIG-Bericht Sicherheitsmängel im Umgang mit Daten
  • Beschlagene Medien oft unsachgemäß und ungesichert gelagert
  • FBI plant Installation von Drahtkäfigen und Videotechnik zur Sicherung
  • Fehlende Bestandskontrollen und Kennzeichnung der Speichermedien kritisiert
  • Neue Richtlinien zur Datensicherheit und -vernichtung in Entwicklung
  • Zugang zur Lagerstätte streng kontrolliert und durch Sicherheitssysteme geschützt
  • Keine unbefugten Zugänge zur Einrichtung bisher verzeichnet

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!