Starlink muss Internet liefern - Telekom wollte 20.000 Euro für Anschluss

Das Unternehmen von Elon Musk wurde nun als erster In­ter­net­an­bie­ter in Deutschland zur Grundversorgung eines Haushaltes mit Internet verdonnert. Allerdings gibt es noch jede Menge un­ge­klär­te Fragen. Unter anderem auch, wer das Ganze über­haupt be­zah­len soll.
Weltraum, Spacex, Provider, Starlink

Recht auf Internet

Seit etwas mehr als drei Jahren haben alle deutschen Haushalte einen rechtlichen Anspruch auf eine Mindestversorgung mit Internet. Trotz bisher über 5500 Beschwerden, kam es erst im März dieses Jahres zum ersten bekannten Fall, bei dem die Bundesnetzagentur einen Netzbetreiber dazu verpflichtete, eine entsprechende Versorgung für ein Grundstück in Niedersachsen herzustellen.

Starlink zur Grundversorgung verpflichtet

Wie Netzpolitik jetzt berichtet, soll es sich dabei aber nicht um einen der DSL-, Kabel- oder Glasfaseranbieter wie die Telekom oder Vodafone handeln. Vielmehr hat die Bundesnetzagentur das Unternehmen Starlink von Elon Musk in die Pflicht genommen. Obwohl für die Mindestversorgung per Satellit keine neuen Kabel und Anschlüsse gelegt werden müssen, gibt es doch einige ungelöste Probleme. Infografik Starlink: Wo es das Satelliteninternet von Musk schon heute gibtStarlink: Wo es das Satelliteninternet von Musk schon heute gibt Laut Mindestversorgung stehen jedem Haushalt ein Download von zehn Megabit pro Sekunde, und ein Upload von 1,7 Megabit pro Sekunde zu. Im Vergleich zu Geschwindigkeiten, die mit DSL oder Glasfaser normalerweise erreicht werden, sind das natürlich geringe Zahlen. Und auch Starlink bietet per Satellit eigentlich 250 Megabit pro Sekunde.

Viele ungeklärte Fragen

Die Bundesnetzagentur soll den Betroffenen allerdings bereits mitgeteilt haben, dass mit einer deutlich geringeren Leistung im Rahmen der Mindestversorgung gerechnet werden muss. Es könnte also sein, dass die Verbindung per Satellit extra gedrosselt werden muss.

Auch, wer die zusätzlichen Kosten übernehmen soll, ist noch völlig ungeklärt. Denn für eine Mindestversorgung müssen die Empfänger maximal 30 Euro im Monat bezahlen. Der Bezug von Internet über Starlink kostet hierzulande mit 50 Euro pro Monat allerdings deutlich mehr. Außerdem müsste erst die entsprechende Hardware für einen Preis von rund 350 Euro angeschafft werden, damit der Dienst überhaupt genutzt werden kann.

Wie lange die Besitzer des Grundstücks in Niedersachsen also noch auf ihren Internetzugang warten müssen, ist offen. Eine Alternative zu Starlink ist allerdings nicht praktikabel. Für das Legen eines Internetanschlusses hätte die Telekom mindestens 20.000 Euro berechnet.

Zusammenfassung
  • Seit drei Jahren haben deutsche Haushalte Anspruch auf Mindestinternetversorgung
  • Erster bekannter Fall seit März in Niedersachsen
  • Starlink von Elon Musk wurde zur Bereitstellung der Mindestversorgung verpflichtet
  • Mindestversorgung muss mindestens zehn Megabit Download und 1,7 Megabit Upload pro Sekunde bieten
  • Starlink bietet normalerweise 250 Megabit pro Sekunde, müsste wohl gedrosselt werden
  • Unklar, wer die zusätzlichen Kosten übernimmt, da Starlink 50 Euro pro Monat kostet
  • Hardware für Starlink kostet etwa 350 Euro, was die Nutzung weiter verteuert

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!