EU-Zollreform: 150-Euro-Freigrenze soll fallen - Deutschland unterstützt

Der europäische Markt wird zunehmend durch Billigprodukte aus Asien geflutet, der Handelsverband in Deutschland fordert schon länger Schutz durch die Politik. Jetzt scheint wieder Bewegung in eine Idee zu kommen: der Wegfall der 150-Euro-Freigrenze beim Zoll.
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Die EU will die Flut an Billigware eindämmen

Laut offiziellen Zahlen haben alleine im letzten Jahr zwei Milliarden Pakete mit einem Warenwert unter 150 Euro aus Drittstaaten die EU erreicht. Deutsche Nutzer haben dazu fleißig beigetragen, Händler wie Temu und Shein können ihr Geschäft hierzulande immer weiter ausbauen. Deutschland stellt sich jetzt hinter eine neue Importregel, mit der die EU gegensteuern will.

Schon im Mai letzten Jahres hatte die EU-Kommission Pläne zur Reform der Zollbestimmungen vorgelegt. Billig-Händler aus Asien würden klar von der 150-Euro-Freigrenze profitieren. Online-Händler setzten demnach vermehrt auf zwei Maschen, die sich an diesem Grenzwert orientieren. Sendungen werden aufgeteilt, um unter 150 Euro Warenwert zu bleiben, außerdem schätzt die EU, dass rund 65 Prozent der Pakete vorsätzlich niedriger deklariert werden.


Finanzminister will mitmachen

Jetzt kommt aus Deutschland das Signal, dass man die EU-Kommission bei dem Vorhaben unterstützen will. Wie der Handelsverband laut Tagesschau erfahren haben will, stellt sich Finanzminister Christian Lindner hinter das Vorhaben, die 150-Euro-Freigrenze wegfallen zu lassen. Offiziell will das Finanzministerium das bisher nicht bestätigen, man begrüße aber, dass die EU Zollregelungen "an die Herausforderungen des Online-Handels" anpassen will.

Doch eines ist auch mit Rückenwind aus Deutschland sicher: Durch- und Umsetzung der Pläne der EU wird noch Jahre dauern, vor 2028 wird die Freigrenze auf keinen Fall fallen. Schon jetzt signalisieren Temu und Shein, dass sie ihr Geschäft durch die Vorhaben nur wenig bedroht sehen. Die Preisstruktur sei nicht von Zollregelungen der EU abhängig. Man darf gespannt sein, wie sich dieses wirtschaftspolitische Tauziehen um Billigware weiter entwickelt.

Zusammenfassung
  • Europäischer Markt wird zunehmend durch Billig-Produkte aus Asien geflutet
  • Handelsverband in Deutschland fordert Schutz durch die Politik
  • Billig-Händler profitieren von der 150-Euro-Freigrenze beim Zoll
  • Zwei Milliarden Pakete mit Warenwert unter 150 Euro erreichten die EU
  • EU-Kommission hatte Pläne zur Reform der Zollbestimmungen vorgelegt
  • Jetzt unterstützt Finanzminister Christian Lindner Wegfall der Freigrenze
  • Umsetzung der EU-Pläne wird vor 2028 nicht erwartet
  • Temu und Shein sehen ihr Geschäft durch neue Regelungen wenig bedroht

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